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Bewährungsstrafe

Vogelhändler erneut verurteilt

Kirchhellen Ein Rentner (77) aus Kirchhellen ist wegen des illegalen Fangens und Verkaufens von heimischen Singvögeln gestern vor dem Amtsgericht Bottrop zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Vogelhändler erneut verurteilt

Heimische Vögel wie beispielsweise den Kleiber soll der Rentner aus Kirchhellen eingefangen und verkauft haben.

Wegen eines ähnlichen Vergehens wurde der Mann bereits zu einer einjährigen Bewährungsstrafe und einer Zahlung von 100 000 Euro verurteilt. Bei einer Razzia fanden Ermittler 2012 auf seinem Grundstück in verschiedenen Volieren über 100 heimische Vögel wie beispielsweise Buchfinken, Blaumeisen oder Kleiber. Mehr als 100 000 Euro soll er mit dem Verkauf der Tiere verdient haben. Vom Gesetz her ist es in Deutschland verboten, wild lebende Tiere einzufangen und mit ihnen zu handeln.

Wie Eckhard Meierjohann, Richter am Amtsgericht Bottrop, auf Anfrage der Dorstener Zeitung gestern erklärte, wurde dieser erste Fall als Strafbefehlsverfahren behandelt. „Das wird oft bei geständigen Ersttätern gemacht. Dabei findet keine Hauptverhandlung statt. Es erfolgt lediglich eine schriftliche Verurteilung“, so Meierjohann. Der Nachteil eines solchen Vorgehens sei jedoch, dass der „erzieherische Effekt“ nicht so stark sei, wie bei einer Verurteilung mit Hauptverhandlung.

Geständiger Täter

Im aktuell verhandelten Fall ging es, so Meierjohann, um neun Vögel, die bei dem Angeklagten gefunden wurden. Zudem sei der Kirchhellener geständig gewesen. „Das und die Tatsache, dass ihm aufgrund des Strafbefehlsverfahrens beim ersten Fall vielleicht der Ernst der Lage nicht ganz klar gewesen war, hat sich strafmildernd ausgewirkt“, erklärte der Richter.

Er führte außerdem noch den den hohen medialen Druck als Grund an, warum die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde: „Der Shitstorm in den sozialen Netzwerken ist ja auch schon eine Art Bestrafung.“ Dennoch sei es dem Amtsgericht Bottrop nicht leicht gefallen, diese Entscheidung zu treffen, da die Situation nicht einfach zu beurteilen gewesen sei. Richter Eckhard Meierjohann machte jedoch auch klar, dass man bei einem erneuten Verstoß keine Milde mehr zeigen werde.  

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