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Laubsauger-Alarm

Viel Krach und tote Krabbeltiere

Legden Laubbläser kommen im Herbst jeden Tag zum Einsatz, um Blätter von den Wegen zu pusten. Viele Bürger sind von den lauten Geräten nicht begeistert und auch Umweltschützer schlagen Alarm.

Viel Krach und tote Krabbeltiere

Der Einsatz von Laubbläsern ist weit verbreitet. Doch ihre Wirkung auf die Umwelt ist umstritten. .Foto dpa Foto: dpa

Laut, miefig, Insektenkiller – die eigentlich so praktischen Laubbläser und -sauger haben weder bei Bürgern noch bei Umweltschützern einen guten Ruf. Sie verpesten die Luft, machen einen ziemlichen Krach, häckseln nützliche Insekten klein, bemängelt Jürgen Kruse vom Legdener Naturschutzbund (Nabu).

Bürger und Gemeinde sind verpflichtet, die in ihre Zuständigkeit fallenden Wege zu räumen, um eine Rutschgefahr für Passanten zu minimieren. Um ihrer Verpflichtung nachzukommen, nutzt die Gemeinde Legden – wie beispielsweise auch viele Hausmeisterdienste – Laubbläser und Laubsauger. Ein Sauger und drei Laubbläser seien im Einsatz, teilt die Gemeinde auf Anfrage mit. Mit den Saugern wird das Laub von öffentlichen Flächen und Rasenflächen gepustet. Wirtschaftliche Alternativen zu den praktischen Saugern und Bläsern sehe man nicht, sagt die Gemeinde. Die Laubbläser und -sauger sind einfach effektiver als Harke und Rechen.

Dabei haben die Geräte dem Ordnungsamt Legdens sogar schon einige Beschwerden wegen der Lautstärke eingebracht. Über 100 Dezibel schaffen einige Geräte. Klar, da ist Rücksicht geboten, müssen Ruhezeiten eingehalten werden. Verboten ist der Einsatz der lauten Bläser in Wohngebieten an Sonn- und Feiertagen ganztägig. An Werktagen dürfen die Bürger von 20 bis 7 Uhr nicht gestört werden. Auch in der Mittagszeit muss Ruhe herrschen. Die Zeiten gelten sowohl für die Gemeinde, Privatpersonen als auch für Gewerbebetriebe.

Zeit, umzudenken
Fragwürdig sei neben dem Lärm auch der Schadstoffausstoß der Laubbläser, sagen Naturschützer. Nicht nur Städte und Gemeinden müssten sensibilisiert werden – auch private Haushalte können ihren Teil dazu beitragen, Nachbarn und Umwelt zu schonen.

„Alle jammern über das Insektensterben, aber gleichzeitig forcieren viele die Entwicklungen durch Laubsauger oder die Gartengestaltung“, bemängelt Jürgen Kruse vom Legdener Naturschutzbund (Nabu). „Naturschützern ist das schon seit Jahren ein Anliegen.“ Für ein Umdenken sei es höchste Zeit, betont er. Jeder könne etwas für die Artenvielfalt und für das Überleben der Insekten tun.

Laub erhalten

Kruse empfiehlt, Laub auf Flächen, die Bürger nicht räumen müssen, einfach mal bewusst liegen zu lassen. „Das ist das A und O für die Bodenbildung“, sagt Jürgen Kruse. Doch nicht nur der Boden profitiert, wenn die Blätter liegen bleiben, auch Tiere freuen sich. So nutzen beispielsweise Igel die Haufen zur Überwinterung. Daher rät der Nabu zwar auf der Straße zu fegen, im Garten aber das Laub zu einem Haufen zu schichten, der Tieren im Winter als Quartier dienen kann.

Dort, wo tatsächlich gekehrt werden muss, sind Rechen und Harke die leisere und umweltschonendere Alternative. „Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölze verteilt werden“, rät Kruse. Dort könne es im Winter langsam verrotten und diene dem Boden sowie Kleintieren als Schutz.

Auch die Gemeinde Legden versuche, beim Laubsammeln tierfreundlich vorzugehen. Damit die Tierwelt wenig Schaden nimmt, kämen die Geräte nur auf befestigten Flächen zum Einsatz, teilt die Gemeinde mit. Beete bleiben außen vor, dort lässt die Gemeinde nach eigenen Angaben das Laub liegen, bis die Blumenbeete im Frühjahr neu per Hand bepflanzt werden.

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