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So viel Geld stecken Dortmunds Bundestagskandidaten in ihren Wahlkampf

Wir haben zwölf Dortmunder Bundestagskandidaten gefragt, ob sie einen Teil der Kosten ihres Wahlkampfes selber tragen - und wie viel Geld sie dafür aufwenden.

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Marco Bülow, seit 2002 für die SPD im Bundestag, hat ein eigenes Wahlkampfkonto. Schon deshalb, weil er schon erste Dinge bestelle, bevor es mit dem Wahlkampf richtig losgehe, sagt er. Dafür nehme er auch Spenden an, allerdings „nur Kleinspenden, keine von Firmen“. Unterm Strich buttere er „ein paar tausend Euro“ aus der eigener Tasche hinzu, zum Beispiel für den Wahlkampf-Bulli, der dann auch noch einen Unfall hatte, für Bühne, Räume, Catering, eine professionell gestaltete Internetseite, Spritgeld für das Wahlkampf-Team, das bei seinem Einsatz auch mal Hunger oder Durst hat. „Klar, lade ich die ein“, sagt Bülow.
Marco Bülow, seit 2002 für die SPD im Bundestag, hat ein eigenes Wahlkampfkonto. Schon deshalb, weil er schon erste Dinge bestelle, bevor es mit dem Wahlkampf richtig losgehe, sagt er. Dafür nehme er auch Spenden an, allerdings „nur Kleinspenden, keine von Firmen“. Unterm Strich buttere er „ein paar tausend Euro“ aus der eigener Tasche hinzu, zum Beispiel für den Wahlkampf-Bulli, der dann auch noch einen Unfall hatte, für Bühne, Räume, Catering, eine professionell gestaltete Internetseite, Spritgeld für das Wahlkampf-Team, das bei seinem Einsatz auch mal Hunger oder Durst hat. „Klar, lade ich die ein“, sagt Bülow.

Foto: Stephan Schütze

Sabine Poschmann, seit 2013 Bundestagsabgeordnete, hat in den vergangenen vier Jahren monatlich etwas für den Wahlkampf zurückgelegt und nun rund 15.000 Euro für diesen Bundestagswahlkampf aus dem privaten Portemonnaie. Davon hat sie unter anderem das Team Poschmann beim Drachenbootrennen auf dem Phoenix-See ausgestattet, eine Musikband beim Berghofen-Fest finanziert und eigene Faltblätter für bestimmte Zielgruppen drucken lassen.
Sabine Poschmann, seit 2013 Bundestagsabgeordnete, hat in den vergangenen vier Jahren monatlich etwas für den Wahlkampf zurückgelegt und nun rund 15.000 Euro für diesen Bundestagswahlkampf aus dem privaten Portemonnaie. Davon hat sie unter anderem das Team Poschmann beim Drachenbootrennen auf dem Phoenix-See ausgestattet, eine Musikband beim Berghofen-Fest finanziert und eigene Faltblätter für bestimmte Zielgruppen drucken lassen.

Foto: Stephan Schütze

Steffen Kanitz, seit 2013 CDU-Bundestagsabgeordneter, hat nach eigener Aussage zwischen 8000 und 10.000 Euro an Wahlkampfspenden eingesammelt: „Mein Anspruch ist es, das Geld nicht komplett auszugeben, und der Partei die 5000 Euro, die sie [für meinen Wahlkampf, die Redaktion] zugesteuert hat, zurückzuzahlen.“ Was er nicht mache, sei eine Materialschlacht. Er zahle zum Beispiel 500 Euro für die T-Shirts, Polo-Shirts und Taschen seines Wahlkampfteams, beteilige sich an den Kosten für die Wesselmänner, gebe rund 50 Euro am Tag aus für die Verpflegung der Wahlhelfer und übernehme die Spritkosten der Fahrzeuge sowie die Ausgaben für die Homepage und die Facebook-Betreuung.
Steffen Kanitz, seit 2013 CDU-Bundestagsabgeordneter, hat nach eigener Aussage zwischen 8000 und 10.000 Euro an Wahlkampfspenden eingesammelt: „Mein Anspruch ist es, das Geld nicht komplett auszugeben, und der Partei die 5000 Euro, die sie [für meinen Wahlkampf, die Redaktion] zugesteuert hat, zurückzuzahlen.“ Was er nicht mache, sei eine Materialschlacht. Er zahle zum Beispiel 500 Euro für die T-Shirts, Polo-Shirts und Taschen seines Wahlkampfteams, beteilige sich an den Kosten für die Wesselmänner, gebe rund 50 Euro am Tag aus für die Verpflegung der Wahlhelfer und übernehme die Spritkosten der Fahrzeuge sowie die Ausgaben für die Homepage und die Facebook-Betreuung.

