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Prozess um Silvester-Unglück

Rechtsmediziner enthüllt grausige Details zu Verletzungen

Dortmund/Bochum Im „Böller-Prozess“ gegen einen Lütgendortmunder Gastwirt (51) hat Rechtsmediziner Dr. Andreas Freislederer mit dramatisch klaren Worten die Verletzungen der beiden Hauptopfer erklärt. „Die massive Druckwirkung hat das Beingewebe regelrecht weggerissen“, sagte der Mediziner am Freitag im Prozess zu dem Silvester-Unglück im Hotel Jammertal.

Rechtsmediziner enthüllt grausige Details zu Verletzungen

Der Angeklagte (l.) und sein Anwalt beim Prozess-Auftakt.

Wie am Bochumer Landgericht bekannt wurde, handelte es sich bei der Unglücksbatterie, die der geständige Angeklagte in der Silvesternacht 2015/2016 vor dem Hotel Jammertal gezündet hat, um einen so genannten „Blitzknallsatz“. Zunächst sorgt eine Druckwelle für den blitzartigen Ausstoß des Sprengsatzes, anschließend explodiert der „Böller“ und entfaltet dabei eine unfassbar große Hitze.

Fakt ist: Am 1. Januar 2016 wurden durch Böller-Querschläger aus der umgekippten „Unglücksbatterie“ des Angeklagten zahlreiche Partygäste schwer verletzt. Einer Mitarbeiterin des Hotels musste ein Unterschenkel amputiert werden. Die Frau hatte überhaupt keine Chance, so der Rechtsmediziner.

Sie hatte sich direkt in der Abschussrichtung eines kurz darauf vor ihr explodierenden Böllers befunden. „Die Druckwirkung hat das Weichteilgewebe des rechten Beines zerrissen, die massive Hitze das betroffene Gewebe durch Verbrennung unwiederbringlich zerstört“, so Dr. Freislederer. Eine Amputation sei in diesem Fall leider absolut nicht zu verhindern gewesen.

DORTMUND/DATTELN „Ich hätte alles zugeben sollen“: Mit einer reumütigen Erklärung des angeklagten Dortmunder Gastronoms ist am Dienstag der Prozess um den schrecklichen Silvesterunfall am Dattelner Wellnesshotel Jammertal fortgesetzt worden.mehr...

Eine weitere, ebenfalls von explodierenden Böllern im Beinbereich getroffene Frau, habe dagegen riesiges Glück im Unglück gehabt. „Gottseidank“, so der Rechtsmediziner, „muss man hier sagen, dass die Einsprengungen nur bis zu ein Zentimeter tief gingen. Dieser Umstand hat der Frau ihr Bein gerettet.“

Der angeklagte Gastronom, der damals auch mit seiner Familie im Jammertal Silvester gefeiert hatte, hat im Prozess bereits zugegeben, die „Unglücksbatterie“ gezündet zu haben. Die in Deutschland nicht zugelassene Raketenbox will er zuvor in seinem Lütgendortmunder Lokal von einem Vertreter gegen vier Pizzen eingetauscht haben.

DORTMUND/BOCHUM Tränen und immer wieder Worte des Bedauerns: Im Prozess um den schrecklichen Silvesterunfall von Datteln hat sich der angeklagte Gastrom aus Dortmund am Freitag gleich mehrfach unter Tränen bei den Betroffenen entschuldigt.mehr...

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