Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Reaktion auf Fan-Kritik

Polizei zu Derby-Vorfällen: Weg der Schalker Ultras war zu gefährlich

DORTMUND Die Polizei Dortmund bestreitet den Vorwurf der BVB-Fanabteilung, den Schalker Gesprächspartnern im Arbeitskreis Derby nicht auf Augenhöhe begegnet zu sein. Der von den Schalkern vorgeschlagene Alternativroute zum Stadion sei zu gefährlich gewesen.

Polizei zu Derby-Vorfällen: Weg der Schalker Ultras war zu gefährlich

Eine Hundertschaft der Polizei vor dem Revierderby am Hauptbahnhof Dortmund. Foto: Foto: Peter Bandermann

Warum hat das Schalker Fan-Projekt zwei Tage vor dem BVB-Heimspiel am Samstag (27.11.) den „Arbeitskreis Derby“ verlassen? Weil die Polizei von oben herab kompromisslos-autoritär aufgetreten ist, um ausschließlich eigene Interessen durchzusetzen?

Nein, so funktioniere die Zusammenarbeit in dem aus beiden Vereinen, Stadt Dortmund, Fan-Vertretern, Verkehrsunternehmen und Polizei bestehende Arbeitskreis nicht. „Eine Grundhaltung ist, dass alle Beteiligten nach einer Lösung suchen. Das ist ein offener Austausch stets auf Augenhöhe. Auch wir müssen mit Entscheidungen leben, die uns nicht gefallen, dann aber das Beste daraus machen“, reagierte Polizeidirektor Andreas Wien auf die Kritik von Borussia Dortmunds Fanabteilung.


Die Fanabteilung hatte der Polizei vorgeworfen, mit einer am Dienstag (28.11.) veröffentlichten Presseinformation und Forderungen nach härteren Konsequenzen viel Porzellan zerschlagen und Fangruppen als Gesprächspartner weiter auf Distanz gebracht zu haben.

Auf die Fragen, wie alle Beteiligten doch noch an einen Tisch kommen könnten, sagte Andreas Wien als Leiter des Ständigen Stabs im Polizeipräsidium: „Reden. Einfach reden.“ Die Polizei verlasse auch nicht den Tisch, wenn sie von Fans öffentlich kritisiert werde oder ihre Interessen nicht durchsetzen könne.

Schalker wollten von der TU zum Stadion laufen

Das Fan-Projekt von Schalke 04 wollte das nach der Gewalt am Bolmker Weg („Flora“) erarbeitete Konzept der „getrennten Wege“ nicht länger akzeptieren. Die aktuelle Situation sei „gefährlich für Leib und Leben“ der Königsblauen. Dem Arbeitskreis legten sie eine Alternative vor:

Anreise bis zur Universität, von dort zu Fuß über Schönau weiter Richtung Stadion – auch über die Wittekindstraße und von dort über den „Rabenloh“ zum Nordeingang. Dazu Andreas Wies: „Wir haben die Szenarien rauf und runter geprüft und von vornherein gesagt, dass wir mit dieser Variante Probleme haben.“ Denn: Über die Wittekindstraße zieht auch der BVB-Fanmarsch. Die Wege von über 1000 Fans auch aus Ultra-Gruppen beider Vereine hätten sich am Rabenloh gekreuzt. Aus Sicherheitsgründen wollte die Polizei das nicht durchgehen lassen.

Kollegen aus Gelsenkirchen warnten Polizei Dortmund vor Anreise der Schalke-Fans

Vor dem Derby vereinbarten Schalker Fans dann eine individuelle Anreise, statt mit den kostenlos zur Verfügung gestellten Bussen anzureisen. Auf dem Parkplatz „D“ war Platz für 80 bis 100 Busse. Dort hielten laut Polizei nur rund 30. Gegen 11.30 Uhr starteten in verschiedenen Gelsenkirchener Stadtteilen zahlreiche Autos, die in Klein-Konvois über die Autobahnen das Union- und das Kreuzviertel ansteuerten. Eine am Donnerstag eingesetzte Ermittlungskommission der Polizei soll jetzt herausfinden, was genau die Schalker dabei im Schilde führten.

Fest steht: Szenekundige Beamte der Gelsenkirchener Polizei hatten die Dortmunder Kollegen darüber informiert, dass gewaltbereites Klientel unterwegs sei. Da beim letzten Derby in Dortmund im Hafen ein Aufeinandertreffen zwischen Dortmunder Ultras und befreundeten „Kölner Boyz“ auf der einen Seite und Schalker Fans auf der anderen Seite verhindert werden konnte, zählte die Polizei am Samstag eins und eins zusammen.

DORTMUND Das Dortmunder Kreuzviertel ist an Heimspiel-Tagen wegen seiner vielen Kneipen und der Nähe zum Stadion einer der großen Treffpunkte für BVB-Fans. Beim Derby kamen auch 600 Schalker ins Quartier. Mit Sturmhauben, Zahnschutz und Knüppeln im Gepäck. Was wollten die da?mehr...

