Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Dortmunder Musikschule

Wie George Major jungen Menschen zum Ruhm verhilft

DORTMUND George Major ist Musiker durch und durch. Seit 20 Jahren ist der 56-Jährige Gesangslehrer an der Dortmunder Musikschule. Hunderte junge Menschen hat er auf ihrem Weg in ein Musikerleben begleitet. Einer von ihnen ist Sandro Brehorst, der aktuell bei Deutschland sucht den Superstar von der ganz großen Karriere träumt.

Wie George Major jungen Menschen zum Ruhm verhilft

Die Gitarre hat sich George Major zum 50. Geburtstag gekauft. Vor die hübsche Wand in seinem Rockkeller setzt er sich meistens dann, wenn er ein neues Video für seinen Youtube-Kanal aufnimmt.

George Major sitzt auf der alten Ledercouch unten im Keller der Musikschule. Rockkeller heißt er. Es ist sein Raum, seit vielen Jahren. Er sitzt da, ganz lässig, trägt ein lockersitzendes Hemd, eine ebenso lockersitzende Hose, Turnschuhe, Hut und Brille und erzählt. Er hat viel zu erzählen, denn er hat viel erlebt. Und er mag es zu erzählen.

George Major kommt aus einem kleinen Ort in der Nähe von Newcastle, England. Das hört man. Er spricht perfekt Deutsch, aber diesen hübschen britischen Akzent in der Stimme hat er nie abgelegt. Mit fünf Jahren hat er das erste Mal gesungen. In der Schule, im Chor. Als er elf war, kam ein neuer Lehrer in die Schule.

„Er hatte ein paar Blechblasinstrumente mit dabei, und weil ich der Größte in der Klasse war, hat er mit die Posaune in die Hand gedrückt.“ Also lernte George Major, Posaune zu spielen.

Das Leben als Posaunist

In seiner Familie, da waren sie alle Bergmänner, erzählt er, und Stahlarbeiter, ein paar Schiffbauer. George Major wollte das alles nicht werden. Er bewarb sich bei der Armee. Er war 15, als er seine Posaune nahm und sich dort vorstellte. Ein Jahr später fing seine vierjährige Ausbildung an.

In London war er zwischenzeitlich Solo-Posaunist der Armee, erzählt er. „Dann kam ich nach Deutschland.“ Sein Regiment war in der Nähe von Paderborn stationiert. „‚Amazing Grace‘ war damals unser Hit“, sagt er. „Das hab’ ich 5000-mal gespielt.“ Vier Jahre blieb er dort. „Dann hatte ich die Schnauze voll.“

Zurück nach England habe er nicht mehr gewollt. Also zog er nach Lünen, schlug sich hier und da als Posaunist durch, baute sich ein Netzwerk auf. Bis seine Zähne ihn ausbremsten.

Zwangspause

Der Druck auf sein Gebiss beim Posaunespielen schmerzte sehr, der Arzt verordnete eine sechswöchige Zwangspause. „Das war“, sagt er, „meine erste Lebenskrise.“ Er war 26, er hatte sein Leben lang nur Posaune gespielt und wusste nicht, wie er nun Geld verdienen sollte. „Ich kann doch nix anderes.“

Wobei das nicht ganz stimmte. Denn er konnte ganz passabel singen. Das habe er ohnehin immer nebenbei gemacht, „das war immer drin“, sagt er. Ein befreundeter Posaunist schlug ihm vor, sich an der Gesangsschule Amsterdams Hogeschool voor de Kunsten in Hilversum in den Niederlanden zu bewerben. George Major fiel durch. „Tschüss, Traum“, sagt Major auf dem Sofa im Rockkeller. „Tschüss, Leben.“

DORTMUND Fest stand, dass die Sportfreunde Stiller bei den Ruhr Games 2017 die Musik machen. Jetzt sind zwei weitere bekannte Musiker hinzugekommen: Clueso und Chefket. Somit steht das Konzertprogramm, das im Stadion Rote Erde stattfinden wird. Was sonst noch geplant ist? Wir geben einen Überblick.mehr...

