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18. Wirtschaftsgespräche

Bodo Janssen begeistert Halterner Publikum

Haltern Eine Rekordteilnehmerzahl von 360 Gästen nahm Freitagabend an den Wirtschaftsgesprächen im Seehof teil. Das lag wohl auch am Referenten Bodo Janssen und seinem Thema „Wertschöpfung durch Wertschätzung“.

Bodo Janssen begeistert Halterner Publikum

Bodo Janssen warb für das Führen von Mitarbeitern mit Sinn und Menschlichkeit.

Bodo Janssen hat sein friesisches Hotelunternehmen Upstalsboom umgekrempelt und setzt auf das Führen von Mitarbeitern mit Sinn und Menschlichkeit. Weil er es damit auch zu wirtschaftlichem Erfolg gebracht hat, ist er in der gesamten Bundesrepublik ein gefragter Redner und Liebling der Medien. Sein Thema „Wertschöpfung durch Wertschätzung“ sorgte wohl auch dafür, dass bei den 18. Halterner Wirtschaftsgesprächen am Freitag im Seehof die Rekordteilnehmerzahl von 360 Gästen gemeldet wurde. Jochen Heckmann, Vorsitzender von „Haltern aktiv“, hatte mit seiner Auswahl des Referenten also genau ins Schwarze getroffen.

Vision

Mit seinem Lebensweg und dem Heranreifen seiner Vision fesselte Bodo Janssen das Publikum. Als 24-Jähriger wurde er entführt und acht Tage lang mit Scheinhinrichtungen gequält. Dieses Erlebnis führte ihn an seine existenziellen Grenzen und mag einen ersten Grundstein für seinen späteren Wandel vom reinen Zahlenmenschen zum Menschenfreund gesetzt haben. 2010 stieg er in das elterliche Unternehmen ein, das wirtschaftlich nicht gut dastand. Er riss das Ruder herum und pflegte mit dem Gedeihen seine Eitelkeiten: „Ich schaute mich morgens gern im Spiegel an, hatte das größte Büro und den größten Schreibtisch und den Parkplatz direkt neben der Tür“, schilderte Bodo Janssen diese Lebensphase.

Mit der Zufriedenheit seiner Arbeitnehmer beschäftigte er sich nicht. Dann führte ihm eine Befragung, die aufgrund der geringen Bewerberzahlen und hoher Fluktuation durchgeführt wurde, vor Augen: „Die Mitarbeiter wünschen sich einen anderen Chef.“

Das Wesentliche

Der Manager fiel in ein Loch, zog sich ins Kloster zurück und traf hier auf Pater Anselm Grün. Gemeinsam mit ihm machte sich Bodo Janssen auf die Suche nach dem Wesentlichen in seinem Leben. Hier kam er unter anderem zu der Erkenntnis, dass „Führung kein Privileg, sondern eine Dienstleistung ist“. „Ich richtete mein Unternehmen zu 100 Prozent so aus, dass alle Mitarbeiter etwas finden, das sie zufriedener macht“, erklärte er. Gemeinsam mit diesen entwickelte er einen zwölfteiligen Wertekanon, der von Achtsamkeit bis Zuverlässigkeit reicht. Die Begriffe stehen nicht nur auf einem Papier, sondern werden bei Upstalsboom gelebt.

Heute bestimmen die Mitarbeiter ihr Gehalt selbst und sind mächtig stolz darauf, zur Unternehmensfamilie zu gehören. „Kümmere dich um den Menschen, und der Erfolg kommt zu dir“, war einer der Kernsätze des fast zweistündigen Vortrags im Seehof.

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