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Dokument von 1925

Flasche mit Urkunde im Kriegerehrenmal gefunden

Nienborg Das alte Kriegerehrenmal an der Hauptstraße in Nienborg barg nicht nur viele Erinnerungen, sondern auch ungeahnte Schätze, wie sich beim Abbau zeigte: In einer alten Flasche fand sich eine Urkunde aus dem Jahr 1925.

Flasche mit Urkunde im Kriegerehrenmal gefunden

Heimatvereinsvorsitzender Theo Franzbach zeigt die alte Urkunde mit der grünen Flasche, in der sie steckte. Im Hintergrund das alte Kriegerehrenmal an seinem neuen Standort. Foto: Martin Mensing


Alpha PX Omega – Anno Domini MDCCCCXXV“ – diese Überschrift trägt die Urkunde, die Theo Franzbach, Vorsitzender vom Heimatverein Nienborg in seinen Händen hält. Dabei handelt es sich um eine Reproduktion einer aus dem Jahr 1925 stammenden Urkunde, die bei der Grundsteinlegung zur Errichtung des alten Kriegerehrenmals an der Hauptstraße in einer grünen Flasche in dem Baukörper hinterlegt wurde. Bei der Demontage des alten Kriegerehrenmals an der Hauptstraße wurde diese „Zeitkapsel“ aufgefunden. „Die Sache kam ins Rollen, als mich Frau Nöldemann vom Bauamt der Gemeinde Heek anrief und sagte, dass eine grüne beschädigte Sektflasche mit einem aufgeweichten Schriftstück aufgefunden worden sei“, erklärt Theo Franzbach.

Die Urkunde beinhaltet unter anderem folgende Zeilen: „Im Jahre des Heiles dem Jubeljahre unser römisch katholischen Kirche 1925, als Sr. Heiligkeit Pius XI römischer Papst, Lampen Pfarrer von Nienborg, Krabbe Amtmann des Amtes Nienborg und Depenbrock Vorsteher der Gemeinde Nienborg war, hat unsere Gemeinde heute durch den hierfür gewählten und hier unterzeichneten Ausschuss den Grundstein zu dem Ehrenmal ihrer Mitbürger, die im Weltkriege ihr Leben zum Opfer brachten gelegt, mit dem Wunsche und Gebet, daß der glorreich Erstandene auch ihnen glorreiche Auferstehung gewähre.“

3500 Goldmark

Entworfen und angefertigt wurde das Denkmal vom Bildhauer Dirks aus Billerbeck. Den Standort vor der Dinkel stellte Bernhard Rosery damals unentgeltlich zur Verfügung. „Die Kosten des Denkmals betrugen damals 3500 Goldmark und wurden aus freiwilligen Spenden des Wigbolds Nienborg und den Bauerschaften Callenbeck und Wext aufgebracht. Damals zählte die Gemeinde Nienborg 1300 Seelen“, gibt Theo Franzbach den weiteren Inhalt der Urkunde wieder.

Unterzeichnet wurde die Urkunde durch acht Mitglieder des damaligen Nienborger Kriegervereins: Bautechniker Josef Bruns, Rendant und Ortsvorsteher Hermann Depenbrock, Lehrer Heinrich Bruns, Landwirt Heinrich Mers, Klempner August Kötte, Bauunternehmer Josef Woltering, Landwirt Theodor Holtkamp und Landwirt Wilhelm Schlichtmann.

Umbau im Bereich der Wassermühle

Der Verein wurde am 11. September 1894 gegründet und war ein Zusammenschluss ehemaliger Soldaten. Im Ersten Weltkrieg ruhten die Aktivitäten, 1925 kam es zur Neugründung. Im gleichen Jahr bildete sich ein Denkmalausschuss mit dem Ziel, ein Kriegerehrenmal zu errichten. Die feierliche Einweihung fand am 12. Juli 1925 statt. Im Zuge der Umbauarbeiten im Bereich der Nienborger Wassermühle erhielt das alte Kriegerehrenmal in diesem Jahr auf dem alten Friedhof am Steinweg einen neuen Standort, direkt rechts neben dem neuen Kriegerehrenmal.

Dabei kam die Urkunde zutage. Auf Kosten des Heimatvereins wurde sie im Archivamt vom Landschaftsverband Westfalen Lippe in Münster restauriert. „Das war wie ein Puzzlespiel“, stellt Birgit Geller, Leiterin des Archivamts, angesichts der vielen Arbeitsschritte fest. In die zerbrochene Flasche war Flüssigkeit eingedrungen, die über einen sehr langen Zeitraum auf die Urkunde einwirkte. Das sehr dünne Papier war zusammengerollt und der mit schwarzer Tusche verfasste Text hatte sich in Teilen gelöst und auf das benachbarte Papier übertragen. Das erschwerte ihre Arbeit. „Zu Beginn habe ich das Dokument vorsichtig entrollt und im Wasserbad aufgefaltet, da das stark abgebaute Papier ein normales Hantieren nicht zuließ“, beschreibt Birgit Geller den Beginn ihrer Arbeit. Zum Auffalten des Dokumentes schob sie im Wasserbad Teflonspatel zwischen die Papierschichten.

Wie ein Puzzle zusammengesetzt

Danach wurde das Dokument luftgetrocknet und durch leichtes Besprühen mit Wasser und beschwertes Trocknen geglättet. Soweit wie möglich wurden die Fragmente, die sich gelöst hatten, wieder zugeordnet. Zum Schluss kaschierte Birgit Geller das Dokument auf der Rückseite mit Japanpapier und Weizenstärkekleister und fügte die losen Fragmente akribisch in die entstandenen Lücken ein.

Dennoch: „Die Urkunde konnte nicht komplett wieder hergestellt werden“, zeigt Theo Franzbach ein paar Lücken in dem Schriftstück. Die in einem großen Bilderrahmen eingefasste Reproduktion der Urkunde wird künftig im Heimat- und Bürgerhaus Hugenroth auf der Burg ausgestellt. Das Original verbleibt im Archiv des Heimatvereins.

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