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Vonovia-Pläne an der Harkortstraße

Mieter gründen Protest-Initiative gegen Innenhof-Bebauung

Hombruch Der Widerstand gegen die geplante Bebauung eines Innenhofs an der Harkortstraße wächst. Nun haben Anwohner eine Protest-Initiative gegründet. Im Streit mit Vermieter Vonovia geht es auch um verwilderte Gärten - und um eine unehrliche Kommunikation.

Mieter gründen Protest-Initiative gegen Innenhof-Bebauung

Der Protest gegen das Vonovia-Bauprojekt in einem Innenhof an der Harkortstraße wächst. Anwohner haben eine Interessengemeinschaft gegründet.

Renate Thomsen blickt wehmütig auf den Innenhof. „Das hier ist unsere grüne Oase“, sagt sie über die mit alten Bäumen bewachsene Grünfläche, die nach Vonovias Plänen bald einem Gebäudekomplex mit 35 Wohnungen weichen soll. „Dann sehen wir hier nur noch Beton“, fügt Heike Kreis hinzu.

Gemeinsam mit Frank Thomsen haben die beiden Frauen eine Interessengemeinschaft gegen das Bauprojekt gegründet. Mehr als 50 Anwohner haben sich der bereits angeschlossen. Es wären noch mehr, hätten nicht viele Mieter Angst, sich öffentlich zu äußern, meint Kreis. „Ich habe keine“, sagt sie.

Martin Hilgenhöfer hat am Computer eine Fotomontage erstellt, die einen vierstöckigen Neubau wenige Meter neben den bestehenden Gebäuden zeigt. „Hier wird es bald richtig dunkel“, fürchtet er. „Dann kann man nachmittags das Licht einschalten“, sagt Monika Gülsuyu.

Wütende Anwohner

Lediglich sechs Meter soll der Abstand von Fenster zu Fenster betragen. „Solche Details erfahren wir nur aus der Zeitung. Über die Pläne wurden wir von Vonovia bis heute nicht informiert“, klagt Gülsuyu.

Das Bauprojekt ist nicht nur bei den Anwohnern umstritten. In der Bezirksvertretung Hombruch sprachen sich Vertreter aller Parteien gegen das Vorhaben aus. Lediglich Bezirksbürgermeister Hans Semmler (CDU) stimmte für die Empfehlung in der Verwaltungsvorlage.

HOMBRUCH Nicht nur im Kreuzviertel will das Wohnungsbauunternehmen Vonovia bestehende Freiräume in Innenhöfen zubauen - auch einem Wohnblock in der Hombrucher Harkortstraße blüht das gleiche Schicksal. Hier sollen gleich zwei Neubauten entstehen. Die Geschichten gleichen sich: Die Anwohner sind wütend, die Politiker auch. Doch Vonovia hält an den Plänen fest.mehr...

„Unehrlich“ und „irreführend“ nannte SPD-Fraktionssprecher Markus Demtröder die Vorlage. In mehreren Passagen suggeriere der Text, es bestünde wenig Interesse seitens der Mieter, ihre Gartenparzellen im Innenhof zu nutzen. So heißt es in der Vorlage, der Innenhof werde „mit abnehmender Tendenz in Form von Mietergärten durch die Bewohner“ genutzt. Und weiter: „Die Gärten wirken insgesamt vernachlässigt und eignen sich nicht als Spielflächen für Kinder.“

Was nicht darinsteht: Vonovia selbst hat vielen Mietern die Pachtverträge gekündigt. „Vonovia nutzt hier einen Zustand, den sie selbst herbeigeführt hat, um in ihrem Sinne zu argumentieren“, vermutet Demtröder.

Vonovia: "Haben Nutzung der Grabeländer nicht untersagt"

Der Text stammt vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt. „Für das Bebauungsplan-Verfahren wurden spezifische Fachgutachten erstellt. Die zitierten Passagen geben die gutachterlichen Aussagen wieder“, erklärt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter. Inwiefern die Gutachten auf Angaben von Vonovia beruhen, bleibt offen.

Vonovia bestreitet die Vorwürfe. „Wir haben den Mietern die Nutzung der Grabeländer nicht untersagt“, antwortet Vonovia-Pressesprecherin Bettina Benner auf eine Anfrage dieser Redaktion. Stattdessen habe man lediglich keine neuen Gärten vergeben. „Es wurden keine Kündigungen ausgesprochen“, schob sie auf erneute Nachfrage hinterher. Auch Aufforderungen zur Räumung habe es nie gegeben.

Dokumente belegen das Gegenteil 

Dieser Redaktion liegen aber Dokumente vor, die das Gegenteil belegen. Mehr als ein Dutzend Mieter erhielten ein Schreiben, das mit „Nutzungsentziehung Garten“ überschrieben ist. Die Gärten seien von einer Maßnahme zur „Verbesserung und Umgestaltung des Wohnumfeldes“ betroffen, so die Mitteilung. „Aus diesem Grund müssen wir ihnen leider die Nutzung des Gartens entziehen.“

Angesprochen auf den Zustand ihres Gartens gerät Marion Hoffmann in Rage. „Verwildert? Das ist doch ein Witz“, wettert sie. „Unsere Gärten waren immer gepflegt“, pflichten ihr Kreis und Gülsuyu bei. Im vergangenen Jahr seien diese jedoch wegen herumstehender Baugerüste monatelang unzugänglich gewesen. Danach flatterte die Kündigung ins Haus. „Warum sollte ich dann noch etwas am Garten machen?“, fragt Hoffmann.

Der Garten ist jetzt geräumt und die Pflanzen wuchern. Bald soll hier gebaut werden. „Nur noch sporadisch als Mietergärten genutzte Flächen werden einer neuen Nutzung zugeführt“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung.

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