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Fernsehstar

Halterner Kämmerer ermittelt als Komparse bei Wilsberg

Haltern Als Kämmerer wacht Dirk Meussen über den Haushalt der Stadt Haltern. In seiner Freizeit schlüpft er dagegen in ganz unterschiedliche Rollen und wird als Komparse beim Film gebucht. Zuletzt nahm er Mordermittlungen auf.

Halterner Kämmerer ermittelt als Komparse bei Wilsberg

Im Kinofilm „Antonio, ihm schmeckt’s nicht“, in dem auch Christian Ulmen mitspielte, mimt Dirk Meussen einen strengen amerikanischen Zollbeamten.

Der Begriff „Kämmerer“ geht auf das lateinische Wort „camerarius“ zurück. Das war im Mittelalter an Fürstenhöfen und in Klöstern der Verwalter der „Camera“, der Schatzkammer. So einer ist Dirk Meussen. Er wacht als Kämmerer über Einnahmen und Ausgaben der Stadt Haltern am See, rechnet sich an langen Zahlenreihen entlang und versucht, Millionen-Löcher zu stopfen. Aber der Verwaltungsbeamte und Dezernent kann auch ganz anders.

Auf Abruf löst er sich von seinen Rechenaufgaben und fährt (außerhalb der Dienstzeit natürlich) zum Film-Set. Zuletzt war er die „Spusi“ in Münster, wo ein Mord am Aasee die Wilsberg-Crew vor eine neue Aufgabe stellte. Weißer Ganzkörper-Anzug, schwarze Socken, schwarze Schuhe mit Überzug, echter Koffer eines Spurensicherers – so ausstaffiert sicherte Dirk Meussen als Kriminaltechniker relevante Abdrücke am Tatort. Arbeit mit Pulver, Pinsel und Präzision.

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Wie schafft es ein Kämmerer zum Film? „Als die Casting-Agentur Eick im Auftrag von RTL 2009 insgesamt 150 Komparsen für die große Produktion eines Hindenburg-Films suchte, kam die deutsche Reservisten-Kameradschaft ins Spiel“, erzählt Dirk Meussen, Hauptmann der Reserve. Gebraucht wurden disziplinierte Männer, die auch amerikanische Matrosen authentisch spielen konnten. Dirk Meussen: „Dieser Film war aufwendig vom Abflug bis zur Ankunft und Explosion des Luftschiffes in Amerika.“ Gedreht wurde auf dem ehemaligen Fliegerhorst Hopsten im Münsterland.

„Die Seile, mit denen wir als Haltemannschaft angeblich das Luftschiff vor dem Abflug hielten und in die wir uns mit aller Kraft legten, waren in Wirklichkeit an einem Kran befestigt. Das Luftschiff wurde später per Computeranimation in den Film „eingeschleust“. Kurz darauf wechselte Dirk Meussen die Seiten und schlüpfte mit den anderen Komparsen in amerikanische Matrosenanzüge. Was in Wirklichkeit über 6000 Flugkilometer auseinander liegt, spielte sich alles an einem Punkt ab. Es war ein herausragender Einstieg in eine Komparsen-Karriere. Mit Zugeständnissen: Er musste sich die Haare kurz schneiden lassen, Seiten kurz, langes Deckhaar, streng geformt. „Meine Frau fand das eher semi“, lacht Dirk Meussen.

Bekannte Schauspieler
Weitere Filme folgten. In „Nina Undercover“ in Köln spielte Dirk Meussen einen Botschafter, in „Ruhm“ saß er als Mitfahrer in einer Straßenbahn, in „Block/Schwesternhass“ mimte er einen Kaufhauskunden, im Kinofilm „Collide“ ist er als Ganove einer Gang gut zu erkennen, in „Grain“ tritt er als Richter auf. Im Kinofilm „Antonio, ihm schmeckt’s nicht“ übernimmt er die Rolle eines amerikanischen Zollbeamten, in „Forget about Nick“ besucht er eine Modenschau… Bekannte Schauspieler wie Hannes Jaenicke, Justus von Dohnanyi, Dieter Pfaff, Christian Ulmen oder Katja Riemann liefen ihm über den Weg. „Den Schauspielern darf man aber nicht zu nah kommen, fotografieren darf man sie auch nicht.“ Eine Nacht war Dirk Meussen außerdem Thekenbelagerer für einen Krombacher-Werbespot.

HALTERN Vorhang auf für das 16-köpfige Ensemble junger Schauspieler und Sänger: Am Samstagabend war die Premiere des Musicalprojekts mit dem Stück „Honk! – Anders als der Rest“ im Lea-Drüppel-Theater. Dies wurde als „lebendiges Andenken“ an Lea, die beim Germanwings-Absturz 2015 ums Leben gekommen war, gegründet. Es wurde ein berührender Abend. mehr...

Faszinierend sei, so Meussen, dass am Set akribisch gearbeitet werde und alles so authentisch wie möglich wirken müsse. Nichts werde dem Zufall überlassen. Das passt natürlich zu ihm, der Halterns Haushaltsgelder penibel verwaltet. Immer mal wieder wird er gebucht, der Halterner hat sich als Komparse in der Agentur eingeschrieben, mit Foto und Körpermaßen. Ein- bis zweimal im Jahr wird er angefragt, meistens für einen Tag.

„Die meiste Zeit am Set vergeht mit Warten.“ Was er aber nicht schlimm findet, denn das Drumherum ist es, was ihn fesselt. „Ich bin detailverliebt, mich interessiert, was hinter den Kulissen passiert.“ Immer und immer wieder, wie jetzt im Wilsberg-Krimi, wird eine Szene aus verschiedenen Perspektiven gedreht. Meistens ist Dirk Meussen dann später aber doch nur für Sekundenbruchteile im Film zu sehen.

„Nur ein Bildfüller“
Für den Erfolg eines Filmes sei er nicht wichtig, „ich bin doch nur Bildfüller“, stapelt er tief. Aber er ist einer, der richtig viel Spaß an seinem Komparsenspiel hat. Zwischendurch in eine andere Welt abtauchen, das findet er spannend. Aber auf die Dauer sei das kein Beruf, um damit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da kehrt er dann doch lieber an seinen Schreibtisch in der Kämmerei zurück. Oder abends in sein Heimkino mit 2600 DVD’s und 2100 Blu-rays (Nachfolger der DVD).

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Den schrulligen Buchhändler und Privatermittler Wilsberg und die überspannte Krimikomödie hat er nicht in seiner Sammlung. „Noch nie gesehen“, gesteht Dirk Meussen und scherzt: „Wird mich das Sympathien kosten?“ Die 61. Folge unter seiner Mitwirkung, die wird er aber ganz sicherlich nicht verpassen.

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