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Kritik an Polizei

SPD-Ratskandidat ist wütend über Drogenhandel am Borsigplatz

DORTMUND Volkan Baran (SPD) ist wütend auf die Dortmunder Ordnungsbehörden. Er wirft ihnen vor, nicht genug gegen den öffentlichen Drogenhandel am Borsigplatz zu tun. Die Polizei sieht das ganz anders.

SPD-Ratskandidat ist wütend über Drogenhandel am Borsigplatz

Volkan Baran wirft den Ordnungsbehörden starke Versäumnisse beim Kampf gegen Drogendealer am Borsigplatz vor.

Volkan Baran (SPD), der am Borsigplatz erneut für den Rat kandidiert, gibt dem dort angestauten Bürgerzorn eine Stimme: „Exzessiv und ungestört von den Ordnungsbehörden“ werde am Borsigplatz mit Drogen gehandelt.In Spielhallen, Internetcafes oder direkt auf der Straße gingen die Dealer ihrem Geschäft nach. Kinder würden bereits in frühem Alter als Drogenkuriere und Kleindealer angeworben.Hohngelächter über die Polizei Baran: „Man kann schon explodieren, wenn man die Dreistigkeit sieht, wie während einer roten Ampelphase an der Ecke Borsigstraße/Borsigplatz 50-Euroscheine und kleine Päckchen die Besitzer wechseln, daneben stehen drei Omas mit ihren Einkaufstüten.“ Wenn ein Polizeifahrzeug den Borsigplatz umkreise, hielten die Dealer bei ihren Aktivitäten zwei Minuten inne.  Die stereotype „Gebetsmühle“ der Polizei, man jage „die großen Fische“ treffe am Borsigplatz inzwischen auf Hohngelächter. „Seit Jahren haben libanesische Verteilkartelle die Wohnbereiche unter sich aufgeteilt, derzeit lassen Messerstechereien darauf schließen, dass der ,Drogenstadtplan‘ Borsigplatz neu aufgestellt wird“, schimpft Baran.  

An die Drahtzieher

 „Wir sind da schon lange unterwegs“, kontert Polizeisprecher Kim Ben Freigang. „Doch wenn man nachhaltig etwas tun will, muss man an die Drahtzieher.“ Gleichzeitig arbeite die Polizei an einem übergreifenden Konzept. Man sei für jeden Hinweis dankbar (Notruf oder Kriminal-Dauerdienst, Telefon 0231 - 1 32 74 41), benötige aber gerichtsverwertbare Zeugen. Um der Kriminalität den Nährboden zu entziehen, bedürfe es auch Maßnahmen zur Stadtteilentwicklung. Freigang: „Da arbeiten wir mit der Stadt eng zusammen.“Volkan Baran sieht den Erfolg im Kampf gegen den Drogenhandel bislang kritisch: Diese Form der „Nahversorgung“ am Borsigplatz habe von der Polizei nichts zu befürchten, meint er.

Sorgen um Nahversorgung

 Sorgen macht er sich dagegen um die Nahversorgung mit Geschäften im herkömmlichen Sinn. Mit der Schließung des Edeka-Marktes am 11. Mai habe der Borsigplatz seinen zentralen Verbrauchermarkt verloren. Die Schließung sei ein trauriger Höhepunkt in einer Kette von jüngsten Geschäftsaufgaben, die 2011 mit der Schlecker-Filiale in der Oestermärsch begonnen und sich mit der Deutschen Bank am Borsigplatz sowie der Metzgerei Schlinger in der Oesterholzstraße fortgesetzt habe.  

Schlüsselimmobilie

 Baran: „Das Geschäftsleben wird hier ausgetrocknet.“ Der Edeka sei eine Schlüsselimmobilie, die alle umliegenden Fachgeschäfte am Borsigplatz mit der nötigen Kundenfrequenz versorge. Auch Marlies Nordhoff, Geschäftsführerin des Gewerbevereins Borsigplatz, fürchtet nun erhebliche Umsatzeinbußen für die Gewerbetreibenden, die sich bisher noch ringförmig um den Platz gruppieren. Von Vermietern, der Wirtschaftsförderung und dem Quartiersmanagement fordern sie, einen Nachmieter mit Vollsortiment für den Verbrauchermarkt zu finden.

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