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Läuferinnen aus Leidenschaft

Zwei Kirchhellenerinnen bei Marathon in New York

Kirchhellen Das Mekka für Läufer: So wird der Marathon in New York oft genannt. Zwei Frauen aus Kirchhellen waren dieses Jahr dabei. Britta Winkelhorst (54) und Kerstin Cyrus-Yeginer (49) haben uns von ihren Erlebnissen erzählt

Zwei Kirchhellenerinnen bei Marathon in New York

Die Kirchhellenerinnen Britta Winkelhorst (l.) und Kerstin Cyrus-Yeginer jubeln in der Weltmetropole New York. Foto: Privat

Wenn Britta Winkelhorst (54) und Kerstin Cyrus-Yeginer (49) Blumen im Haar tragen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie laufen. Durch Kirchhellen. Durch Istanbul oder Rom, durch Bordeaux oder Stockholm. Durch Wien, Kopenhagen, Düsseldorf. Die Liste ist lang. Zuletzt waren die beiden beim großen Marathon in New York dabei. Rund eine Woche nach ihrer Rückkehr nach Kirchhellen sind sie immer noch ganz euphorisch von diesem Erlebnis. „Obwohl wir schon in vielen verschiedenen Ländern waren, war der Lauf in New York wohl der Lauf unseres Lebens“, sagt Britta Winkelhorst. Sie strahlt, wenn sie an ihre Erlebnisse in Amerika zurückdenkt – noch mehr, wenn sie dabei in die Augen ihrer Freundin Kerstin Cyrus-Yeginer schaut. Dann wirkt es fast so, als würden sie nicht am gemütlichen Esstisch der Familie Winkelhorst sitzen, sondern zurück sein im Trubel der Weltmetropole.

Zuschauer feuerten kräftig an

Rund 50.000 Menschen gehen beim Marathon in New York an den Start. Millionen Menschen schauen vom Rand aus zu, applaudieren, feuern an – machen aus dem Lauf ein Mega-Event. „Wir haben uns zwischendurch immer wieder gekniffen und gesagt: Das kann nicht wahr sein“, sagt Britta Winkelhorst. „Die Leute haben uns angefeuert, als würden sie uns kennen“, ergänzt Kerstin Cyrus-Yeginer und schüttelt – immer noch ungläubig beeindruckt – den Kopf. „Beim Zieleinlauf mussten wir einfach stehen bleiben, mit den Menschen reden, sie in den Arm nehmen“, so Britta Winkelhorst. Die Zeit? Die war da total egal. Die ersten 40 Kilometer haben die beiden zwar unter fünf Stunden geschafft. Aber für den Zieleinlauf haben sie sich Zeit gelassen – um möglichst viel aufzusaugen von der Atmosphäre, dem Gefühl, bei diesem „Traum für jeden Läufer“ nun wirklich dabei zu sein.

Kaum negative Eindrücke hatten die beiden dementsprechend bei ihrer Rückreise im Gepäck. Auch nicht von den verstärkten Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt, die die Kirchhellenerinnen durchaus wahrgenommen haben. Ziemlich deutlich sogar. „Am Anfang habe ich fast gedacht, dass mehr Polizisten als Läufer da sind“, sagt Britta Winkelhorst. Kein Wunder: Bei Großveranstaltungen wie diesem Marathon macht sich eine Stadt wie New York natürlich ziemlich angreifbar. Nur wenige Tage vor dem Event war in Manhattan ein Mann mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge gerast. Acht Menschen starben dabei.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen


Entsprechend hoch waren die Sicherheitsvorkehrungen beim Lauf. Was zu Beginn noch ein bisschen einschüchternd wirkte, löste sich aber bald auf, sagen Britta Winkelhorst und Kerstin Cyrus-Yeginer, kehrte sich sogar in das Gegenteil. „Die Polizisten waren total gut drauf“, sagt Kerstin Cyrus-Yeginer. Von Rand aus hätten die Beamten die Läufer angefeuert – ihnen sogar zugezwinkert und hinterhergerufen.

Genau wegen dieser Eindrücke haben sich die Freundinnen aus Kirchhellen vor einigen Jahren entschlossen, Marathons in verschiedenen Ländern zu laufen. Um etwas zu sehen von der Welt, um Menschen kennenzulernen, denen man sonst wahrscheinlich nie begegnet wäre.

Für Körper, Geist und Seele

„Wir verständigen uns dabei mit Händen und Füßen, nehmen uns in die Arme. Da ist es überhaupt nicht schlimm, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht“, sagt Britta Winkelhorst. „Schweiß verbindet.“ Klar, sagt sie, manchmal istdas Training schon auch etwas hart – und vor allem intensiv. Aber für die beiden Freundinnen bedeutet das Laufen Lebensqualität. „Für Kerstin und für mich ist das für Körper, Geist und Seele. Wir sehen immer zu, dass wir lachend durch das Ziel kommen und dass wir immer viel Spaß beim Laufen haben“, so Britta Winkelhorst. Als Zeichen ihrer guten Laune tragen sie bei jedem Marathon Blumen im Haar.


Regelmäßig treffen sie sich in Kirchhellen zum Trainieren, vor einem Marathon natürlich in der entsprechenden Häufigkeit. „In dieser Zeit stellen wir dann auch unsere Ernährung um“, so Britta Winkelhorst. Wichtig ist den beiden – neben dem Spaß – die Gesundheit. „Wir wollen möglichst lange fit bleiben“, sagen beide. Übertreiben werden sie es also nicht mit dem Marathon. Aber weitermachen sie auf jeden Fall. „Nach dem Lauf“, beginnt Kerstin Cyrus-Yeginer, „ist vor dem Lauf“, fügt Britta Winkelhorst lachend hinzu. Im kommenden Jahr jedoch werden sie erst mal eine Pause einlegen. „Bei uns steht in der Familie viel an“, erzählt Kerstin Cyrus-Yeginer. Sie ist gerade Oma geworden – und strahlt, als sie das erzählt, über das ganze Gesicht. Aber für das Jahr danach haben Kerstin Cyrus-Yeginer und Britta Winkelhorst schon einen Plan: Sie wollen den Marathon in Sevilla mitlaufen. Ob es dort genauso eindrucksvoll wird, wie in New York? Schwer zu sagen. „New York war wirklich etwas ganz Besonderes“, sagt Britta Winkelhorst, während ihre Freundin zustimmend nickt. Tja: Vielleicht stimmt es doch, dass die Amis eben nicht nur mit Wasser kochen – sondern mit Pepsi. Die gab es übrigens auch, als die Kirchhellenerinnen in New York durchs Ziel gelaufen waren – strahlend und fröhlich. Wie die Blumen in ihrem Haar.

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