Aber er beeindruckte einen Mann, dem er heute sehr viel zu verdanken hat. Jerry van Rooyen, damals Chef der WDR-Big-Band, hörte etwas in George Majors Stimme, das die anderen nicht gehört hatten. Er bot an, ihn umsonst zu unterrichten. Vier Wochen lang habe er sich sammeln müssen, erzählt Major, dann habe er van Rooyen angerufen. Ein Jahr lang nahm er Unterricht bei ihm, dann versuchte er es, es war 1988, erneut in Hilversum – und diesmal bestand er.

Studieren mit Roger Cicero

Mit dem Posaunisten, der ihm damals den Vorschlag gemacht hat, sich dort zu bewerben, teilte er sich die nächsten fünf Jahre ein zwölf Quadratmeter großes Zimmer. Mit Roger Cicero, diesem begnadeten Sänger, studierte er zusammen. „Das war wirklich eine coole Zeit“, sagt er, es schwingt ein wenig Wehmut in seiner Stimme mit. Er denkt an Cicero, der vor einem Jahr gestorben ist.

Der Freund, der Posaunist, war damals bei Starlight Express in Bochum beschäftigt. 1989 fing auch George Major dort an. 1991 bekam er seinen ersten Job als Gesangslehrer in der Musikschule Lünen. 1996 wurde er Teil der Ruhrgebiets-Band Strandjungs. Ein Jahr später fing er an der Musikschule Dortmund an – wo er bis heute als Gesangslehrer tätig ist.

Backgroundsänger 

Als Sänger, meistens als Backgroundsänger, unter anderem für Patrick Lindner, sammelte er im Fernsehen Erfahrungen. 2002 war er Vocal Coach bei der Casting-Show Teenstar. Viele von ihnen waren später bei anderen TV-Shows zu sehen. Kristina Dörfer zum Beispiel gewann 2004 bei Popstars und wurde Mitglied der Band Nu Pagadi. Casting-Shows, sagt George Major, seien eine große Chance für junge Sänger.

„Bessere PR kann man ja gar nicht bekommen“, sagt er. „Es ist gut, um ins Geschäft reinzuschnuppern.“ In ein hartes Geschäft. Aber wer an einer Casting-Show teilnehme, der habe eben auch einen Stempel. „Wenn du irgendwann rausfliegst, bist du uninteressant“, sagt er.

Sandro Brehorst bei DSDS

Einer, der den Weg Casting-Show gewählt hat und den George Major seit Jahren kennt, ist der 17-jährige Sandro Brehorst aus Werne. „Sandro ist mein bestes Pferd im Stall“, sagt George Major, er lacht. „Er ist eine Rampensau.“ Er habe den Jungen mit elf kennengelernt. „Er wollte Freddie Mercury singen“, erzählt Major. „Ich habe zu ihm gesagt: Das kannst du nicht.“ Sandro sang trotzdem. „Er war echt gut“, sagt Major.

WERNE Ob es nun am Gesang oder doch am neuen Styling lag: Fest steht, dass Sandro Brehorst aus Werne es auch diesmal in die nächste Runde von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) geschafft hat. Wen er überzeugen konnte und wen nicht und warum Heino plötzlich "Black Music" macht, verraten wir hier.mehr...

Mit 15 habe Sandro ihm gesagt, dass er zu Deutschland sucht den Superstar (DSDS) wolle. Also haben sie dafür geübt. Der Werner ist in der 14. Staffel noch im Rennen. „Er könnte das durchaus gewinnen“, sagt sein Gesangslehrer.

Sandro frage ihn auch während der Show immer wieder um Rat. „Ich unterrichte ihn per SMS“, sagt Major. Gut 20 Schüler hat George Major im Moment und er leitet einen Chor. Manche wollen zu DSDS. Manche wollen Musik studieren. Andere haben nur Spaß am Singen. Wie seine älteste Schülerin, eine 78-Jährige.

