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Facebook-Seite

Wie durch "Dortmunderisch" die Sprache der Stadt lebendig bleibt

DORTMUND Es ist die Heimatkultur der Internet-Generation: Bei Facebook ist aus der Seite "Dortmunderisch" eine Bewegung geworden, bei der Tausende dazu beitragen,einen Teil der originalen Dortmunder Mundart zu erhalten. "Dortmunderisch" ist unterhaltsam - und zugleich vollkommen ernst gemeint.

Wie durch "Dortmunderisch" die Sprache der Stadt lebendig bleibt

"Dortmunderisch" trägt dazu bei, dass die Sprache der Stadt im Internet lebendig bleibt.

Das mit der Heimat ist hier ernst gemeint, allerdings ganz ohne pseudo-patriotischen Unterton. Denn die Seite macht vor allem eins: Sie unterhält. „Dat Ziel isset, mehr Fans zu haben als Gelsenkirchen Einwohner!“ lautete der Auftrag beim Start im August 2011. Aktuell sind es 9033 Fans, 250.000 fehlen noch bis „GE“. Ein anderes Ziel hat „Dortmunderisch“ längst erreicht: Eine große Gruppe von Menschen entdeckt die Sprache der eigenen Stadt wieder. Diese Wörter, die es eben nur hier gibt. Die typische Dortmunder-Aussprache, die beim Lesen immer im Ohr mitklingt.

Spezielle Begriffe, spezielle Aussprache

Da fallen Begriffe wie „Klüsen“ oder „Bratlatte“, gehen Leute aus „Schannost“ mal eben „anne Bude, Klümpskes holen“ oder fahren mit dem „Stangentaxi“ durch die Stadt. Hinzu kommen zahlreiche Fotos, zum Teil verblüffende Ansichten der Stadt, ob Opa am Kanal oder nur ein Bild von „damalz anne Kampstraße“.Der typische Ablauf auf der Seite: Die Autoren geben einen kurzen Satz zum Tage („Ker, wat is dat schön hier“), etliche Menschen kommentieren das – auf „dortmunderisch“. Die Themen sind natürlich stadttypisch: Fußball, alte Industrie, die „Zitty“ im Wandel. Oft sind es Dinge von gestern, die plötzlich wieder das Neueste vom Tage sind. Und die an dieser Stelle von jungen Menschen entdeckt werden. Hinter dem Ganzen steckt ein junger Werbetexter aus Dortmund. Er hatte vor knapp einem Jahr die Idee und steuert die Seite, möchte sich und seinen Namen nicht im Mittelpunkt der Geschichte von „Dortmunderisch“ sehen. Er spricht lieber von der „Bewegung“ dahinter, von der „Neuentdeckung der originalen Dortmunder Sprache als Dortmunderisch auf Facebook“. Klingt ein wenig geheimnisvoll, hat aber Effekt. Die Seite wächst täglich, mittlerweile gibt es auch eine Homepage inklusive eigenem Shop mit Dortmund-T-Shirts und mehr.

Sprachforschung in Echtzeit

Was hier passiert, ist etwas, von dem Sprachforscher nur träumen können. Ganz lokale Wortschöpfungen bleiben erhalten, weil sie plötzlich wieder aufgeschrieben werden. Und alle, die in Dortmund sprechen gelernt haben, können sich daran beteiligen – egal ob sie noch in der Stadt leben oder nicht. Die Heimatkultur ist hier eben nur einen Mausklick entfernt. Darauf haben die fast 10 000 Fans von „Dortmunderisch“ offenbar nur gewartet.

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