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Alle gegen Vonovia

SPD und Anwohner kritisieren geplantes Bauprojekt

HOMBRUCH Montagabend, kurz vor halb sieben. Das laue Spätsommerwetter verheißt einen angenehmen Tagesausklang – jedoch nicht für rund 20 Anwohner der Karlsbader Straße, die an diesem Abend einer Einladung der Hombrucher SPD gefolgt sind. Die widmeten ihren Feierabend einem Thema, das ihnen sauer aufstößt - den umstrittenen Vonovia-Plänen zur Bebauung eines Innenhofs.

SPD und Anwohner kritisieren geplantes Bauprojekt

Protestmarsch als Vorsichtsmaßnahme. Um von Vonovia nicht des Geländes verwiesen zu werden, gingen die Teilnehmer zur benachbarten AWO-Begegnungsstätte.

Zwischen Aussigring, Egerstraße, Harkortstraße und Karlsbader Straße will die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia einen circa 80 Meter langen drei- bzw. viergeschossigen Baukörper mit 35 Wohneinheiten samt untergestellten Parkplätzen errichten.

Innenhof sei verwildert

Die Bewohner der umliegenden Häuser würden hierdurch ihre Gärten verlieren. Nutzen können sie diese bereits zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr. „Die Gärten wurden bis vor anderthalb Jahren bewirtschaftet. Dann wurde die Nutzung seitens der Vonovia gekündigt. Die Schreiben dazu liegen der SPD vor“, erklärt Markus Demtröder, Sprecher der Sozialdemokraten in der Hombrucher Bezirksvertretung – und beschreibt das Verhalten der Gesellschaft als „Farce“: Nach dem Nutzungsentzug sei der Innenhof verwildert. Die Vonovia, so Demtröder, führe diesen selbst verursachten Zustand nun als Grund an, die Fläche anderweitig zu nutzen.

Neben dem Verlust der Gärten, bei dem auch ein Großteil der Bäume im besagten Bereich weichen müsste, fürchten Anwohner und SPD auch eine Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und die Verengung der Lage. Auch sei für die Versiegelung der Grünfläche kein Ausgleich an anderer Stelle vorgesehen und die Bezirksvertreter in Hombruch seien erst kurz vor der Abstimmung der Bezirksvertretung am 4. Juli über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt worden. Bis auf Bezirksbürgermeister Hans Semmler hatten sich dort alle Teilnehmer gegen die Pläne ausgesprochen.

"Kann es auch kleiner sein?"

Im weiteren Verlauf des Abends kam auch der SPD-Ratsvertreter Norbert Schilff hinzu: „Im Gespräch mit der Vonovia habe ich zwei Fragen gestellt. Kann es auch kleiner sein? Da hieß es nein, dann rechnet es sich nicht. Kann es woanders sein? Das wäre schon möglich“. Als Alternative diskutierten die Anwesenden etwa den nahegelegenen Parkplatz am Aussigring, an dessen Stelle ein Wohnhaus mit Tiefgarage samt allen bisherigen und neu hinzu-kommenden Parkplätzen entstehen könnte.

Über den weiteren Fortgang des Projekts berät der Umweltausschuss am 20. September. Danach liegt die Entscheidung beim Rat der Stadt. Abschließend erklärten die SPD-Vertreter den Anwohnern, dass sie bis es so weit ist um weitere Unterstützung zur Ablehnung des Vorhabens werben würden. „Es ist wichtig, dass wir hier Stärke zeigen. Ähnliche Vorhaben sorgen gerade auch im Kreuzviertel für Aufsehen, die Entscheidung könnte also richtungsweisend für Dortmund sein“, so Volker Schultebraucks von der Hombrucher Bezirksfraktion.

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