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Fußball: Landesliga 4

Julian Trapp vom SV Herbern: „Ich werde einige Spiele verpassen“

Herbern Julian Trapp ist derzeit bester Torschütze bei Fußball-Landesligist SV Herbern. Am Sonntag wird er gegen Westfalia Gemen vorerst sein letztes Spiel machen können.

Julian Trapp vom SV Herbern: „Ich werde einige Spiele verpassen“

Trotz seiner Größe von 1,96 Metern ist Julian Trapp durchaus in der Lage, einen Gegenspieler auch mal auf den falschen Fuß zu stellen. Foto: Marcel Witte

Julian Trapp steht in der laufenden Spielzeit bei sieben Toren in 14 Einsätzen für Fußball-Landesligist SV Herbern. Für den 22-Jährigen Selmer ist es die bislang beste Bilanz im Seniorenbereich. Am Sonntag traf er in Coesfeld beim 3:0-Sieg doppelt. Warum nach der Winterpause vorerst keine Treffer hinzukommen, verrät Trapp im Interview mit Sportredakteur Christian Greis.

Julian, Ihr Trainer Holger Möllers beobachtet bei Ihnen hin und wieder eine gewisse Lässigkeit, die er Ihnen zugesteht, weil es Ihre Art zu spielen sei. Wie lässig war Ihr Auftritt in Coesfeld?

Das sieht zwar manchmal so aus, als ob ich nicht immer die Spannung halten würde, aber Holger kann sicher sein, dass ich im Kopf immer voll da bin.

Obwohl in Oscar Cabrera und Whitson ein offensiver Spanier und ein Brasilianer im Team stehen, nennt Holger Möllers Sie zuerst, wenn es um den technisch stärksten Spieler im Kader geht. Hat er das richtig erkannt?

Die Technik ist tatsächlich meine größte Stärke, weil mich die Gegner aufgrund meiner Körpergröße von 1,96 Meter oft unterschätzen. Die denken meist, ich könne nur köpfen. Als die WM 2006 war, habe ich als Kind viel auf der Straße geübt, um mich technisch zu verbessern.

Also haben Sie die beste Technik im Team?

Das lässt sich nicht vergleichen, weil Oscar beispielsweise ein ganz anderer Spielertyp ist.

Was zeichnet Holger Möllers als Trainer aus?

Er versteht sich menschlich mit jedem im Team. Vergangene Saison war er manchmal sehr emotional an der Linie. Vor der Saison gab es eine Art Fragebogen, was wir verbessern können. Weil ich meist zuschauen musste und das wahrgenommen habe, habe ich das angemerkt.

Der Trainer wirkt in der Tat ruhiger, scheint das also auch anzunehmen. Der Saisonverlauf macht es ihm vielleicht auch leichter. Hätten Sie Platz vier nach 16 Spielen vor der Saison unterschrieben?

Ich konnte ja wenig beitragen, aber nach der Vorsaison im Abstiegskampf hätte ich das sofort so angenommen.

Wie ärgerlich ist die Auswärtsschwäche? Sie könnten noch besser in der Tabelle stehen...

Wenn ich nur wüsste, woran das liegt. Ist wohl einfach Kopfsache. Es liegt uns anscheinend nicht, wenn der Gegner nur verteidigt. Gegen Burgsteinfurt (1:2-Niederlage, Anm. d. Red.), ein Abstiegskandidat, sind wir gar nicht zurechtgekommen. Erst nach der Halbzeit, als wir so wie der Gegner gespielt haben. In Ahaus wiederum hat der Gegner mitgespielt und wir haben gewonnen (1:0, Anm. d. Red.). Und gut, so wie Coesfeld am Sonntag gespielt hat – die musstest du auch einfach schlagen.

Sie stehen derzeit bei sieben Toren in 14 Spielen. Wie schätzen Sie Ihre eigene Bilanz ein?

Im Vorjahr habe ich mir den Fuß gebrochen. Ein Arzt hat das schlecht eingeschätzt und gesagt, ich solle vier Wochen pausieren. Dann habe ich das mit mir rumgeschleppt und wurde dann doch operiert. Das hat mich die Saison gekostet. Meine jetzige Bilanz ist die beste im Seniorenbereich für mich bislang. Ich muss aber konstanter werden.

Sind Sie mittlerweile beschwerdefrei?

Ich habe noch eine Platte im Fuß. Die kommt am 21. Dezember raus. Ich werde dadurch die komplette Wintervorbereitung verpassen. Ich hoffe, dass ich im März wieder spielen kann, werde aber einige Spiele verpassen.

Das wäre auch eine Chance für Simon Mors. Sehen Sie ihn als ersten Konkurrenten um einen Stammplatz?

In der Saisonvorbereitung haben fünf, sechs Stürmer um einen Platz im Landesliga-Kader gespielt. Ich brauch da durch niemanden Extra-Motivation. Ich will immer spielen, egal wer noch da ist.

Aber Simon Mors trauen Sie die Vertreterrolle zu?

Normalerweise brauchen die Spieler, die aus der A-Jugend kommen, ein bis zwei Jahre, um bei den Senioren anzukommen. Simon ist der Beste, den ich in den vergangenen Jahren gesehen habe. Er konnte sofort bei uns mithalten.

Mit Oscar Cabrera und Gonzalo Conde stehen zwei Spanier und mit Whitson ein Brasilianer im Kader – wie sehr wurden die drei schon eingedeutscht?

Oscar hat einen Sprachkurs gemacht und spricht nur Deutsch. Whitson versteht alles und Gonzalo ist noch nicht ganz so weit. Der versteht aber auch alles (lacht). Spielerisch ist Whitson defensiv besser geworden. Der kann auch ordentlich austeilen.

Emsdetten hat an der Tabellenspitze neun Punkte Vorsprung auf Platz zwei. Sind die durch und was geht noch für den SV Herbern?

Emsdetten schießt nicht jeden Gegner mit fünf Toren ab. Sie bekommen wenig Tore und gewinnen ihre Spiele. Ich glaube nicht, dass die einbrechen. Aber vielleicht können wir zumindest Platz zwei anpeilen. Das als Ziel zu verfolgen, macht sicherlich mehr Spaß, als irgendwann im Mittelfeld der Tabelle rumzuspielen.

Nun werden Sie nach dem letzten Spiel gegen Gemen am Sonntag einige Zeit ausfallen. Gibt es dennoch eine persönliche Zielsetzung?

Die Zehn-Tore-Marke würde ich schon ganz gerne knacken.


Julian Trapp kommt aus Selm und ist 22 Jahre alt. Der Stürmer studiert in Bochum Sportwissenschaften.

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