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Ein Jahr nach Namibia

Basketballer Kilian Stahlhut gibt der Bundesliga einen Korb

Mengede Das Abitur mit der Note 1,7 in der Tasche, den Aufstieg in die U19-Basketball-Bundesliga geschafft – allerbeste Perspektiven für eine Karriere als Leistungssportler. Doch Kilian Stahlhut geht für ein Jahr nach Namibia. Er hat dort einen besonderen Auftrag.

Basketballer Kilian Stahlhut gibt der  Bundesliga einen Korb

Kilian Stahlhut hat gerade sein Abi am Heinrich-Heine-Gymnasium abgelegt und ist mit den Citybaskets Recklinghausen in die U19-Bundesliga aufgestiegen. Er geht am 16. August für ein Jahr als "entwicklungspolitischer Freiwilliger" nach Namibia.

Es war im vergangenen Jahr im November. Der Mengeder hatte sich den Daumen gebrochen. Zwangspause zuhause auf der Couch statt Punktejagd unter dem Korb der Citybaskets Recklinghausen. Zeit, um nachzudenken: „Ich hatte meinen Eltern gesagt, bis Neujahr weiß ich, was ich nach dem Abi machen will.“ Klar war zu diesem Zeitpunkt nur: Ein Studium soll es zunächst nicht sein.

Freiwilligendienst im Süden Afrikas

„Ich habe dann bei ‚Weltwärts‘ geguckt“, erzählt der sympathische 18-Jährige. „Weltwärts“ ist ein Programm des ASC Göttingen. Der Verein bietet jungen Leuten zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit, sich für ein Jahr im entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Osten oder Süden Afrikas zu engagieren.

Kilian fuhr nach Göttingen, informierte sich ein Wochenende lang. „Darauf hatte ich richtig Bock“, sagt er und die Augen strahlen immer noch. Der ASC schlug Kilian dem Namibischen Basketballbund (NBF) vor. „Eine Stunde habe ich mit dem Boss geskypet und fand, dass es richtig schlecht gelaufen war.“ Der Eindruck trog. Zwei Tage später kam die Zusage. Am 16. August geht abends der Flieger.

"Zuerst Bildung, dann Basketball"

Welche Aufgabe ihn in Namibia erwartet, weiß Kilian Stahlhut noch nicht. „Das entscheidet der NBF.“ Paul, ein Freiwilliger, der in den vergangenen Monaten über „Weltwärts“ in Namibia gewesen sei, habe vormittags Sportunterricht in der Schule gegeben und nachmittags ein offenes Angebot auf einem Basketballfeld gemacht. Der Verband habe mittlerweile ein Förderprogramm aufgebaut. In einer Basketballschule finden die talentiertesten Spieler Aufnahme. In der Schule gelte „Education first, Basketball second“ ("Zuerst Bildung, dann Basketball"). Die freiwilligen Entwicklungshelfer unterstützen die namibischen Jugendlichen zunächst in Mathe und Englisch; erst dann gehe es zum Basketballspielen.

Kilian Stahlhut ist gespannt. „Mich motiviert einerseits der Sport. Zum anderen lerne ich ein Land kennen, in dem ich noch nie war.“ Ein Land mit elf Sprachen. „Ich will die Leute, vor allem aber auch mich selbst kennenlernen.“ Mitte Juli war er in Göttingen zur Vorbereitung. „Die haben ein super cooles Clubheim.“ Nicht verwunderlich, denn immerhin zählt der ASC nach eigenen Angaben 8600 Mitglieder. „In dem Seminar ging es auch darum, welche Werte wir vermitteln“, sagt Kilian. „Als 18-Jähriger kann ich nicht die Welt retten, aber ich kann den Leuten helfen etwas zu verändern.“

Spenden sind willkommen

12 000 Euro kostet das Abenteuer im entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. 2000 Euro – so die Vereinbarung mit dem ASC Göttingen – muss Kilian Stahlhut selbst aufbringen. Den Rest übernimmt der Staat. Kilian sammelt deswegen Spenden. Und gerne mehr als die 2000 Euro – aber nicht für sich: „Das Geld kann ich in das Projekt stecken. Davon werden dann Klettergerüste gebaut, Fußballfelder angelegt oder Leibchen und Bälle für den Sport gekauft.“

 

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