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Kunstwerk "Große Flora D" weg

Wo ist der Metall-Riese von der Katharinenstraße?

DORTMUND Derzeit erinnert nur noch ein Loch im Pflasterstein an den zwei Tonnen schweren Metall-Riesen, der 37 Jahre an der Katharinenstraße gestanden hat: Die "Große Flora D" vom Künstler Fritz Koenig hat am Dienstag Abschied genommen. Aber warum? Wir haben nachgefragt.

Wo ist der Metall-Riese von der Katharinenstraße?

Die verspielte „Große Flora D“ auf der Katharinenstraße nahm am Dienstag Abschied aus der Fußgängerzone zwischen Hauptbahnhof und Kampstraße.

Aus der bronzenen Halbkugel am Boden der 4,5 Meter großen Statue ragen dicke Streben, die an Äste erinnern. An ihren Enden, zwei Halbkugeln, die sich wie die zwei Hälften eines Keimlings voneinander entfernen. Die „Große Flora D“ wirkt, als würde sie jeden Moment umkippen. Gleichzeitig schüchtert ihr stattliches Ansehen ein.

Die Plastiken des kürzlich verstorbenen Würzburger Künstlers Fritz Koenig stehen in den ganz großen Metropolen dieser Welt: Paris, London, Madrid, Washington, New York, Los Angeles, San Francisco und Yokohama.

Leihgabe an die Stadt

In Dortmund war die „Große Flora D“ jahrelang eine Leihgabe an die Stadt. Dort, in dem weißen Gebäudekomplex an der Ecke zur Kampstraße, wo sich heute das Centrum für Medizin und Gesundheit befindet, saß bis Ende 2009 noch die ehemalige Landesbank West LB (heute Portigon AG).

Die gab die Statue in Auftrag, die Fritz Koenig von 1979 bis 1980 anfertigte. Wie und unter welchen Umständen dies damals geschah, dazu liegen „keine Informationen mehr vor“, sagt Frank Borstelmann von der Portigon AG.

568.000 Euro

Fast vier Jahrzehnte lang begrüßte die „Große Flora D“ vor der Tür des alten West LB-Gebäudes auf der roten Backstein-Promenade die Passanten auf ihrem Weg zwischen Hauptbahnhof und Kampstraße. Bis Dienstag. Für 568.000 Euro, heißt es auf der Internetseite des Auktionshauses Lempertz in Köln, wurde der Bronze-Riese versteigert.

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An wen genau, das will der Pressesprecher des Auktionshauses, Edgar Abs, nicht verraten: „Ab einem Wert von 300.000 Euro geben wir keine Auskunft über unsere Kunden.“

Rückbau der Bank

Aber wie kam es zu dem Verkauf? „Im Rahmen des Rückbaus der Bank ist die PAG (Anm. Red.: Portigon AG) verpflichtet, sich von ihren Vermögenswerten zu trennen. Das gilt auch für Kunstwerke“, sagt Borstelmann. Damit nimmt er Bezug auf EU-Auflagen, die der West LB im Zuge der Finanzkrise auferlegt wurden.

Dr. Rosemarie Pahlke, Kunsthistorikerin bei der Stadt Dortmund, bedauert den Abschied der Statue. Der Stadt war die „Große Flora D“ vor der Auktion zum Kauf angeboten worden: „Wir hätten die Plastik sehr gerne in Dortmund behalten. Aber der angesetzte Preis war dann doch zu hoch.“

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