Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Landwirte sind wachsam

Afrikanische Schweinepest noch kein Problem

LEGDEN Die Afrikanische Schweinepest breitet sich über Wildschweine aus. Sorgen machen sich trotz weniger Wildschweine auch Landwirte in Legden. Für sie hätte eine Ausbreitung des Erregers Folgen.

Afrikanische Schweinepest noch kein Problem

Die Afrikanische Schweinepest verbreitet sich derzeit in Osteuropa über Wildschweine. Auch nach Deutschland könnte sie kommen, denn Tschechien hat sie bereits erreicht. In Legden gibt es keine feste Wildschweinpopulation, dennoch reisen immer mal wieder einzelne Tiere durch. dpa Foto: picture alliance / Gregor Fische


Bei Landwirten und Jägern wächst die Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest. In Tschechien, Ostpolen und dem Baltikum hat sich die Seuche bereits verbreitet. Käme sie nach Deutschland, hätte das für Landwirte schwere Folgen.

Könnte die Schweinepest auch ins West-Münsterland kommen?

„Die Sorge ist da. Wenn die Afrikanische Schweinepest im Kreis Borken ankommt, wäre es schlimm“, sagt Christian Bomberg, Vorsitzender des Ortsverbandes Legden im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. „Der Kreis Borken ist eine viehstarke Region“, sagt Christian Bomberg. Eine Ausbreitung der Schweinepest betreffe so schnell etliche Betriebe.

Wie verbreitet sich die Krankheit?

Die Afrikanische Schweinepest bewegt sich aus Osteuropa kommend vor allem an Transitstrecken vorwärts. „Möglicherweise wurden aus den bisherigen Infektionsgebieten kontaminierte Wurst- oder Fleischwaren nach Tschechien mitgenommen, dort unsachgemäß entsorgt und dann von den Wildschweinen gefressen“, schreibt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband auf seiner Webseite. Auch sei der Erreger der Afrikanischen Schweinepest sehr viel ansteckender als die klassische, europäische Schweinepest, sagt Clemens von Oer, Leiter des Hegerings Schöppingen-Legden. „Wildschweine stecken sich schnell an“, ergänzt Christian Bomberg.

Wie hoch ist die Wildschweinpopulation in Ledgen?

„Im Bereich des Hegerings Schöppingen-Legden gibt es derzeit keine Wildschweine“, sagt Clemens von Oer. „Die fühlen sich hier nicht so wohl.“ Das liegt vor allem daran, dass im Kreis Borken das Land sehr offen ist und viel grünes Land und viele Ackerflächen bietet. „Die geben den Tieren zu wenig Deckung“, sagt von Oer. Wildschweine fühlen sich in bewaldeten Gebieten wohler. Dennoch gebe es hin und wieder Wildschweine, die die Region durchqueren, sich quasi auf der Durchreise befinden, so Clemens von Oer. Vor allem im Norden des Kreises Borken, nahe der Grenze zu den Niederlanden und im Süden bei Heiden und Reken gebe es viele Wildschweine.

Ist die Afrikanische Schweinepest auch für Menschen gefährlich?

Die Krankheit sei zwar für den Menschen ungefährlich, führe allerdings bei Haus- und Wildschweinen zu hohen Verlusten und verlaufe in der Regel tödlich, so der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband. Einen Impfschutz gebe es nicht.

Welche Folgen hätte ein Fall der Pest für Betriebe in Legden?

In und um Legden wären etwa 30 bis 40 Betriebe betroffen, schätzt Christian Bomberg. Würde bei einem Wildschwein die Krankheit festgestellt, werde ein Sperrbezirk um den Ort herum eingerichtet. Bei umliegenden Viehbetrieben ginge dann „kein Schwein mehr vom Hof“, sagt Christian Bomberg. „Der Fleischverkauf würde schwierig werden“, bestätigt Clemens von Oer.

Was tun die Bauern, um ihre Tiere zu schützen?

Die Landwirte seien dazu angehalten, ihre Bauernhöfe mit Zäunen einzufrieden, sagt Christian Bomberg. So sei der Schweinebestand der Betriebe sicher von Wildschweinen getrennt. Auch für Futterstätten handhaben Landwirte das so. „Das klappt sehr gut“, sagt Christian Bomberg.

Welche Maßnahmen gibt es noch?

„Wir sind über jeden Wildschweinabschuss dankbar“, sagt Christian Bomberg. Teils hängt die Ausbreitung der Krankheit also davon ab, wie groß die Bestände an Wildschweinen sind, die die Krankheit verbreiten. Hier sind die Jäger gefragt. Im Hegering Schöppingen-Legden haben diese derzeit mit Wildschweinen kaum zu tun. Auch die Bürger können etwas tun. „Jeder Bürger ist gefordert, Müll richtig zu entsorgen“, sagt Christian Bomberg. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband hält Verbraucher dazu an, Schweinefleischprodukte nicht in der Wildnis oder in frei zugänglichen Müllbehältern zu entsorgen. Das ist wichtig, da sich der Erreger lange hält und die Krankheit so leicht übertragen werden kann.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Lichtermarkt

Stiftsdorf im Lichterglanz

Asbeck Der Lichtermarkt rund um das Dormitorium lockte mit Geselligkeit und vielen Angeboten. Und dann wurden auch noch die Gebäude illuminiert.mehr...

Preisgeld gut investiert

Neue Zeiten in der Legdner Bücherei

Legden . „Benjamin Blümchen“ und Co. haben ausgedient. Zu finden sind die Kinder-Klassiker in der katholischen Pfarrbücherei aber weiterhin, nicht mehr auf Kassette, sondern nur noch als CD.mehr...

Landwirte und Bürgermeister

Protest gegen Stromtrasse

Legden Einige Landwirte und die Bürgermeister aus Legden und Gescher wollen sich nun gegen die geplante Amprion-Gleichstromtrasse „A-Nord“ wehren. Ihre Einflussmöglichkeiten aber sind begrenzt.mehr...

Fragen und Antworten:

Legden hat die schwarze Null im Blick

Legden Den besten Haushaltsentwurf seit 2009 präsentierte Bürgermeister Friedhelm Kleweken dem Gemeinderat. Ein Sparhaushalt ist es aber trotzdem.mehr...

Trasse von Epe nach Legden

Vorarbeiten für neue Erdgasfernleitung können beginnen

LEGDEN Mit dem Erlass des Planfeststellungsbeschlusses ist der Weg frei für die Bauarbeiten für die Erdgasfernleitung von Epe nach Legden. Nachdem jetzt der genaue Trassenverlauf feststeht, kann der Fernleitungsnetzbetreiber Open Grid Europe noch im Dezember mit den ersten Vorarbeiten beginnen.mehr...

Gemeinsames Vorgehen

Drei Gemeinden und ein Plan für die Zukunft

Ahaus Die Schullandschaft verändert sich rasant. Das macht eine neue Schulentwicklungsplanung notwendig. Erstmals arbeiten dafür drei Kommunen zusammen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen.mehr...