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Löschzüge in Unruhe

Feuerwehrstandorte auf dem Prüfstand

LÜnen Die Feuerwehrgerätehäuser in Niederaden, Horstmar, Beckinghausen und Nordlünen sind in die Jahre gekommen. Mit Schönheitsreparaturen allein ist es nicht getan, um die Standorte auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Deshalb prüft die Verwaltung, Standorte zusammenzulegen.

Feuerwehrstandorte auf dem Prüfstand

Das Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Niederaden. Foto: Foto Goldstein (A)

„Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang Standorte räumlich zusammengelegt werden, steht noch aus“, hieß es bei der Stadt am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung: „Die Grundlagen und Anforderungen für eine solche Entscheidung sollen durch einen unabhängigen Sachverständigen ermittelt werden.“ Um welche Standorte es sich handeln könnte, dazu machte die Stadt keine Angaben.

CDU-Antrag

Gedanken hierzu hat sich derweil die CDU gemacht. Wie aus einem Antrag der Ratsfraktion für die Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung Ende November hervorgeht, sollte „für die Löschzüge Horstmar und Niederaden ein geeignetes Grundstück gesucht werden, um beide Löschzüge in einem Gebäude“ zusammenführen zu können. Für den Fall, dass kein passendes Grundstück gefunden wird, sei alternativ in den einzelnen Stadtteilen nach geeigneten Grundstücken zu suchen. Weiter heißt es in dem Antrag: „Die Vorschläge sind mit der Feuerwehr abzustimmen.“ Darauf legt Rainer Ashoff, Chef der Berufsfeuerwehr, allergrößten Wert: „Mir ist es ganz wichtig, dass die Feuerwehr an dem Prozess maßgeblich beteiligt wird“, sagte Ashoff am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Das habe ihm die Verwaltung auch zugesagt.

Es herrscht Unruhe


Wie unsere Zeitung aus Kreisen der Freiwilligen Feuerwehr erfuhr, herrscht bei den Löschzügen eine gewisse Unruhe. „Es kann doch nicht sein, dass unser Standort vielleicht dicht gemacht wird“, sagte ein langjähriges Mitglied gegenüber unserer Redaktion, das seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will: „Ich will mir ja nicht den Mund verbrennen.“

Das sind die Mängel

Wie von unserer Zeitung berichtet, weisen die Feuerwehrgerätehäuser in Niederaden, Horstmar, Beckinghausen und Nordlünen unter anderem folgende Mängel auf: Kreuzungswege von Einsatzkräften und -fahrzeugen auf dem Grundstück und in den Gebäuden, es fehlen Parkplätze für die Autos der Einsatzkräfte, keine, beziehungsweise nicht ausreichende Sanitäranlagen getrennt nach Männern und Frauen, unzureichende, teils gefährdende Platzsituation beim Umkleiden.

„Ein Stückchen breiter reicht nicht“

Dazu hatte Marc Stoverock, Betriebsleiter der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) im Juni im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung gesagt: Der Standard, den es mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Wethmar und künftig mit dem Neubau in Brambauer gebe, sei an den alten Standorten niemals zu erreichen: „Ein Stückchen breiter oder ein bisschen anbauen, das reicht ganz und gar nicht.“

„Gebäude uneingeschränkt nutzbar“

In der Zwischenzeit ist nach Angaben der Stadt einiges passiert. „An allen vier untersuchten Standorten wurden Sofortmaßnahmen durchgeführt. Mängel, die durch organisatorische Mittel beziehungsweise durch weniger kostenintensive technische Mittel behoben werden konnten, wurden beseitigt. Weitergehende Lösungen werden zur Zeit erarbeitet“, so die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion: „Bis auf das Feuerwehrgerätehaus in Niederaden können nach wie vor alle Gebäude uneingeschränkt genutzt werden.“

Aufenthaltsraum geschlossen

Zur Erinnerung: In Niederaden ist der Aufenthaltsraum im ersten Obergeschoss als solcher gar nicht zulässig und deshalb seit Monaten dicht, weil Flucht- und Rettungswege gegen rechtliche Bestimmungen verstoßen.

Dazu erklärte die Stadt: „Ein Abweichungsantrag zur Nutzung des Schulungsraumes im Obergeschoss des Feuerwehrgerätehauses Niederaden wurde bei der Bauordnung eingereicht. Nach Erteilung der Genehmigung steht dieser Raum für einen beschränkten Nutzerkreis wieder zur Verfügung.“

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