Foto: Stephan Schütze

Sein Parteikollege Thorsten Hoffmann, der im Januar 2015 für Ronald Pofalla in den Bundestag nachgerückt ist, steckt in seine zweite Kandidatur 6000 Euro eigenes Geld - allerdings ohne einen aussichtsreichen Listenplatz. Seine einzige Chance ist, das Direktmandat gegen Marco Bülow zu gewinnen.
Sein Parteikollege Thorsten Hoffmann, der im Januar 2015 für Ronald Pofalla in den Bundestag nachgerückt ist, steckt in seine zweite Kandidatur 6000 Euro eigenes Geld - allerdings ohne einen aussichtsreichen Listenplatz. Seine einzige Chance ist, das Direktmandat gegen Marco Bülow zu gewinnen.

Foto: Stephan Schütze

Der grüne Bundestagsabgeordnete (seit 2002) und -kandidat Markus Kurth schätzt seine privaten Wahlkampfkosten auf 2000 Euro. „Dafür versuche ich, Spender zu finden.“
Der grüne Bundestagsabgeordnete (seit 2002) und -kandidat Markus Kurth schätzt seine privaten Wahlkampfkosten auf 2000 Euro. „Dafür versuche ich, Spender zu finden.“

Foto: Stephan Schütze

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Die grüne Bundestagskandidatin Ingrid Reuter verzichtet darauf, eigenes Geld in den eigenen Wahlkampf zu stecken. Wie bei anderen Parteien auch, gibt es bei den Grünen die „freiwillige Verpflichtung“ für Mandatsträger, regelmäßig bestimmte Beträge an die Partei zu spenden. Bei den Grünen seien diese besonders hoch. Reuter: „Darüber hinaus tue ich bis auf die Fahrtkosten nichts von meinem eigenen Geld dazu.“
Die grüne Bundestagskandidatin Ingrid Reuter verzichtet darauf, eigenes Geld in den eigenen Wahlkampf zu stecken. Wie bei anderen Parteien auch, gibt es bei den Grünen die „freiwillige Verpflichtung“ für Mandatsträger, regelmäßig bestimmte Beträge an die Partei zu spenden. Bei den Grünen seien diese besonders hoch. Reuter: „Darüber hinaus tue ich bis auf die Fahrtkosten nichts von meinem eigenen Geld dazu.“

Foto: Stephan Schütze

Auch bei der Partei Die Linke muss man für all‘ das selber zahlen, was über den Standard hinausgeht. „Für die eine oder andere Idee werden Spenden gesammelt“, berichtet die Dortmunder Kandidatin Ulla Jelpke. Den Verteilungskampf ums Geld gebe es eigentlich vorher, wenn festgelegt werde, welches Bundesland wie viel Geld und wie viele Plakate für den Wahlkampf bekomme.
Auch bei der Partei Die Linke muss man für all‘ das selber zahlen, was über den Standard hinausgeht. „Für die eine oder andere Idee werden Spenden gesammelt“, berichtet die Dortmunder Kandidatin Ulla Jelpke. Den Verteilungskampf ums Geld gebe es eigentlich vorher, wenn festgelegt werde, welches Bundesland wie viel Geld und wie viele Plakate für den Wahlkampf bekomme.

