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Vergewaltigungs-Prozess

Opfer flüchtete durch Fenster auf Baugerüst

DORTMUND Vor dem Landgericht Dortmund hat am Dienstag der Vergewaltigungsprozess gegen einen 27-jährigen Mann aus Hörde begonnen. Der Angeklagte soll im Mai seine Freundin eingesperrt, geschlagen, gewürgt und sexuell misshandelt haben. Das Opfer war schließlich durch ein Fenster auf ein Baugerüst geklettert und zu einer Nachbarin geflüchtet.

Opfer flüchtete durch Fenster auf Baugerüst

Wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung steht ein Dortmunder seit Dienstag vor dem Landgericht. Foto: Dieter Menne

In einer von seiner Verteidigerin Susanne Renner verlesenen Erklärung räumte der 27-Jährige die Schläge ein, bestritt jedoch vehement eine Vergewaltigung.

„Sex war an diesem Abend überhaupt kein Thema“, hieß es in der Erklärung. Auch die Behauptung, dass seine Freundin aus Angst vor weiteren Übergriffen durch ein Fenster geflüchtet sei, zieht der Mann in Zweifel. „Wir sind friedlich gemeinsam schlafen gegangen“, erklärt er dazu. Als er wach geworden sei, habe die Polizei vor der Tür gestanden.

Untersuchung im Krankenhaus soll Vergewaltigung bestätigt haben

Die Zeugin erinnert sich dagegen an einen ganz anderen Ablauf des Gewaltabends. Ihr Freund sei ausgerastet und habe sie auf dem Boden liegend bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt.

„Als ich dann wieder wach wurde, war ich fast nackt“, sagte sie den Richtern. Der Mann habe sie schließlich vergewaltigt, das habe auch eine Untersuchung später im Krankenhaus bestätigt.

Immer wieder Polizeieinsätze an der gemeinsamen Wohnung

Der Vorfall vom Mai war anscheinend der traurige Tiefpunkt einer von Schlägen, Alkohol und Drogen geprägten Beziehung. Immer wieder soll es in der Vergangenheit zu Polizeieinsätzen an der gemeinsamen Wohnung in Hörde gekommen sein.

„Ich weiß, dass Eifersucht dabei ein großes Thema war“, sagt der Angeklagte. Inzwischen habe er eingesehen, dass er sich von der Frau trennen müsse, um beide glücklich zu machen. „Ich verspreche, den Kontakt zu ihr auf jeden Fall zu meiden“, hieß es in der Erklärung. Zunächst einmal ist das aber kein Kunststück. Der 27-Jährige sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft.

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