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Hörder Kampweg

Anwohner wollen sich gegen erhöhte Mieten wehren

HÖRDE Die LEG hat Ernst gemacht. Am Hörder Kampweg tritt zum 1. Dezember die Mieterhöhung in Kraft, über die das Wohnungsunternehmen schon seit über einem Jahr mit mehreren Mietern der Hausnummern 22 bis 28 und 32 bis 40 im Streit liegt. Das wird für so manchen Anwohner richtig teuer.

Anwohner wollen sich gegen erhöhte Mieten wehren

Die Anwohner am Hörder Kampweg sind sauer.

Bis zu 40 Prozent steigen manche Mieten nach einer Modernisierung. Das bedeutet für manche Bewohner fast 150 Euro Mehrkosten im Monat.

Aus Sicht einer Mieterinitiative, die seit Sommer 2015 existiert, hat sich alles so abgespielt: Die LEG hat die Modernisierung erst nicht angekündigt, dann unter großen Belastungen für die Bewohner einfach durchgeführt. Und jetzt auf fragwürdiger Grundlage die Miete massiv erhöht. "Die Interessen von uns Mieterinnen und Mietern stehen nicht im Mittelpunkt ihres Unternehmens", formulierten die Betroffenen ihren Ärger in einem offenen Brief an die LEG.

Tobias Scholz und der Mieterverein Groß-Dortmund unterstützen die Benninghofer von Anfang an. Aus Scholz‘ Sicht gibt es verschiedene Dinge, die nicht den Regeln entsprechen. "Die Balkone wurden vergrößert, das hat die LEG unangemessen hoch auf die Wohnfläche angerechnet. Außerdem argumentiert sie mit einer Energieersparnis, die nicht realistisch ist und nie richtig begründet wurde."

Forderung des Mietervereins

Die Forderung des Mietervereins: Statt um 2,20 Euro pro Quadratmeter dürfe das börsennotierte Unternehmen die Miete nur um maximal 80 Cent pro Quadratmeter anheben. Kritik gibt es außerdem an der Wärmedämmung, die nach Ansicht vieler Mieter nicht richtig durchgeführt worden sei.

Dazu passt ein Blick unter das Dach des Hauses Nummer 24: Hier liegt das Dämm-Material einfach gestapelt auf dem Boden. Wie effektiv das ist – unklar. Die LEG betont auf Anfrage dieser Zeitung, alle mietrechtlichen Regelungen eingehalten zu haben. Und sogar darauf verzichtet zu haben, die Modernisierungskosten von 1,1 Millionen Euro vollständig auf die Mieter umgelegt zu haben, was erlaubt gewesen wäre.

"Wir haben die Kosten nur teilweise umgelegt und zwar mit Augenmaß für die Leistbarkeit durch unsere Mieter", sagt Mischa Lenz, Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Düsseldorf. Einzelnen Mietern, die den neuen Preis nicht zahlen könnten, seien preisgünstigere Wohnungen im LEG-Bestand angeboten worden.

Lenz: "Wir können aber nicht aufgrund von Einzelfällen auf elementare Maßnahmen der Wohnungsbewirtschaftung verzichten und riskieren, dass unsere Bestände nicht weiterentwickelt werden. Das wäre nicht wirtschaftlich und nicht im Sinne unserer Mieter."

In insgesamt drei "Härtefällen" falle die Mieterhöhung geringer aus. Vorwürfe von Mietern, ihre Härtefallanträge seien nicht bearbeitet worden, weist das Unternehmen zurück.

Der weitere Ablauf:

Die Erhöhungen treten am Donnerstag in Kraft. Der Mieterverein weist darauf hin, dass eine Zahlung der neuen Miete rechtlich als Zustimmung gilt. Die LEG sei für weitere persönliche Gespräche bereit, so Mischa Lenz. 

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