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Zeche Zollern

Neue Ausstellung zeigt die Welt unter unseren Füßen

DORTMUND Die Welt hört unter unseren Füßen nicht auf. In der Erde gibt es ein zweites Leben – besonders im Ruhrgebiet. Mit Mythen und Legenden, mit Bergbau und Energie, mit dem Leben in einer zweiten Stadt beschäftigt sich ab Samstag die Ausstellung „Über Unterwelten“ in Dortmund. Ein Rundgang in Bildern.

Neue Ausstellung zeigt die Welt unter unseren Füßen

Museumsleiter Dirk Zache (r.) und LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch mit einer 2000 Jahre alten Mumie.

„Über Unterwelten“ ist in vier Themengebiete unterteilt. Die Besucher beginnen ihre Reise in der Totenwelt der Ägypter. In diesem kulturgeschichtlichen Teil geht es um die Mythen und Legenden rund um die Unterwelt. Nicht nur bei den Ägyptern, auch bei den Griechen und in verschiedenen Relgionen.

Ein Rundgang durch die Unterwelt

Die Ausstellung ist in vier Themengebiet eingeteilt. Los geht's mit den Mythen und Legenden um die Unterwelten - vor allem in der Antike. Dabei geht es auch im Idole.
300 Exponate sind in der Ausstellung zu sehen. Die ältesten und kostbarsten gleich zu Beginn. Diese Mumie ist 2000 Jahre alt.
Personen aus der Oberschicht haben sich damals mumifizieren lassen, um ihren Körper für die Ewigkeit herrichten zu lassen. Die Ägypter glauben an ein Jenseits, ein Totenreich, in dem alle Menschen auf dem Feld arbeiten mussten.
Eine sehr friedliche Vorstellung von der Unterwelt hatten die Griechen in der Antike. Abgebildet auf dieser 2000 Jahre alten Vase.
Etliche antike Gegenstände zeigen die zahlreichen Vorstellungen von der Unterwelt.
Teilweise sind diese sehr düster und brutal.
Auch die Christen haben ihr Unterwelt-Modell: Sie glauben an die Hölle. Diese 13 Szenen aus dem Mittelalter zeigen den Gang durch die Hölle.
Interessant - und leicht zu übersehen - ist die Installation von Pipilotti Rist. In einem nur wenige Zentimeter großen Loch im Boden ist ein Mini-Video zu sehen: Es zeigt eine schreiende Frau, die von Lava umgeben ist. Ein Blick nach oben und unten lohnt sich in der Ausstellung.
Der zweite Ausstellungsteil befasst sich mit dem Bergbau. Und dort geht's auch um den Mythos vom Echten Kerl. Diese Figuren zeigen ein paar Bergbau-Kerle.
Auch die Bergleute, die einen gefährlichen Job gemacht haben, glaubten an Heilige: Die Heilige Barbara war Schutzpatron und Identifikationsfigur für die Bergleute.
Viele Bilder zeigen, unter welchen Bedingungen auf engstem Raum die Bergleute unter Tage gearbeitet haben.
Gerade im Ruhrgebiet gehört der Bergbau zum Bild von der Unterwelt untrennbar dazu.
Auch die Rolle der Frau im Bergbau ist ein wichtigste Element der Ausstellung. Im Ruhrgebiet halfen die Frauen nur über Tage. In anderen Gebieten, zum Beispiel in der Ukraine, mussten auch Zwangsarbeiterinnen unter der Erde arbeiten.
Projektleiter Dr. Eckhard Schinkel ist in die Dahlbusch-Bombe geklettert. Mit dieser engen Kapsel sind 1963 die elf verschütteten Bergleute des Grubenunglücks von Lengede gerettet worden.
Schinkel wollte demonstrieren wie eng diese Kapsel ist. Museumsdirektor Dirk Zache (l.) und LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch halfen ihm beim rein- und rausklettern. Die Kapsel ist eine Nachbildung, an der Decke hängt ein Prototyp.
Teil drei der Ausstellung befasst sich mit der zweiten Stadt unter unseren Füßen. Dieses etwa 100 Jahre alte Wasserklosett markiert die Schnittstelle zwischen Ver- und Entsorgung. Dafür wurde ein Netz an Abwasserkanälen unter der Erde gebaut.
Diese Karten zeigen die Entwicklung des Ruhrgebiets: 1840 war die Region kaum bebaut, heute ist sie eines der dichtbesiedelsten Gebiete des Landes.
Was sich alles aus Kohle herstellen lässt, zeigt diese Wand: Kleider, Strümpfe, Ketten, Telefone sind aus Perlon, einer Kunststofffaser aus Steinkohleteer.
Solche großen Rohre werden heute unter der Erde verlegt.
Früher, zu Beginn des Kanalbaus, war das Prozedere deutlich komplizierter. Die Ausstellung zeigt den Vergleich.
Und sie zeigt auch, wie Kanäle heute gewartet werden - dafür müssen die Arbeiter dann wieder ins Reich unter der Erde eintauchen.
Wolfgang Kirsch vor einem Bild, das einen Blick in die Kanalisation zeigt.
Während des zweiten Weltkriegs war die Unterwelt auch Schutz: In Dortmund wurde ein vier Kilometer langes Bunkersystem unter der Innenstadt errichtet. In Gladbeck wurde ein ganzes Krankenhaus unter Tage weitergeführt.
Ein Exkurs: 500 Schüler haben sich ebenfalls mit dem Thema Unterwelt befasst. Die Ergebnisse sind in dieser kleinen Bibliothek zu sehen.
Das Eidophusikon ist quasi der Vorgänger des Kinos. Es wurde für die Ausstellung gebaut.
Ehrenamtliche Mitarbeiter führen mit diesem Bilder-Theater die Schauergeschichte "Als die Hölle auf Erden kam" auf.
Um Energiegewinnung geht's im letzten Teil der Ausstellung. Fracking ist ein wichtiges Thema. Die Gasbohrungen sind umstritten. Kritiker befürchten Umweltschäden - das zeigt diese Collage.
Ab 2018 wird Steinkohle in Deutschland nicht mehr gefördert. Energie können die Schächte und Stollen trotzdem liefern. Wärme aus Grubenwasser und Grubengas ist möglich - Modelle dazu werden in der Ausstellung vorgestellt. Außerdem soll das Thema greifbar gemacht werden. Deshalb können die Besucher auf einer vibrierenden Plattform Bohrungen in der Erde spüren und hören.

Weiter geht's mit dem Bergbau und der zweiten Stadt, die sich unter unseren Füßen ausbreitet mit Kanälen, Leitungen, Tunneln und U-Bahnen. Abgeschlossen wird die Ausstellung mit dem Thema Energie, die aus der Erde gewonnen wird. Projektleiter Eckhard Schinkel erklärt: „Stiller Leitgedanke der Ausstellung ist der achtsame Umgang mit Mutter Erde.“

Zeiten und Eintritt




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