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Immer mehr Bedürftige

Die Tafel deckt den Tisch für 15.000 Dortmunder

Dortmund Die Dortmunder Tafel wächst und wächst: 4300 Menschen besitzen mittlerweile einen Ausweis, der zum Kauf bei der Tafel berechtigt – die Warteliste und täglich sieben neue Antragsteller nicht mitgerechnet. Und da an einem Ausweis oft eine ganze Familie hängt, geht der Vorsitzende Dr. Horst Röhr von 15.000 Menschen aus, die sein Verein mit Lebensmitteln versorgt.

Die Tafel deckt den Tisch für 15.000 Dortmunder

Eine 60-jährige Sozialhilfe-Empfängerin kauft bei der Dortmunder Tafel ein. Foto: Michael Schuh

Was 2004 als überschaubares Projekt begann, hat sich zu einem ansehnlichen Unternehmen entwickelt, das wie kaum ein anderes die Not vieler Dortmunder widerspiegelt. Lag die Zahl der Kunden der Dortmunder Tafel in den vergangenen Jahren stets bei 3600, so besitzen inzwischen 4300 Menschen einen Ausweis, der zum Kauf bei der Tafel berechtigt – die Warteliste und täglich sieben neue Antragsteller nicht mitgerechnet. Und da an einem Ausweis oft eine ganze Familie hängt, spricht der Tafel-Vorsitzende Dr. Horst Röhr von „ungefähr 15.000 Menschen, die wir mit Lebensmitteln versorgen, die ansonsten in der Tonne landen würden“.

Neue Groß-Sponsoren

Doch nicht nur die Zahl der Kunden, sondern das gesamte Unternehmen wächst: Neue Groß-Sponsoren sind ebenso hinzugekommen wie zusätzliche Lagermöglichkeiten und Helfer. Nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb – ist die Tafel nun auf zusätzliche Hilfe angewiesen.

Mit der Bielefelder Firma Dr. Oetker und dem Molkerei-Unternehmen Arla aus Krefeld haben zwei Lebensmittel-Giganten dem Dortmunder Verein ihre Unterstützung zugesagt. „Dennoch sind wir verstärkt auf der Suche nach Produzenten aus Nordrhein-Westfalen, von denen wir die Lebensmittel direkt bekommen“, sagt der Vorsitzende.

Lagermöglichkeiten gesucht

Wenngleich für die Tafel überaus erfreulich, bringt der Beistand solcher Großunternehmen auch neue Herausforderungen mit sich: Obwohl das Atlas-Schuhwerk aus Dortmund-Wickede und seit Neuestem auch die Spedition Nagel Räume zur Verfügung stellen, werden laut Röhr weitere Lagermöglichkeiten, vor allem für Tiefkühlprodukte, benötigt: „So könnten wir darauf verzichten, Flächen anzumieten und Geld auszugeben, das wir eigentlich nicht haben.“

In diesen Lagern müssen die Lebensmittel allerdings erst einmal ankommen. Röhr: „Deshalb benötigen wir dringend drei bis fünf weitere ehrenamtliche Fahrer – gerne auch mit Führerschein für größere Lkw.“ Wie gesagt – aus dem Projekt ist ein Unternehmen im Dienste der guten Sache geworden.

Tausende profitieren

Denn von der Tafel profitieren Tausende Dortmunder, vom Hartz-IV-Empfänger über die alleinerziehende Mutter bis zum Rentner, der die Altersarmut am eigenen Leib erfährt. Für drei Euro können sie alle einmal wöchentlich in der Zentrale an der Osterlandwehr oder in einer der sieben Filialen einkaufen. Dafür erhalten die Menschen Waren wie Obst, Gemüse und Molkereiprodukte, die einen Wert von 30 bis 35 Euro haben. Menschen wie die 60-jährige Sozialhilfe-Empfängerin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte: „Die Tafel hilft mir sehr. Vieles, was ich hier einkaufe, könnte ich mir ansonsten doch gar nicht leisten; das wäre einfach zu teuer. Und mit dem Obst und Gemüse, das ich hier hole, komme ich eine ganze Woche aus.“ Sagt‘s, steckt lächelnd eine Ananas in ihre Tasche und bedankt sich freundlich bei dem Verkäufer.

430 ehrenamtliche Helfer und 126 Mitarbeiter, die unter anderem über Programme der Stadt oder des Jobcenters gekommen sind, sind bei der Tafel tätig.

Nach einem Artikel in den Ruhr Nachrichten meldeten sich Anfang des Jahres 81 neue Ehrenamtler.

Trotzdem werden Spenden auf folgendes Konto der Dortmunder Tafel dringend benötigt: Sparkasse Dortmund, IBAN: DE11 4405 0199 0001 1628 61.

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