Foto: Stephan Schütze

Die Jurastudentin Celine Erlenhofer, die ebenfalls für Die Linke antritt, lebt von dem Stipendium einer Gewerkschaftsstiftung. Das reiche gerade mal für Wohnung und Bücher. „Ich plakatiere selbst, verteile selbst und stecke selbst. Das meiste an Transporten mach ich mit Bus und Bahn – und meinem Semesterticket.“
Die Jurastudentin Celine Erlenhofer, die ebenfalls für Die Linke antritt, lebt von dem Stipendium einer Gewerkschaftsstiftung. Das reiche gerade mal für Wohnung und Bücher. „Ich plakatiere selbst, verteile selbst und stecke selbst. Das meiste an Transporten mach ich mit Bus und Bahn – und meinem Semesterticket.“

Foto: Stephan Schütze

FDP-Kandidat Max Zombek kommt ebenfalls ohne persönliches Geld im Wahlkampf aus. „Das erwartet man bei uns auch nicht. Außerdem diskutiere ich lieber kontrovers mit Bürgern, als Kugelschreiber abzugeben.“
FDP-Kandidat Max Zombek kommt ebenfalls ohne persönliches Geld im Wahlkampf aus. „Das erwartet man bei uns auch nicht. Außerdem diskutiere ich lieber kontrovers mit Bürgern, als Kugelschreiber abzugeben.“

Foto: Stephan Schütze

Bei Zombeks FDP-Mitstreiter Sven Görgens steht auch die Null bei den persönlichen Wahlkampf-Kosten. Er stecke eine ganze Menge Zeit da rein, sagt Görgens, aber seine Kandidatur sei nicht aussichtsreich, „deshalb sehe ich es nicht für notwendig an, da eigenes Geld reinzustecken.“
Bei Zombeks FDP-Mitstreiter Sven Görgens steht auch die Null bei den persönlichen Wahlkampf-Kosten. Er stecke eine ganze Menge Zeit da rein, sagt Görgens, aber seine Kandidatur sei nicht aussichtsreich, „deshalb sehe ich es nicht für notwendig an, da eigenes Geld reinzustecken.“

Foto: Stephan Schütze

Auch wenn er schon „einige 1000 Euro“ an die Partei gespendet habe, in der AfD sei eine Kandidatur "keine Geldfrage“, sagt Bewerber Heiner Garbe. Er zahle Verpflegungskosten für seine Helfer, „viel Currywurst mit Pommes.“
Auch wenn er schon „einige 1000 Euro“ an die Partei gespendet habe, in der AfD sei eine Kandidatur "keine Geldfrage“, sagt Bewerber Heiner Garbe. Er zahle Verpflegungskosten für seine Helfer, „viel Currywurst mit Pommes.“

Foto: Stephan Schütze

Ohne persönliche Wahlkampfkosten will auch AfD-Kandidat Matthias Helferich auskommen.
Ohne persönliche Wahlkampfkosten will auch AfD-Kandidat Matthias Helferich auskommen.

