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„Rachmaninow | Tschaikowsky“

Xin Peng Wangs neues Ballett zeigt abstrakte Tanzkunst

DORTMUND Mit der Uraufführung „Rachmaninow | Tschaikowsky“ lässt Xin Peng Wang das große Handlungsballett hinter sich. Das neue Stück ist abstrakt, aber jede Bewegung an sich erzählt immer auch eine Geschichte.

Xin Peng Wangs neues Ballett zeigt abstrakte Tanzkunst

Tänzerin Lucia Lacarra und Ballett-Direktor Xin Peng Wang bei der Probe zu Rachmaninow |Tschaikowsky. Foto: Björn Hickmann/Theater Dortmund

Vor etwa zwei Jahren, im Konzerthaus, da hat es ihn gepackt, erzählt Xin Peng Wang. Bei einem Konzert mit Musik der beiden großen russischen Komponisten wurde die Idee geboren zu dem Stück, mit dem der Dortmunder Ballettchef wieder einmal neue Wege beschreitet. Am 11. November (Samstag) ist die Uraufführung von „Rachmaninow |Tschaikowsky“ im Opernhaus.

Jedes Jahr ein großes Handlungsballett

Seit Wang 2003 als Ballett-Direktor nach Dortmund kam, hat er jedes Jahr ein großes, bildgewaltiges Handlungsballett umgesetzt. Mit Chefdramaturg Dr. Christian Baier wagte er sich an die großen Stücke der Weltliteratur, an Faust, Zauberberg, Hamlet sowie Krieg und Frieden.

Jetzt geht er einen Schritt weiter, lässt die Geschichten hinter sich und konzentriert sich auf die Macht der Musik. Diese Entwicklung sei zwangsläufig, sagt Christian Baier, der Schritt zur Abstraktion naheliegend. „Die Handlung ist immer nur der Rahmen, in dem die Assoziationen ausgelöst werden.“ Der Dialog der Tänzer, ihre Bewegungen aber könnten viel mehr erzählen. Jede Bewegung sei eine Geschichte.

Blick in das eigene Innere

Das 3. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow und Peter Tschaikowskys 6. Sinfonie gaben den Anstoß für ein Ballett, das letztendlich mit der Frage spielt: Was bewegt uns wirklich? Dafür lauschen wir in uns hinein, mit der Kunst als Instrument, meint Xin Peng Wang.

Unter anderem die Ballettstars Lucia Lacarra und Marlon Dino helfen dabei, indem sie die Musik in Gefühle und Gefühle in Bewegung umsetzen. Wang lässt ihnen dabei Raum. „Manchmal ist es nur ein Atmen, das den besonderen individuellen Ausdruck bringt“, sagt er.

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz, der ein ausgesprochener Rachmaninow-Spezialist ist, wird vom Orchestergraben aus dirigieren – eine Herausforderung, wie er selbst sagt. „Ich werde es aber wie ein Konzert dirigieren, intensiv, emotional und mit den Augen auf der Bühne.“

Bildhaft, dramatisch, tanzbar

Die bildhafte, fantasievolle Musik Rachmaninows im ersten und Tschaikowsky mit seinen tanzbaren Kompositionen im zweiten Teil seien gut geeignet für das Ballett. Beide Stücke steckten voller dramatischer Kraft und Energie. Sie aus dem Orchestergraben heraus spürbar zu machen, sehr präsent zu sein und trotzdem dem Ballett zu dienen, darin bestehe für den Dirigenten die besondere Herausforderung.

Gelingt das, so erzählt das „Rachmaninow | Tschaikowski“ ganz ohne Handlung jedem eine eigene Geschichte. Gabriel Feltz ist überzeugt, dass wir eine Sehnsucht danach haben, nicht alles verstehen zu müssen. „Wir möchten einfach staunend davorstehen und sagen: Das war einmalig.“

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