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Stromverteiler werden abgebaut

Gehen im Volksgarten Mengede die Lichter aus?

MENGEDE Bislang verfügt der Volksgarten Mengede über eine gut funktionierende Stromversorgung. Das soll sich aber schon bald ändern. Und niemand weiß so richtig warum.

Gehen im Volksgarten Mengede die Lichter aus?

Ob die Mengeder Glanzlichter auch 2018 im Volksgarten stattfinden können, steht zu jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen. Foto: Stephan Schütze

Sprichwörtlich unter Strom standen die Mengeder Bezirksvertreter zumindest phasenweise während ihrer Novembersitzung. Es war die Zukunft des Volksgartens, die die die Gemüter ordentlich erhitzte. Denn wenn alles so läuft, wie in der Sitzung kommuniziert wurde, stehen Großveranstaltungen wie die Mengeder Glanzlichter auf der Kippe. Die entscheidende Frage lautete: Wird es im Park zeitnah eine ausreichende und finanzierbare Stromversorgung geben? Wir fassen die kniffelige Situation zusammen.

Warum soll sich überhaupt etwas an der bisherigen Stromversorgung ändern?

Der Hauptverteiler im Container im Eingangsbereich und die sieben Verteilstationen im Park gehören der Arbeitsgemeinschaft (AG) Mengeder Ferienspaß. Weil der Volksgarten dem Ferienspaß als Domizil nicht mehr zur Verfügung steht, wird er die Container ab- und damit auch die Stromanlage zurückbauen.

Warum übernimmt denn nicht einfach die Stadt die bestehende Infrastruktur und alles ist gut?

Genau dieses Angebot habe man dem Tiefbauamt gemacht, sagt Tim Kock, Ferienspaß-Vorsitzender. Allerdings habe man sich nicht einigen können. Die Stadt wolle eine neue Infrastruktur mit Strom- und Frischwasserleitungen bauen. Genau das berichtete auch Petra Locker (Stadtgrün) während der Sitzung.


Wenn die Stadt eine neue Infrastruktur anlegt, ist doch alles gut. Wo ist das Problem?

Das Problem ist der Zeitplan. Die neue Infrastruktur steht im Zuge der Park-Sanierung frühestens im Jahr 2019 auf dem Plan – nach dem Bau des Abwasserkanals.

Bedeutet das, dass nach dem Rückbau der Infrastruktur Veranstaltungen wie Glanzlichter oder das Gaudium keine Stromversorgung haben werden?

Nein, sagt Petra Locker, die Veranstaltungen könnten wie immer stattfinden. Denn es gebe ja die Möglichkeit einer provisorischen Stromversorgung.


Was sagen die Veranstalter zu der Situation?

Ingo Plettner, der ehrenamtlich die Glanzlichter veranstaltet, sieht hohe Mehrkosten auf sich zukommen. „Ich muss eine Fachfirma beauftragen oder Stromaggregate mieten, das bedeuten Kosten von 1500 bis 2000 Euro.“ Geld, für das er nicht genügend Sponsoren habe und das er privat nicht aufbringen könne.

Etwas entspannter reagierte Gaudium-Veranstalter Detlef Huß. „Wir wussten, was auf uns zukommt und haben im Vorfeld Gespräche mit der Stadt geführt. Sie hat uns zugesichert, dass wir Strom haben werden. Aber wir wissen auch, dass mehr Arbeit und Kosten auf uns zukommen werden.“ Ein großes Problem seien die fehlenden Container. „Wir haben keinen abschließbaren Raum mehr für unsere Materialien und einen Kühlschrank, in dem wir zum Beispiel Medikamente der Gaudium-Teilnehmer aufbewahren.“


Was sagen die Politiker zum Stromproblem?

Die sind stinksauer. Bezirksbürgermeister Willi Tölch meinte: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Anlage demontiert wird. Dafür fehlt mir wohl der Verstand.“ Andreas Flur (CDU) fragte: „Kommen die Stromleitungen in die Abwasserrohre? Oder warum erneuert die Stadt erst den Kanal und danach die Stromleitungen?“ Sauer waren die Bezirksvertreter auch noch aus einem zweiten Grund: Nach dem mündlichen Bericht von Petra Locker vermissten sie einmal mehr Bau-Pläne mit Zeit- und Kostenangaben für die Park-Sanierung.

„Mündliches wird unterschiedlich interpretiert“, so Gerhard Kuck (CDU). „Alles verzögert sich hier, die gleichen Infos gab es für uns schon vor einem halben Jahr“, kritisierte Gudrun Feldmann (SPD). Sie äußerte ihr Bedauern darüber, dass der Ferienspaß den Park verlassen muss. Sie vermutet dahinter eine bewusste Vertreibung des Vereins. In die Diskussion mischte sich auch Josef Thoth, Geschäftsführer von Mengede 08/20, ein. „Es gibt nichts Aussagekräftiges, es wird immer nach hinten geschoben. Was soll ich den Mitgliedern und Fans sagen?“

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Was hat Petra Locker denn zu den Sanierungsplänen berichtet?

Abgeschlossen sind Wiederaufforstung, Beleuchtung, Wegesanierung und Baumpflanzungen; in Arbeit sind ein neues Eingangstor und neue, blaue Bänke; in Planung sind eine Kanalerneuerung (Ende 2018/19) und eben die neue Infrastruktur (irgendwann in 2019). „Der Parkplatz kann gebaut werden, sofern die Mittel vorhanden sind“, so Petra Locker.

Im Verlauf der Sitzung stellte die BV im Zuge der Restmittel- und Haushaltsmittel-Vergabe für 2018 200.000 Euro für die Parkplatzerweiterung zur Verfügung. Sollte es kostengünstiger möglich sein, so Bezirksverwaltungsstellenleiter Michael Konrad, sein man natürlich froh.


Hat der Rückbau der Infrastruktur Folgen für den Ferienspaß 2018?

„Auf uns kommen Entsorgungskosten von 9000 bis 10.000 Euro zu. Und rund 3500 Arbeitsstunden“, so Elke Kock vom Ferienspaß. Das viele Geld werde natürlich für die Ausrichtung der Ferienspiele 2018 fehlen. Sie gehe aber davon aus, dass der Ferienspaß im nächsten Jahr stattfindet – aber möglicherweise als kleinere Ausgabe.

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