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Bertelsmann-Studie

Rätsel um Bevölkerungsentwicklung in Dortmund

DORTMUND Schrumpft oder wächst Dortmund? Eine neue Bevölkerungsprognose hat die Bertelsmann-Stiftung vorgestellt. Doch an den Zahlen der Studie gibt es bedeutende Zweifel. Wir machen den Faktencheck.

Rätsel um Bevölkerungsentwicklung in Dortmund

Dortmund aus der Luft - laut Bertelsmann-Studie eine schrumpfende Stadt. Die städtischen Statistiker und ihre Landeskollegen sehen das ganz anders.

Das sagt die Bertelsmann-Studie: 

Unter dem Titel "Wegweiser Kommunen" liefert die Bertelsmann-Stiftung mit Unterstützung diverser Projektpartner Daten und Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung. Die Grundtendenz: Das Land verliert Einwohner, die Städte gewinnen. Für Dortmund sagen die Experten allerdings einen leichten Bevölkerungsschwund bis 2020 voraus. 

Für das Jahr 2012 wird die Zahl von 572.087 Einwohnern genannt, die weitgehend den Angaben des Statistischen Landesamtes für den 31.12.2012 entspricht. An anderer Stelle wird auch die aktuelle Zahl für Ende 2013 von 575.944 wiedergegeben.

Rätselhaft ist vor diesem Hintergrund, warum für 2015 eine Bevölkerungszahl von 571.510 genannt wird  - entgegen dem tatsächlich positiven Trend der vergangenen Jahre 530 Menschen weniger als 2012. Nach Auskunft der Stiftung beruht diese Zahl auf einer Prognose, weil für 2015 (logischerweise) noch keine amtlichen Zahlen vorliegen. 

Als Prognose für das Jahr 2020 wird eine Einwohnerzahl von 566.010 für Dortmund genannt. 

Das sagt das Statistische Landesamt:

Letzte amtliche Zahl des Landes ist 578.236 Einwohner in Dortmund Ende Juni 2014. Die im April veröffentlichte Bevölkerungs-Vorausberechnung bis zum Jahr 2040 geht für Dortmund entgegen früheren Prognosen von einem Einwohnerzuwachs aus. 

Bis 2020 soll die Einwohnerzahl auf 593.000 steigen, bis 2025 auf 601.200. Für 2040 wird eine Zahl von mehr als 605.000 prognostiziert.

Das sagt die städtische Statistik:

Für Ende 2014 nennt die städtische Statistik die Zahl von 589.283 Einwohnern. Auch in diesem Jahr soll der Bevölkerungsanstieg vor allem durch Zuwanderer weiter anhalten, so dass die Stadt aktuell von mehr als 590.000 Einwohnern ausgeht. 

Wie die Experten des Landes gehen auch die Statistiker der Stadt davon aus, dass Dortmund in absehbarer Zeit wieder mehr als 600.000 Einwohner hat. 

Wie kommen die Unterschiede zustande?

Die Differenzen zwischen den Zahlen der Stadt und des Landes haben Tradition. Sie sind in unterschiedlichen Erfassungssystem begründet. Die städtischen Zahlen basieren auf aktuelleren Daten aus dem Einwohnerregister. Das Statistische Landesamt schreibt die Daten der letzten Zensus-Erhebung von 2011 fort. Schon damals lagen die Zensus-Zahlen um 1,6 Prozent niedriger als die städtischen.

Die Prognose der Bertelsmann-Stiftung geht von einem geringeren Effekt der Zuwanderung nach Dortmund aus. Dort blickt man vor allem auf die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung, also auf die Tatsache, dass mehr Menschen sterben als geboren werden. 

Warum allerdings der amtlich festgestellte Zuwachs der letzten Jahre nicht in die Prognose eingeflossen sind, bleibt unklar. 

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