Foto: Stephan Schütze

Marco Bülow, seit 2002 für die SPD im Bundestag, hat ein eigenes Wahlkampfkonto. Schon deshalb, weil er schon erste Dinge bestelle, bevor es mit dem Wahlkampf richtig losgehe, sagt er. Dafür nehme er auch Spenden an, allerdings „nur Kleinspenden, keine von Firmen“. Unterm Strich buttere er „ein paar tausend Euro“ aus der eigener Tasche hinzu, zum Beispiel für den Wahlkampf-Bulli, der dann auch noch einen Unfall hatte, für Bühne, Räume, Catering, eine professionell gestaltete Internetseite, Spritgeld für das Wahlkampf-Team, das bei seinem Einsatz auch mal Hunger oder Durst hat. „Klar, lade ich die ein“, sagt Bülow.
Sabine Poschmann, seit 2013 Bundestagsabgeordnete, hat in den vergangenen vier Jahren monatlich etwas für den Wahlkampf zurückgelegt und nun rund 15.000 Euro für diesen Bundestagswahlkampf aus dem privaten Portemonnaie. Davon hat sie unter anderem das Team Poschmann beim Drachenbootrennen auf dem Phoenix-See ausgestattet, eine Musikband beim Berghofen-Fest finanziert und eigene Faltblätter für bestimmte Zielgruppen drucken lassen.
Steffen Kanitz, seit 2013 CDU-Bundestagsabgeordneter, hat nach eigener Aussage zwischen 8000 und 10.000 Euro an Wahlkampfspenden eingesammelt: „Mein Anspruch ist es, das Geld nicht komplett auszugeben, und der Partei die 5000 Euro, die sie [für meinen Wahlkampf, die Redaktion] zugesteuert hat, zurückzuzahlen.“ Was er nicht mache, sei eine Materialschlacht. Er zahle zum Beispiel 500 Euro für die T-Shirts, Polo-Shirts und Taschen seines Wahlkampfteams, beteilige sich an den Kosten für die Wesselmänner, gebe rund 50 Euro am Tag aus für die Verpflegung der Wahlhelfer und übernehme die Spritkosten der Fahrzeuge sowie die Ausgaben für die Homepage und die Facebook-Betreuung.
Sein Parteikollege Thorsten Hoffmann, der im Januar 2015 für Ronald Pofalla in den Bundestag nachgerückt ist, steckt in seine zweite Kandidatur 6000 Euro eigenes Geld - allerdings ohne einen aussichtsreichen Listenplatz. Seine einzige Chance ist, das Direktmandat gegen Marco Bülow zu gewinnen.
Der grüne Bundestagsabgeordnete (seit 2002) und -kandidat Markus Kurth schätzt seine privaten Wahlkampfkosten auf 2000 Euro. „Dafür versuche ich, Spender zu finden.“
Die grüne Bundestagskandidatin Ingrid Reuter verzichtet darauf, eigenes Geld in den eigenen Wahlkampf zu stecken. Wie bei anderen Parteien auch, gibt es bei den Grünen die „freiwillige Verpflichtung“ für Mandatsträger, regelmäßig bestimmte Beträge an die Partei zu spenden. Bei den Grünen seien diese besonders hoch. Reuter: „Darüber hinaus tue ich bis auf die Fahrtkosten nichts von meinem eigenen Geld dazu.“
Auch bei der Partei Die Linke muss man für all‘ das selber zahlen, was über den Standard hinausgeht. „Für die eine oder andere Idee werden Spenden gesammelt“, berichtet die Dortmunder Kandidatin Ulla Jelpke. Den Verteilungskampf ums Geld gebe es eigentlich vorher, wenn festgelegt werde, welches Bundesland wie viel Geld und wie viele Plakate für den Wahlkampf bekomme.
Die Jurastudentin Celine Erlenhofer, die ebenfalls für Die Linke antritt, lebt von dem Stipendium einer Gewerkschaftsstiftung. Das reiche gerade mal für Wohnung und Bücher. „Ich plakatiere selbst, verteile selbst und stecke selbst. Das meiste an Transporten mach ich mit Bus und Bahn – und meinem Semesterticket.“
FDP-Kandidat Max Zombek kommt ebenfalls ohne persönliches Geld im Wahlkampf aus. „Das erwartet man bei uns auch nicht. Außerdem diskutiere ich lieber kontrovers mit Bürgern, als Kugelschreiber abzugeben.“
Bei Zombeks FDP-Mitstreiter Sven Görgens steht auch die Null bei den persönlichen Wahlkampf-Kosten. Er stecke eine ganze Menge Zeit da rein, sagt Görgens, aber seine Kandidatur sei nicht aussichtsreich, „deshalb sehe ich es nicht für notwendig an, da eigenes Geld reinzustecken.“
Auch wenn er schon „einige 1000 Euro“ an die Partei gespendet habe, in der AfD sei eine Kandidatur "keine Geldfrage“, sagt Bewerber Heiner Garbe. Er zahle Verpflegungskosten für seine Helfer, „viel Currywurst mit Pommes.“
Ohne persönliche Wahlkampfkosten will auch AfD-Kandidat Matthias Helferich auskommen.