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Breisenbachstraße

Streit um Straßennamen: Anwohner protestieren

OESTRICH Die Breisenbachstraße 7 bis 77 in Oestrich soll umbenannt werden, damit Rettungskräfte die Häuser besser finden können. Schon in der letzten Sitzung vor der Sommerpause landete das Thema als auf den Tischen der Mengeder Bezirksvertreter. Siedler, die dort seit über 30 Jahren wohnen, wehren sich gegen die Pläne der Stadt.

Streit um Straßennamen: Anwohner protestieren

Die Stichstraße an der Breisenbachstraße 7 bis 77 soll umbenannt werden.

Die Verwaltung schlägt in der Beschlussvorlage vor, die Stichstraße der Breisenbachstraße 7 bis 77 umzubenennen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Warum soll dieser Teil der Breisenbachstraße umbenannt werden? Gibt es einen bestimmten Anlass?

Ja, den gibt es. Bei einem Rettungsdiensteinsatz kam es laut Stadt bei der Anfahrt eines Notarztes und eines Rettungswagens zu einer erheblichen Verzögerung, weil sie das Gebäude nicht sofort finden konnten.

Als Grund hätten die Rettungskräfte die verwirrende Straßenbezeichnung angegeben, da die Stichstraße weder von der Breisenbachstraße aus einsehbar ist noch von dieser mit Fahrzeugen angefahren werden kann. Tatsächlich ist die Erschließung nur über die Straße Kammerstück möglich.

Welchen Namen soll die Straße erhalten?

Die Verwaltung schlägt den Namen Krimpeweg vor. Das Wort Krimpe, heißt es in der Vorlage, leite sich aus der Flurbezeichnung „Auf der Krimpe“ ab und könne mit „Biegungs-, Krümmungsstelle“ oder „abnehmendes beziehungsweise spitz zulaufendes Flurstück“ übersetzt werden. 

Die bestehenden Hausnummern sollen bestehen bleiben. Durch die Umbenennung würde für eine leichtere Orientierung und damit auch für eine „präzise Zuordnungsmöglichkeit der Adresse“ gesorgt. Einsatzfahrzeugen und Rettungsdiensten würde so ein Auffinden des Einsatzortes ohne vermeidbare Zeitverluste ermöglicht.

Wie hat die Bezirksvertretung Mengede auf die Beschlussvorlage reagiert?

Im Juli hat das Gremium das Thema aufgrund von weiterem Beratungsbedarf in seine nächste Sitzung am 13. September geschoben. In dieser Sitzung schlug die SPD-Fraktionsvorsitzende Gudrun Feldmann vor, die Straße in „Hampskamp“ umzubenennen – nach dem alten Beschluss der Bezirksvertretung vom 22. September 1976.

Gleichzeitig legte die CDU einen Antrag vor, in dem sie den Namen „Am Breisenbach“ vorschlägt. Damit sei zum einen den brandschutztechnischen Bewertungen Rechnungen getragen und zum anderen hätte die Siedlung weiterhin einen direkten Bezug zu den örtlichen Gegebenheiten – wie etwa die Lage am unterirdisch verlaufenden Bachlauf des Breisenbachs.

Jürgen Utecht von den Bündnisgrünen räumte ein, nichts über die Köpfe der Siedler zu entscheiden. Letztlich einigte man sich darauf, die Entscheidung zugunsten weiterer Anwohnergespräche noch einmal zu vertagen und auf die Tagesordnung der Oktober-Sitzung zu setzen.

Wie ging es in der Sitzung am 11. Oktober weiter?

Anwohner der Breisenbachstraße nutzten am Mittwoch die Einwohnerfragestunde, um ihrem Ärger über die geplante Umbenennung Luft zu machen. Sie könnten nicht nachvollziehen, dass nach über 30 Jahren Rettungskräfte plötzlich Probleme hätten, ihre Häuser zu finden. Ein neuer Straßenname würde ihrer Meinung nach nichts an den örtlichen Gegebenheiten – wie etwa den sechs Abzweigungen – ändern.

Ein neuer Name würde nur für weitere Verwirrung sorgen und zudem nicht verhindern, dass man auch weiterhin nach den Hausnummern suchen müsse. Sogar Lieferfahrzeuge aus Holland würden ihre Straße finden, in Zeiten von modernen Navigationsgeräten dürfte das auch für Rettungswagen kein Problem darstellen, so die Meinung der Anwohner.

Warum wehren sich die Anwohner so vehement gegen einen neuen Straßennamen?

Sie fürchten unter anderem die Unannehmlichkeiten wie Kosten und Aufwand, die eine Umbenennung mit sich bringt. Nicht nur ihnen als Siedlern, auch der Stadt würden Kosten entstehen. Allein 38 Mal müsste Wohneigentum auf dem Flurstück neu beurkundet werden.

Haben die Anwohner alternative Vorschläge?

Die Anwohner räumen ein, dass es für Ortsfremde mitunter schwierig sei, die Einfahrt vom Kammerstück aus zu finden. Sie meinen, dass mit einer noch besseren und größeren Beschilderung das Problem gelöst werden könnte. Deshalb schlugen sie einen Ortstermin mit Vertretern der Politik, Stadt und Feuerwehr vor.

Wie hat die Bezirksvertretung auf die Einwände der Anwohner reagiert?

Bezirksvertreter Andreas Flur (CDU), auch Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Bodelschwingh, räumte ein, dass der Sicherheitsaspekt oberste Priorität habe. Im Gegensatz zu Paketfahrern hätten Rettungskräfte nicht die Möglichkeit, ein Adresse in Ruhe zu suchen. „Darüber hinaus sind Navis bekannt dafür, dass sie sich auch mal gerne mit dem Weg verrechnen.“ Dem Wunsch nach einem Ortstermin kam das Gremium nach. Damit wurde die Beschlussvorlage erneut in die nächste Sitzung geschoben. Die findet am 29. November im Amtshaus, Am Amtshaus 1, statt.

Die Kosten werden geteilt:

  • Die heutige Stichstraße der Breisenbachstraße 7 bis 77 wurde Anfang der 1980er Jahren namentlich der Breisenbachstraße, obgleich eine räumliche Beziehung zur namensbebenden Straße nur über zwei fußläufige Wegeverbindungen bestand.
  • Um die Kosten für Anwohner gering zu halten, informiert bei Straßenumbenennungen die Verwaltung die wichtigsten Behörden (Finanzamt, Amtsgericht) über die Adressenänderung.
  • Die Umschreibung von Personalausweisen, Kraftfahrzeugscheinen und Grundbuchdaten sind bis zur Umbenennungen kostenfrei.
  • Weitere Umstellungskosten (Benachrichtigung Dritter, Änderung von Briefköpfen und ähnliches) tragen die Anwohner.
  • Für eine Übergangszeit von circa einem Jahr werden in der Regel bisherige Straßennamensschilder beibehalten und als aufgehoben gekennzeichnet.
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