Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Alte Benninghofer Straße

Hörder Wache wird Wohngebiet

HÖRDE Es gibt neue Pläne für die ehemalige Polizeiwache an der Alten Benninghofer Straße. Das Grundstück steht zum Verkauf für Wohnungsbau-Investoren. Voraussetzung für mögliche Käufer: 40 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert, also günstig in der Miete und für finanziell schwächer Gestellte zugänglich.

Hörder Wache wird Wohngebiet

2017.09.08 Foto BARZ fotografie service | Ruediger Barz --- Hoerde, Alte Polizeiwache, Alte Benninghoferstrasse 18 --- --- Foto BARZ fotografie service | Ruediger Barz

Eigentümer der Immobilie ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), ein Unternehmen des Landes NRW. „Wir bereiten gerade ein Verkaufsangebot vor“, sagt BLB-Sprecher Tim Irion. Nun beginne ein Bieterverfahren, das allen offen steht, ob privaten Unternehmen oder städtischen Wohnungsgesellschaften.

Ein Interessenbekundungsverfahren hatte in den vergangenen Monaten die Wohnungsbaupläne in den Vordergrund gerückt. 2014, als die Polizeiwache Hörde von hier an den Phoenix-See umzog, war dies noch anders bewertet worden. Seitdem hat sich aber gerade auf dem Wohnungsmarkt viel geändert. „Als Land NRW versuchen wir, den Wohnungsbau in den Städten zu fördern“, sagt Tim Irion. Mit der Quote für öffentlich geförderten Wohnungsbau wird ebenfalls eine Forderung erfüllt, die von vielen Seiten zu hören ist. Allerdings besteht, das sei der Vollständigkeit halber gesagt, wie bei allen Bieterverfahren die Gefahr, dass sich kein Käufer findet.

Fest steht: Findet sich ein Investor, würde sich das Stadtbild an der Alten Benninghofer Straße vermutlich wandeln. Denn die ehemaligen Behördenräume eignen sich maximal übergangsweise zum Wohnen. Nach dem Auszug der Polizei füllten sogenannte „Hauswächter“ die Räume mit Leben – junge Menschen lebten als Zwischennutzer gegen geringe Miete in den Polizeiwachen-Fluren.

Geflüchtete im "Phoenix-Haus"

Im Juni 2015 war das Gebäude das erste im Stadtbezirk Hörde, das als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wurde. Bis zu 120 Personen lebten zeitweise im „Phoenix-Haus“, ein Kreis von bis zu 100 Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern der Diakonie organisierten den Betrieb. Seit 31. März 2017 wird der Platz nicht mehr benötigt, das Gebäude steht seitdem wieder leer.

Das Haus mit der markanten Backsteinfassade hat eine lange Geschichte – mit schlimmen Momenten. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich hier das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Von hier aus wurden unter anderem die Massenhinrichtungen im März und April 1945 organisiert, die mehr als 300 Menschen das Leben kosteten. An die Vergangenheit in den Kellern des Gebäudes erinnert eine Gedenktafel.

Die SPD Hörde-Süd gedenkt der Opfer jährlich mit einem Kranz und Blumen. In den vergangenen vier Jahren sind viele Hörder aufgetreten, die das historische Erbe dieses Ortes erhalten wollen und eine behutsame Neuplanung fordern. Die Bezirksvertretung Hörde hatte sich bereits im Mai 2016 dafür ausgesprochen, die Gedenktafel auf jeden Fall zu erhalten. 

Öffentlich geförderter Wohnungsbau



HÖRDE In die ehemalige Polizeiwache an der Alten Benninghofer Straße ziehen in der nächsten Woche die ersten Flüchtlinge ein. Schon jetzt gewährte die Diakonie als Betreiber den Hördern einen Einblick in das renovierte Gebäude. Das sind die Eindrücke aus dem "Phoenix-Haus" im Herzen Hördes.mehr...

HÖRDE Früher wurden hier Verbrecher verhört. Jetzt wohnen hier junge Menschen. Die ehemalige Polizeiwache Hörde ist seit wenigen Monaten ein Wohnhaus. In dem leer gezogenen Gebäude leben 14 sogenannte Hauswächter. Sie wohnen günstig, haben dafür aber eine spezielle Aufgabe.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Teutonenstraße

Nach der Explosion im März fließt jetzt der Verkehr wieder

HÖRDE Wenn die Normalität eine Nachricht ist, dann ist wirklich etwas passiert. Durch die Teutonenstraße - am 31. März Schauplatz einer absichtlich herbeigeführten Explosion mit einem Todesopfer - fahren wieder Autos. Zum ersten Mal seit fünf Monaten. Doch noch immer hängt ein unsichtbarer Schleier über der Straße.mehr...

Kontor am Kai

Große Unternehmensberatung zieht an den Phoenix-See

HÖRDE Das Geschäftsgebäude "Kontor am Kai" am Phoenix-See ist noch im Bau. Doch der Hauptmieter steht jetzt schon fest. 8000 von 9239 Quadratmetern Bürofläche wird eine Unternehmensberatung aus Bayern beziehen. Jetzt erfolgte der Spatenstich.mehr...

Gildenstraße

Ehemaliger Stammgast eröffnet Kneipe "Karos Erpel" neu

HÖRDE In Hörde dreht sich das Kneipen-Roulette gerade in hohem Tempo. Gerade noch äußerten viele ihr Bedauern über das Ende von "Karos Erpel" an der Gildenstraße. Jetzt kommt schon wieder neues Leben in die Räume. Aus "Karos Erpel" wird "Markos Erpel", Eröffnung ist am Samstag. Die Geschichte dahinter ist ungewöhnlich.mehr...

Alte Feuerwache

Darum landete ein Hubschrauber in Hörde

HÖRDE Am Freitagnachmittag wurde es plötzlich ziemlich laut am Himmel über Hörde: Ein Rettungshubschrauber ist am Freitagabend an der alten Feuerwache gelandet. Wir haben nachgehört, was da los war.mehr...

Willem-van-Vloten-Straße

Zeugen gesucht: Frau an Geldautomat in Hörde beraubt

HÖRDE An einer Sparkasse ist eine 66-jährige Dortmunderin am Mittwochmittag um kurz vor 12 Uhr ihres Geldes beraubt worden, das sie kurz zuvor am Geldautomaten an der Ecke Willem-van-Vloten-Straße/Semerteichstraße abgehoben hatte. Die Polizei fahndet nun nach dem jungen Täter.mehr...

Revision in höchster Instanz

Weihnachtsmord von Hörde: BGH bestätigt lebenslange Haftstrafe

DORTMUND Fast drei Jahre nach dem sogenannten Weihnachtsmord an dem 41-jährigen Dirk W. aus Hörde hat der Bundesgerichtshof die lebenslange Haftstrafe für den verurteilten Mörder bestätigt. In einem kleinen Teilaspekt hatte die Revision des Angeklagten aber Erfolg.mehr...