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Neue Gruppen starten 2018

Ehrenamtliche Seelsorger oder Rosen für die Seele

Grafenwald 15 Menschen haben sich in den letzten zwei Jahren im Projekt ROSE zu Seelsorgern ausbilden lassen - unter anderem auch in Grafenwald. Was die Arbeit ihnen gibt und warum es sinnvoll ist, sich darauf vorzubereiten, haben sie uns jetzt verraten.

Ehrenamtliche Seelsorger oder Rosen für die Seele

Die Verantwortlichen und Teilnehmer des Projektes ROSE haben in Grafenwald über ihre Arbeit informiert. Es geht um die Ausbildung Ehrenamtlicher zu Seelsorgern.rademacher

Wenn Ulrike Mummenhoff von „Rosen“ spricht, dann meint sie selten die Blumenart – und oft die „Regional Organisierte Seelsorge Ehrenamtlicher“ – kurz ROSE –, ein Projekt, für dessen Realisierung die Pfarrerin aus Bottrop vor zwei Jahren sprichwörtlich den Hut aufgesetzt hat. 15 „Rosen“, also Ehrenamtliche aus diesem Netzwerk, schließen nun bald ihre Seelsorger-Ausbildung ab. Und es geht weiter. Im kommenden Jahr soll es wieder zwei Gruppen geben. Was genau hinter der Arbeit von ROSE steckt, wer das Projekt finanziert und wie man sich selbst engagieren kann erklärten die Verantwortlichen bei einem Pressegespräch im Evangelischen Gemeindehaus Grafenwald, wo auch regelmäßig Seminare stattfinden.

Wer hat das Projekt initiiert und warum?

ROSE ist ein Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Mit der Konzeption und Betreuung hat dieser vor zwei Jahren Ulrike Mummenhoff betraut. Sie ist nicht nur Pfarrerin, sondern auch Pastoralpsychologin und Supervisorin. Und aus dieser Erfahrung wisse sie als Profi auch, dass in der Seelsorge oft Themen auf den Tisch kommen, die einen Laien überfordern, belasten. In solchen Situationen, so der Ansatz von ROSE, hilft es, vorbereitet zu sein. Deshalb bietet der Kirchenkreis Ausbildungen für Ehrenamtliche an.

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung besteht aus insgesamt zwei Basismodulen. Zeitaufwand sind rund 280 Ausbildungsstunden innerhalb von zwei Jahren. Dazu gehören nicht nur der theoretische Teil, sondern auch Praktika entweder in der Seelsorge im Krankenhaus, im Altenheim oder in der Gemeinde. In der Gruppe gibt es regelmäßige Treffen und Supervisionen.

Wie sieht die Arbeit der Ehrenamtlichen aus?

Das kommt natürlich etwas darauf an, wo sie eingesetzt werden. Ali Azazoglu beispielsweise ist ehrenamtlicher Seelsorger im Knappschaftskrankenhaus, seit er die Ausbildung begonnen hat. „Das ist wichtig für die Patienten dort – vor allem auch für die muslimischen, die oft noch nicht so sehr mit diesem Angebot vertraut sind“, sagt er. Der Krankenpfleger – selbst auch Muslim – lobt den Mut des Kirchenkreises, ROSE nicht nur für Evangelen, sondern auch für Menschen anderen Glaubens zu öffnen. Zum Beispiel bei der Dialyse ist er für Patienten da, hört sich ihre Probleme an, hält auch mal Händchen. „Auch das kann helfen“, sagt er. Wichtig: Alles, was dabei besprochen wird, behandeln die Seelsorger streng vertraulich, halten sich beim Pressegespräch entsprechend mit Beispielen zurück. Was ihnen wichtig ist: Seelsorge ist nicht immer einfach, als Ehrenamtlicher bekomme man durch sie aber auch unheimlich viel zurück.

Wie finanziert sich das Projekt?

Der Kirchenkreis lässt sich das Projekt einiges kosten, wie Superintendent Dietmar Chudaska sagt. Im nächsten Haushalt schlägt ROSE mit rund 20.000 Euro zu Buche, die Ehrenamtlichen leisten pro Basismodul auch noch mal einen Beitrag von je 200 Euro. „Wir haben dadurch einen sehr hohen Standard in der Qualität der Ausbildung“, so der Superintendent. „Das schützt vor Überforderung.“ Das können auch Norbert Scharein und Christine Wittgenstein bestätigen, die beide als Seelsorger in Altenheimen tätig sind und die ROSE-Ausbildung nun bald abgeschlossen haben. Seelsorge, so sagen es beiden, habe auch viel mit Selbstreflexion zu tun, mit der Arbeit an sich selbst.

Wird es neue Ausbildungsgruppen geben?

Ja. Es wird im kommenden Jahr zwei neue ROSE-Gruppen geben; eine Dienstags-Gruppe und eine Samstags-Gruppe. Start ist im Februar. Es gibt noch freie Plätze. Ulrike Mummenhoff hofft, dass sich genug Interessierte finden. Denn, so sagt sie: „Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie die Rosen.“

  • Wer sich für die Mitarbeit bei ROSE interessiert, kann an einem der drei geplanten Infoabenden teilnehmen.
  • In Gladbeck informiert Ulrike Mummenhoff am 19. November (Sonntag) ab 19 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Postallee 12.
  • In Dorsten gibt am 20. November (Montag) ab 19 Uhr einen Infoabend im Sitzungssaal des Evangelischen Gemeindehauses, Südwall 5.
  • In Bottrop findet die Veranstaltung am 21. November (Dienstag) ab 19 Uhr im Martinszentrum, An der Martinskirche 1, statt.
  • Weitere Infos über Tel. (01801) 311017, per Mail an rose@kk-ekvw.de rose-kirche.de

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