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VRR-Test

App rechnet bei Bus- und Bahnfahrten nach Kilometern ab

DORTMUND Einsteigen, fahren, aussteigen - und dann kilometerscharf abrechnen. Per App. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) erprobt ein elektronisches Ticket. Für den Pilotversuch werden mindestens 3000 Testpersonen gesucht - auch in Dortmund.

App rechnet bei Bus- und Bahnfahrten nach Kilometern ab

Ab nächstem Frühjahr führt der Verkehrsverbund Rhein Ruhr – zunächst testweise – einen elektronischen Tarif für Bus- und Bahn ein, der per Smartphone-App kilometerscharf abgerechnet wird. Foto: Stephan Schütze

Nur für so viele Kilometer bezahlen, die man tatsächlich in Bus und Bahn fährt – das ist das Prinzip eines neuen Tickets, das der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) ab Frühjahr in seinem Verbreitungsgebiet und damit auch bei DSW21 in Dortmund testen will. Der Name des neuen Tarifs: nextTicket. Gebucht und nach Fahrtende bezahlt wird über eine App auf dem Smartphone.

Zu Beginn der Fahrt checkt sich der Fahrgast über die App in das System ein, und sobald er den letzten Bus oder die Bahn am Ende seiner Fahrt wieder verlässt, checkt er aus. Mithilfe des GPS (Ortungsdienst) im Smartphone wird die zurückgelegte Strecke genau berechnet. Das System weist anschließend den Fahrpreis aus. Der setzt sich zusammen aus einem festen Grundpreis, den der VRR pro Fahrt berechnet, und den gefahrenen Linienkilometern.

Grundpreis und Kilometerpreis

Laut VRR-Sprecher Dino Niemann wird der Grundpreis zwischen 1,40 und 1,45 Euro liegen und der Kilometerpreis bei 20 Cent. Am Ende des Monats erhält der Kunde eine Rechnung.

Zum Jahresbeginn 2018 werde der VRR mit einer Kampagne um Testpersonen werben. Interessenten können sich dann über eine eigens geschaltete Internetseite für den Test registrieren. Mindestens 3000 sollen es werden. „Es können aber auch mehr sein“, sagt Niemann.

App rechnet bei Bus- und Bahnfahrten nach Kilometern ab

In Amsterdam gibt es bereits seit 2012 die elektronische OV-Chipkaart. Sie ist Vorbild für das „nextTicket“ des VRR. Während das holländische Ticket mit Lesegeräten arbeitet, wird das „nextTicket“ über eine App funktionieren. Foto: dpa

VRR-Projekt hat achtmonatige Pilotphase

Acht Monate soll der Test dauern. Zunächst gilt es zu prüfen, ob sich die Fahrgäste problemlos an- und abmelden können und ob die Technik einwandfrei funktioniert. Anfangs wird dabei noch der Fahrpreis nach dem aktuellen Tarif berechnet und erst später nach den gefahrenen Kilometern.

Der VRR denkt über eine Akku-Warnfunktion in der App nach, damit dem Smartphone des Kunden nicht mittendrin der Saft ausgeht. Auch eine „Preisbremse“ soll es geben, falls der Fahrgast beim Aussteigen vergisst, über die App auszuchecken.

Kundendaten und Bewegungsdaten getrennt gespeichert

Datenschützer verweisen auf die Gefahr, dass mit der App ein Bewegungsprofil der Kunden erstellt werden könnte. Der Datenschutz sei gewährleistet, versichert dagegen Niemann. Kundendaten würden getrennt von Bewegungsdaten auf unterschiedlichen Servern gespeichert und nur für die Abrechnung miteinander verknüpft, erläutert der VRR-Sprecher.

Vorbild für das neue elektronische Ticket ist die holländische „OV-chipkaart“, die es seit 2012 in den Niederlanden gibt. Die Karte wird zu Beginn aufgeladen und dann vor und nach jeder Fahrt in Bus und/oder Bahn an Lesegeräten registriert.

DSW21 beobachtet VRR-Test „mit großem Interesse“

Nach Abschluss des Tests werden die Ergebnisse ausgewertet. Der VRR wird dann gemeinsam mit den angeschlossenen Verkehrsunternehmen entscheiden, ob der elektronische Tarif parallel zum klassischen Tarif in das Regelangebot übernommen wird.

DSW21-Sprecherin Britta Heydenbluth sagte auf Anfrage: „Bis die Ergebnisse vorliegen, wird es noch ein bisschen dauern, aber wir beobachten das mit großem Interesse.“

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