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Social-Dining-Plattform

Dortmunder will Airbnb für Hobbyköche aufbauen

DORTMUND Achim Schaper möchte fremde Menschen an einen Tisch bringen - einen Tisch, gedeckt mit leckerem Essen. Der Dortmunder hat, gemeinsam mit drei Geschäftspartnern aus Münster, die Social-Dining-Plattform Comangi gegründet. Wir erklären, was dahinter steckt.

Dortmunder will Airbnb für Hobbyköche aufbauen

Achim Schaper hat die Social-Dining-Plattform Comangi mitentwickelt.

Das Prinzip von Comangi funktioniert so ähnlich wie bei der Online-Mitfahrzentrale Bla Bla Car und dem Online-Übernachtungs-Dienst Airbnb. Es gibt einen Anbieter auf der einen Seite – bei Comangi ist es der Gastgeber, der ein selbstgekochtes Essen anbietet. Und einen Abnehmer auf der anderen Seite – in diesem Fall der Gast, der Hunger hat und das Essen isst. Über Comangi können Gast und Gastgeber in Kontakt treten.

Und zwar so: Der Gastgeber (es geht hier ausschließlich um Privatpersonen) stellt sein Angebot auf der Plattform ein. Am Samstag zum Beispiel möchte er Spaghetti Bolognese kochen – aber weil ohnehin immer viel zu viel übrig bleibt und er Lust hat, neue Menschen kennenzulernen, möchte er das Essen mit anderen teilen und zu sich einladen. Auf der Comangi-Seite beschreibt er sein Gericht, legt Datum, Uhrzeit und Preis fest und gibt den Ort an.

"Entspannt kennenlernen"

Die potenziellen Gäste können das Angebot nun auf der Webseite sehen. Finden sie es interessant, stellen sie eine Buchungsanfrage. Der Gastgeber muss diese dann noch bestätigen – und dann kann’s im echten Leben weitergehen mit gutem Essen und guten Gesprächen. „Wir wünschen uns, dass sich so neue Leute entspannt kennenlernen“, sagt Achim Schaper.

Der 52-Jährige ist gelernter Augenoptiker. 15 Jahre lang hatte er ein Geschäft an der Ecke Viktoriastraße / Rosental in der Innenstadt. 2011 gab er es ab, arbeitete danach an einem anderen Projekt, das er aber wieder verließ. Vor zwei Jahren las er in der Zeitung von Kochpartys mit Fremden in Bremen und davon, dass es in Skandinavien absolut angesagt ist, sich mit seinen (oft fremden) Nachbarn zum Essen zu treffen. Er ist überzeugt, dass es auch hier in der Region einen Markt dafür gibt.

Im vergangenen Jahr begann er mit seinen Partnern Thomas Schult, Arne Hörig und Christian Mues das Konzept für Comangi zu entwickeln. Seit der vergangenen Woche ist die Seite online. Die ersten Gastgeber haben bereits ihre bis dahin unbekannten Gäste empfangen.

Angebot zunächst für Dortmund und Münster

Zunächst wird Comangi in Dortmund und Münster, den Heimatstädten der Unternehmer, angeboten. „Wir wollen aber schnellstmöglich in andere Städte gehen“, sagt Achim Schaper. Noch ist das Angebot klein. In Dortmund laden aktuell drei Gastgeber zum Essen ein. Bärbel macht Miesmuscheln mit Spaghetti für 7 Euro. Alle Plätze sind schon vergeben, der Abend ist ausgebucht. Ariane kocht persischen Reiskuchen für 7 Euro und Gundi bietet Gambas an Karfreitag für 10 Euro an – sie haben noch Plätze frei. 

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Der Preis pro Person für das Essen, das ist Achim Schaper wichtig, soll klein bleiben, 10 Euro nur selten übersteigen. Es gehe nicht um Events und Preise wie im Restaurant. „Es soll sich niemand daran bereichern“, sagt er. Es gehe eben auch darum, Dinge zu teilen und Müll zu vermeiden – Foodsharing ist das Stichwort. Ziel sei es langfristig, ganz spontan in seiner Heimatstadt – oder, wenn man gerade zu Besuch ist – in einer anderen Stadt essen zu können und so auch direkt Kontakt knüpfen zu können.

Gäste können auch abgelehnt werden

Eine gewisse Offenheit und Interesse an so einer Art von Kennenlernen sei natürlich unabdingbar, um bei Comangi mitzumachen, sagt Achim Schaper. Sicherheit ist ihm und seinem Team sehr wichtig, deshalb sind auf der Plattform einige Mechanismen eingebaut. Eine einmalige Registrierung ist nötig, um bei Comangi mitmachen zu können. Jeder Nutzer muss ein Bild hochladen. „Damit der Gastgeber schon mal einen Eindruck von seinen Gästen bekommt.“ Die genaue Adresse für das Essen wird erst mitgeteilt, wenn ein Essen gebucht und vom Gastgeber bestätigt ist. Der kann nämlich auch Gäste ablehnen. 

Und: Der Gast zahlt über die Plattform sofort nach der Buchung. Der Gastgeber bekommt das Geld später ausgezahlt. „So wollen wir vermeiden, dass der Gastgeber kocht und niemand kommt und er so auf den Kosten sitzen bleibt“, sagt Achim Schaper. Nach dem Essen können die Gäste den Gastgeber bewerten – als Orientierung für zukünftige Gäste. Was die Gastgeber kochen, ist ihnen frei überlassen. Sie können zur Orientierung aber angeben, welche Art von Küche sie kochen (italienisch, asiatisch, griechisch...) und ob das Essen zum Beispiel vegan, vegetarisch oder laktosefrei ist. Gerade nach vegetarischem Essen, sagt Achim Schaper, sei die Nachfrage groß. 

 

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