Die Sache mit dem Denken

„Ich sage jedem, ob er gut ist oder nicht“, sagt Major. „Man muss ehrlich sein, Musik ist kein einfaches Geschäft. Aber wenn Leute Spaß am Singen haben, bin ich immer dabei.“ Einen guten Sänger, sagt er, mache sicher eine gute Stimme aus, aber vor allem, ob er jemanden berühren könne.

Die Wände im Rockkeller sind mit Graffiti bemalt. Sie zeigen Notenfolgen. An einer Ecke sind darüber Plakate mit Fotos von früher gehängt. Sie zeigen viele glückliche junge Menschen beim Singen.

Posaune hat George Major seit Jahren nicht mehr gespielt. Vor sechs Jahren hat er sich eine Gitarre gekauft. „Mit 50“, sagt er, „kam ich ans Denken. Ich habe angefangen, Golf zu spielen und Gitarrespielen gelernt.“ Er schreibt seine eigenen Songs. „Von Covermusik habe ich genug.“ Einige davon veröffentlicht er bei Youtube.

Er würde lügen, sagt er, wenn er sagen würde, dass er nicht gerne ein berühmter Sänger geworden wäre. Aber er ist zufrieden. „Ich bin“, sagt er, „der glücklichste Mensch der Welt. Ich habe einen tollen Job und ich kann damit Menschen glücklich machen.“

George Major

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Geplante Akademie für digitales Theater

"Wir sollen die Stadt sein, wo der heiße Scheiß gezeigt wird"

Dortmund Dortmund soll Vorreiter für digitales Theater in Deutschland werden: Schauspielchef Kay Voges plant ein Forschungslabor für digitale Techniken für das Theater. "Wir sollen die Stadt sein, wo der heiße Scheiß gezeigt wird", sagt er. Die Stadtverwaltung sieht das offenbar auch so - und sucht bereits ein passendes Gebäude.mehr...

Fotos von der öffentlichen Probe

"Hairspray" in der Oper wird schnell und bunt

DORTMUND Vor 25 Jahren gab Hannes Brock als Zaza im Musical „La cage aux folles“ ein großartiges Debüt im Opernhaus. Die neue Rolle des Kammersängers ist wieder eine Frauenrolle, als Mutter Edna im Musical „Hairspray“. Die Eindrücke von der öffentlichen Probe deuten darauf hin, dass es eine schnelle, bunte Inszenierung wird.mehr...

Open-Air-Kino im Westfalenpark

18.000 Besucher kamen zum "PSD Bank Kino"

DORTMUND Die Organisatoren des "PSD Bank Kinos" im Westfalenpark ziehen eine positive Bilanz der Saison 2017: Rund 18.000 Zuschauer kamen zu den Filmen, die bis Sonntag über einen Monat lang an der Seebühne gezeigt worden waren - bedeutend mehr als im Jahr zuvor.mehr...

25. bis 27. August

Unsere Höhepunkte des Micro-Festivals auf dem Friedensplatz

DORTMUND Das Micro-Festival vom 25. bis 27. August bringt wieder fröhliche Musik, schillerndes Straßentheater und mitreißende Auftritte für Kinder auf den Friedensplatz. Wir versuchen das Unmögliche: die Höhepunkte aufzuzählen aus einem Programm, das nur aus Höhepunkten besteht.mehr...

Elektronische Musik

"Syndicate"-Festival zog 18.000 Menschen nach Dortmund

DORTMUND Zum elften Mal hat am Samstag das bundesweit größte Festival für elektronische Musik in den Westfalenhallen stattgefunden. Nicht einfach nur elektronische Musik - sondern harte elektronische Musik. Solche, die den Fans nicht zu laut und nicht zu schnell sein kann. Wir waren mit der Kamera dabei.mehr...

Freitag am Signal Iduna Park

BVB startet mit großem Familienfest in die Saison

DORTMUND Das Warten hat ein Ende: Am Freitag startet der BVB offiziell in die neue Saison - und das wird von 12 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz A7, direkt vor dem Nordeingang des Signal Iduna Parks, ausgiebig gefeiert. Der Andrang zum schwarzgelben Familienfest wird groß sein. Das hat auch Auswirkungen auf den Verkehr rund ums Stadion.mehr...