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15 Prozent zu wenig Personal

Ausländeramt in Dortmund arbeitet am Limit

DORTMUND In der Dortmunder Ausländerbehörde fehlt aktuell rund 15 Prozent Personal. Bei einem Andrang von 600 bis 800 Menschen pro Tag kommt es zu stundenlangen Wartezeiten. Betroffene empfinden die Situation als "unmenschlich". Die Stadt selber nennt die Situation in der Ausländerbehörde, besonders im Bereich der städtischen Asylstelle, "angespannt bis prekär".

Ausländeramt in Dortmund arbeitet am Limit

Wer in der Ausländerbehörde Erfolg haben will, muss früh aufstehen. Die ersten Menschen standen am Freitag um 5.30 Uhr vor dem Gebäude, später schlängelten sie sich durch das Gebäude

Um die Situation zu verbessern, die seit 2015 bekannt ist, aber sich in den letzten Monaten noch verschärft hat, wird unter anderem über einen Auszug der Ausländerbehörde aus dem Stadthaus nachgedacht.

Für die Probleme der Ausländerbehörde – speziell in den Bereichen städtische Asylstelle, Team Visa, Team humanitäre Aufenthalte und ausländische Studierende und Beschäftigte – gibt es gleich mehrere Gründe, die sich in den letzten zwei Jahren zugespitzt haben.

Wachsende Fluktuation im Ausländeramt

Laut der zuständigen Personalrätin Heike Samulewicz stehe an erster Stelle „der Personalmangel, der zu dieser kritischen Gesamtlage geführt hat“. Seit einigen Jahren gebe es eine wachsende Fluktuation, offene Stellen könnten weder intern noch extern nachbesetzt werden.

Ähnlich sieht das die Leiterin des Ordnungsamtes, Beate Siekmann. „Die Mitarbeiter“, sagt Beate Siekmann, „leisten einen tollen Job, speziell unter den schwierigen Bedingungen“. Doch offene Stellen seien teilweise seit Juni 2015 nicht besetzt worden. Es gebe für diese vakanten Stellen zu wenig Bewerber.

Städte graben sich Personal gegenseitig ab

Zeitgleich hätten die Kommunen in NRW ähnliche Probleme und würden sich das Personal gegenseitig abgraben. Die Situation sei insgesamt bekannt und „völlig unerquicklich“. Auch hätte sie sich, sagt Beate Siekmann, mehr Unterstützung aus dem Personaldezernat gewünscht.

Personaldezernent und Kämmerer Jörg Stüdemann sieht das Problem als Dauerthema. Man befinde sich mitten in der Aufbereitung des Themas, müsse aber auch die Frage nach organisatorischem Optimierungsbedarf stellen. So werde zum Beispiel neues Personal nicht gut genug vorbereitet. Personalrätin Heike Samulewicz bezeichnet die Situation in der Ausländerbehörde als Teufelskreis. Den nur mit „Organisationsverschulden zu begründen, ist aus unserer Sicht zu kurz gefasst.“

Kollegen sind völlig überlastet

Mit jedem personellen Weggang sei auch Fachwissen verloren gegangen. Heike Samulewicz: „Die völlig überlasteten Kolleginnen und Kollegen der immer kleiner werdenden Teams konnten die dringend erforderliche Einarbeitung des spärlich gewonnenen neuen Personals nicht mehr leisten.“

Laut Stüdemann gibt es Überlegungen, die Ausländerbehörde aus dem Stadthaus zu verlegen, aktuell prüfe man zwei Optionen. Auch werden von der Stadt weitere „personalbindende Maßnahmen“ geprüft.

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