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Missundestraße 80

Neue Zukunft für Schrottimmobilie in der Nordstadt

Dortmund Seine besten Zeiten als Wohnhaus hat das Gebäude an der Missundestraße 80 lange hinter sich. Nicht allein das mit Löchern versehene Dach ist sanierungsbedürftig – alle vier Geschosse müssen umfassend erneuert werden. Dennoch scheint das Haus nun wieder eine Zukunft zu haben.

Neue Zukunft für Schrottimmobilie in der Nordstadt

Das heruntergekommene Haus an der Missundestraße 80 soll umfassend saniert und anschließend an „Echt Jugendhilfe“ vermietet werden. Foto: Gregor Beushausen

Das Haus gehört zu jenen „Schrottimmobilien“ in der Nordstadt, die nur mit hohem Aufwand wieder zu Wohnzwecken hergerichtet werden können. Hausherr ist die Stiftung „Soziale Stadt“. Sie hat das leer stehende Gebäude im September 2016 erworben.

Jetzt gibt es einen Plan: Die Stiftung Soziale Stadt bringt das Gebäude über ihre gemeinnützige Tochter Grünbau GmbH auf Vordermann und verkauft es danach an die Stadt. Die wiederum vermietet das dann bewohnbare Haus an den freien Träger „Echt Jugendhilfe“. Der kümmert sich vorwiegend um Jugendliche, die in üblichen Wohngruppen nicht klar kommen.

Mitte 2018 fertig

Stimmt der Finanzausschuss des Rates dem Vorhaben im November zu, können die Sanierungsarbeiten starten: Dabei setzt Grünbau nach dem gewohnten Muster rund zehn Langzeitarbeitslose ein, die unter Anleitung von Fachfirmen qualifiziert werden. Mitte 2018, so der Zeitplan, soll das Gebäude schlüsselfertig übergeben werden. Rund 350 Quadratmeter Wohnfläche stehen nach der Sanierung zur Verfügung, zuzüglich weiterer Flächen im Dach- und Erdgeschoss.

Thomas Soer, Geschäftsführer der „Echt Jugendhilfe“, weiß ziemlich genau, was dort geschehen soll. „Wir wollen Jugendliche unterbringen, die in anderen Einrichtungen nicht zurechtgekommen sind und die Probleme haben, sich in Wohngruppen einzugliedern.“ Es gehe dabei um Jugendliche, die mit den üblichen Angeboten nur schwer zu erreichen seien. Etwa, weil sie keinerlei Bindung zum Elternhaus haben, psychische Probleme mit sich herumtragen oder sich nur unregelmäßig in der Schule blicken lassen. „Manche leben teilweise sogar auf der Straße“, sagt Soer.

30 Jugendliche in der Obhut

Für sie soll die Adresse Missundestraße 80 so etwas wie der letzte Rettungsanker werden. Sechs Wohnungen sind geplant, in die Jugendliche einquartiert werden. „Viele sind nur noch mit sehr individuellen Maßnahmen zu erreichen“, weiß Soer. Deshalb soll es eine 24-Stunden-Betreuung geben. Soer: „Die kann so weit gehen, dass wir den ein oder anderen Bewohner morgens beim Gang zur Schule begleiten.“ Mitunter stünden auch Auslandsaufenthalte auf dem Programm. „Wir arbeiten mit Projektstellen in Spanien und Estland zusammen“, sagt Soer. 2015 gegründet und 30 Mitarbeiter stark, hat "Echt Jugendhilfe" zurzeit rund 30 Jugendliche in der Obhut.

Rund 20 Wohnungen hat der Träger mittlerweile für seine Schützlinge angemietet – auch für solche, die bereits aus der Betreuung entlassen sind. „Auf dem freien Wohnungsmarkt wären ihre Chancen trotzdem eher schlecht“, sagt Soer.

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