Die These: Die Schalker Fans hätten durch das Kreuzviertel bis zum BVB-Fanmarsch vordringen wollen. Auf der Hohen Straße erkannte die Polizei Schalker Fans, die den Fanmarsch der Dortmunder auskundschafteten.

Was wäre passiert, wenn die Schalker Fans nicht aufgehalten worden wären?

Andreas Wien: „Ein Aufeinandertreffen wäre brandgefährlich gewesen.“ Die Polizei setze über 670 Schalker auf der Kuithanstraße fest, nachdem erste Gewalttaten begangen worden sind – und steht dafür in der Kritik. „Die Kritik nach dieser Situation ist mir lieber als die Kritik an der Polizei, wenn es zu schweren Auseinandersetzungen gekommen wäre.“ Schon 2012 hatten Gelsenkirchener Derby-Besucher auf der Lindemannstraße Dortmunder Fans angegriffen.

Die Ermittlungskommission soll die Ereignisse „penibel aufarbeiten“ und eine Frage klären. Der Polizeidirektor: „Was wäre passiert, wenn wir auf der Kuithanstraße nicht eingeschritten wären?“ Die Fans wurde sechs Stunden lang festgehalten, mussten ihre Personalien nennen, sich fotografieren lassen und durften nicht ins Stadion.

Andreas Wien: „Es sind einige wenige, die uns beim Derby Probleme machen. 78.000 andere Fans wollen einfach nur Fußball sehen und Spaß haben.“

DORTMUND Nach dem Revierderby hat sich Dortmunds Polizeipräsident für lebenslange Stadionverbote für gewaltbereite Fußball-Fans ausgesprochen. Vor dem Spiel des BVB gegen Schalke 04 hatte die Polizei über 700 Schalke-Fans im Kreuzviertel und im Unionviertel aufgehalten. Nur so hätten „massive Ausschreitungen mit vielen Verletzten“ verhindert werden können.mehr...

DORTMUND Die Beteiligten sollten runterfahren und wieder miteinander ins Gespräch kommen - dazu ruft die BVB-Fanabteilung in der Diskussion um das Revierderby am vergangenen Samstag auf. Das betreffe auch das Verhältnis zwischen Polizei, Vereinen und Fans. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema sowie zum Standpunkt der Fanabteilung der Borussen. mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Fotos aus Häusern der Reichen

Bildband zeigt Dortmunds private Schwimmbäder

DORTMUND In fremde Häuser zu schauen, ist spannend. Der Architekt Richard Schmalöer bietet mit seinem Bildband Einblicke in private Schwimmbäder. Und die atmen einen besonderen Zeitgeist. Unsere Bilderstrecke zeigt Impressionen von den schönsten privaten Schwimmbädern in Dortmund.mehr...

Themen der Sonntagszeitung

Der Herr der Flic-Flac-Action

Dortmund/ Lünen/ Schwerte Viel zu viele Motorradfahrer rasen durch eine viel zu enge Stahlkugel oder springen waghalsig über steile Rampen. Extreme Stunts sind für den Zirkus Flic Flac gerade gut genug. Benno Kastein hat Flic Flac 1989 gegründet. Gibt es eigentlich noch Artisten, die ihm nicht zu lahm sind? Im Interview in der Sonntagszeitung erzählt er davon.mehr...

DSW21

Verspätungen bei Bussen und Bahnen in Dortmund häufen sich

DORTMUND Busse und Bahnen der Dortmunder Stadtwerke (DSW21) sind im Jahr 2017 wohl noch etwas unpünktlicher als in den Vorjahren. Derzeit stecken sie oft im dichten Vorweihnachtsverkehr fest, Bahnen sind fast täglich in Unfälle verwickelt. Und: Es mangelt an der Information der Fahrgäste.mehr...

Geplantes Gewerbegebiet

Regionalverband bedroht das Werner Feld

LÜTGENDORTMUND Der Verein Pro-Feld trat an, um eine Straße durch das Werner Feld zu verhindern. Jetzt steht das Landschaftsschutzgebiet insgesamt vor dem Aus. Der Regionalverband Ruhr möchte es in ein Gewerbegebiet umwandeln.mehr...

Robustere Pflanzen

Stadt rüstet bei Kampf gegen Graffiti an B54-Gabionenwand auf

Dortmund Seit Jahren ist die mit Graffiti beschmierte Gabionenwand an der B54 in Höhe Rombergpark ein Ärgernis. Jetzt will die Stadt die Verschönerung neu in Angriff nehmen. Der Wunsch der Politik ist klar formuliert.mehr...

Ton-Studio

Monkey Moon Recordings: Dortmund hat eine neue Musik-Adresse

KÖRNE Seit Ende Oktober gibt’s in Dortmund ein neues Tonstudio. Eröffnet hat es Menny Leusmann. Er hat sich damit einen Traum erfüllt und will junge Bands unterstützen.mehr...