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Ärger wegen Schulbus

Zwölfjährige läuft elf Kilometer nach Hause

HEEK Eine Zwölfjährige aus Heek wurde vom Busfahrer in Ahaus stehengelassen, berichtet die Mutter der Schülerin. Der Ärger ist groß.

Zwölfjährige läuft elf Kilometer nach Hause

Einen Bus der RVM wollte die Schülerin nehmen. Foto: Mareike Katerkamp

Eigentlich sucht die Heekerin Sanja Jotanovic per Facebook nur den Schal, den ihre zwölfjährige Tochter am Dienstagnachmittag verloren hat. Eigentlich. Denn verloren hat die Zwölfjährige ihn, weil ein Busfahrer sie nicht von Ahaus nach Heek mitnehmen wollte. Die Schülerin der Gesamtschule im Vestert musste nach Hause laufen. Elf Kilometer. So berichtete es die Mutter am Mittwoch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung.

Aber der Reihe nach: Die Zwölfjährige wollte am Dienstag den Schnellbus S 70 nehmen, der um 14.23 Uhr ab Stadtpark Ahaus nach Heek fährt. Doch die Schülerin hatte nur den Monatsabschnitt der Fahrkarte dabei, nicht die Kundenkarte mit Namens- und Schulangabe. Der Busfahrer habe daraufhin die Mitnahme der Schülerin verweigert. Wie also nach Hause kommen? Die Zwölfjährige entschied, nach Heek zu laufen. „Anrufen konnte sie mich nicht, sie hatte kein Guthaben mehr auf ihrer Handykarte. Da kam alles zusammen“, berichtete die Mutter.

80 Cent hatte die Schülerin noch in der Tasche, davon kaufte sie sich in ihrer Verzweiflung ein Brötchen für unterwegs. Sanja Jotanovic: „Normalerweise ist meine Tochter dienstags um 15.30 Uhr zu Hause. Als sie um 16 Uhr noch nicht da war, habe ich mir große Sorgen gemacht.“ Zumal die bis dahin getätigten Anrufe vergeblich waren. Erst um 16.15 Uhr sei ihre Tochter zu Hause angekommen. Nach fast zweistündigem Fußweg. Die letzten zwei Kilometer habe sie noch eine Bekannte mit dem Auto gefahren. „Meine Tochter war körperlich am Ende.“

Strickschal verloren

Ebenso schlimm für die Zwölfjährige: Sie hatte unterwegs ihren mit Sternen geschmückten Strickschal verloren, den ihre Mutter ihr erst am Samstag geschenkt hatte. Sanja Jotanovic: „Irgendwann auf der Strecke ist es ihr zu warm geworden. Sie hatte den Schal an der Schultasche befestigt und dann ist er wohl abgefallen.“ Nachdem sich die Aufregung gelegte hatte, ärgerte sich Sanja Jotanovic über den Busfahrer. Sie rief bei der Regionalverkehr Münsterland (RVM) an und beschwerte sich. „Der Busfahrer hätte mein Kind auf jeden Fall mitnehmen müssen. Er hätte auch ein Strafticket ausstellen können. Dann hätte ich die Karte vorgezeigt und eine Bearbeitungsgebühr entrichtet.“

RVM-Pressesprecher Christoph Hagebeucker äußerte zum Vorfall: „Kinder werden nicht stehengelassen. Auch wenn ein Schulkind kein Schulticket vorweisen kann, wir nehmen es trotzdem mit.“ Der entsprechende Busfahrer könne sich auch nach Rücksprache nicht an einen solchen Vorfall erinnern.

Die Beschwerde der Mutter lag Hagebeucker noch nicht vor. „Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis eine Beschwerde ins System eingepflegt ist.“

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