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Lünen feiert den Reformationstag

Eine Kirche voller neuer Ideen

Lünen Fulminante Bläsermusik, 100 Eimer flackernder Lichter und eine Kirche ohne Bänke: Der Gottesdienst zum Reformationstag in der Stadtkirche war etwas ganz Besonderes.

Eine Kirche voller neuer Ideen

Der Reformationsgottesdienst wurde von den Pfarrerinnen und Pfarrern der Kirchengemeinde Lünen gestaltet. Foto: Foto: Beuckelmann

Eindrucksvoll erstrahlte am Abend des Reformationstages der Turm der Stadtkirche St. Georg. Lichtzeichen erinnerten an die Thesen Luthers, der vor 500 Jahren den Impuls zur Reformation und der Freiheit des Glaubens gegeben hatte. „Wer bin ich ohne mich?“ war am Kirchturm zu lesen.

Rund 300 Menschen gingen der Frage nach und erlebten einen musikalischen Gottesdienst mit vielen Impulsen. „Noch ein bisschen fragend, so stehen wir hier“, sagte Pfarrer Udo Kytzia am Anfang des Gottesdienstes. Er zitierte damit die Überschrift eines Textes einer katholischen Schriftstellerin, „Wir wachsen zusammen: evangelisch, katholisch und darüber hinaus“, fügte er mit Blick auf die Ökumene hinzu.

Wichtige Rolle der Musik
Ein Wesenszug der Reformation sei die Musik, erklärte Kytzia angesichts des Programms. Es erfreute die Menschen mit fulminanten Bläservariationen der Posaunenchöre Lünen und Preußen. Zudem sorgten 35 Sängerinnen und Sänger der Kantorei und des Chores „Voices’R‘Us“ mit Bandbegleitung für eine schöne Interpretation der „Missa Iazzica“, eine jazzige Vertonung des Ordinariums. Pfarrer Kytzia lud dazu ein, auch die Kunst zu entdecken und sich inspirieren zu lassen.

Auf dem Boden standen etwa 100 Zinkeimer, in denen Lampen aufflackerten – die Kunst-Installation „Sea of Dreams“ von Siegfried Krüger und Simone Prothmann. Im Turmeingang war die Installation „Sung Glass“ von Pé Okx zu bewundern. Der Ständig Stellvertretende Superintendent Michael Stache unterstrich den reformatorischen Gedanken, schlug eine Brücke zwischen Reformation und Gegenwart und dankte allen Beteiligten, die mit großem Engagement im Reformationsjahr für zahlreiche Impulse und ein Gelingen gesorgt hätten. In Interview mit Pfarrern berichteten Akteure über ihre Erfahrungen, so etwa Beanka Ganser.

Sie charakterisierte die Aktionen als „offen, einladend, freundlich und experimentierfreudig“. Ganser wünschte sich: „Mir ist wichtig, dass wir einen guten Kontakt zu unseren jüdischen Geschwistern halten.“ Sabine Ilgner meinte mit Blick auf die bewusst abgebauten Kirchenbänke: „Stehend ist eine neue Erfahrung, man ist im to-go-Modus.“

Neues wagen
Christel Kanne: „Es ist sehr wichtig, Neues zu wagen, das gelingt der Kirchengemeinde sehr gut.“ Helmut Friedrich Bock zog ein positives Fazit: „Ich fand alles gut.“ Eine Finissage mit Fotopräsentation durch Mitglieder des Photo-Clubs Lünen ließ die Jubiläumsaktionen Revue passieren.

Mit einem symbolträchtigen Höhepunkt endete der Abend, als 500 Luftballons in den Himmel steigen gelassen wurden. Wer da noch dabei sein wollte, musste allerdings dreieinhalb Stunden durchhalten. Dem ein oder anderen wurde es ohne Sitzgelegenheit zu anstrengend und er verließ die Kirche.

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