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Fußball: Bezirksliga

Krziwanek: „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“

Brambauer Kreuzbandriss – alle sechseinhalb Minuten zieht sich ein Deutscher diese Verletzung zu. So auch Bezirksliga-Kicker Christoph Krziwanek vom BV Brambauer. Er wird am Donnerstag operiert und hat Sorgen vor dem Eingriff.

Krziwanek: „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“

Christoph Krziwanek (r.) wird dem Bezirksligisten BV Brambauer für den Rest der Saison fehlen. Foto: Foto: Weitzel

Christoph Krziwanek kann sich noch genau an dieses laute Knacken in seinem rechten Knie erinnern. Es war ein Zweikampf um den Ball im Training. Am 7. November. Kurz nach dem 6:3-Erfolg des Fußball-Bezirksligisten BV Brambauer beim TSC Hamm. Krziwanek und sein Mitspieler Andreas Lieder kämpfen um das runde Spielgerät – ein Pressschlag. Plötzlich sackt Krziwanek zusammen. Sein Knie – weggeknickt. „Solche Schmerzen hatte ich noch nie“, sagt der 24-jährige Fußballer des BV Brambauer. Gestützt von seinen Mitspielern verlässt er mit schmerzverzerrtem Gesicht den Platz.

Saison ist gelaufen

Am nächsten Morgen – Ernüchterung. „Es ging gar nichts mehr“, erzählt Krziwanek, der von Beruf Maler und Lackierer ist. Schnell macht der Amateurkicker einen Termin bei seinem Orthopäden. Die folgende MRT-Untersuchung, ein bildgebendes Verfahren zur Darstellung von Verletzungen der Organe und Knochen, gibt Aufschluss über die Schwere der Verletzung. Diagnose: Kreuzbandriss. Die Saison ist für den ambitionierten Fußballer gelaufen, eine Operation unausweichlich. Am Donnerstag wird der Lüner Kicker in Dortmund-Hörde operiert. „Ich habe von meinem Co-Trainer Dennis Köse die Empfehlung für den Arzt bekommen. Mein Eindruck ist sehr gut“, sagt Krziwanek. Auch Dennis Köse laboriert an einem Kreuzbandriss und fällt noch lange aus.

Es ist die erste schwere Verletzung, die sich der BVB-Fußballer in seiner bisherigen Karriere zugezogen hat. „Ich hatte mal einen Außenbandriss am Knöchel. Das war aber nicht so schlimm“, so Krziwanek. Den Fußball lernt er im zarten Alter von sechs Jahren kennen und lieben. In der F-Jugend des VfB Lünen sammelt er die ersten Erfahrungen in der populärsten Ballsportart des Landes.

Bei vier Lüner Klubs gespielt

Zunächst als Innenverteidiger, später als Sechser. „Ich war immer so ein Allrounder“, sagt Krziwanek und lacht. Mittlerweile kickt er beim BV Brambauer. Im rechten Mittelfeld. Bevor der 24-Jährige in dieser Saison zum BVB wechselt, spielt er in seinen ersten Seniorenjahren für drei andere Klubs. „Angefangen habe ich beim Lüner SV. Da war ich 19. Von dort ging es zu Union Lüdinghausen, danach zurück zu meinem Jugendverein VfB Lünen“, sagt Krziwanek und erinnert sich zurück.

Nun steht er beim BV Brambauer unter Vertrag und hat in der Spielzeit bis zu seiner Verletzung überzeugt. Sieben Saisontore erzielt Krziwanek, der von seinen Mitspielern nur „Ritschi“ genannt wird, nach 13 Spieltagen. Damit ist er hinter Torjäger Marvin Schuster (16 Treffer) der zweitgefährlichste BVB-Kicker. „Es ist wirklich ärgerlich, dass die Verletzung jetzt passieren musste. Ich hatte einen guten Lauf“, sagt Krziwanek, der in seinem vorerst letzten Spiel gegen Hamm doppelt traf. In seiner Mannschaft fühlt er sich gut aufgehoben. „Ich habe mich schon eingelebt hier“, erzählt er.

Mannschaft will alles geben

Dabei hat „Ritschi“ in Brambauer auch schon neue Freunde gefunden. „Ritschi soll sich gut erholen und noch stärker zurückkommen. Wir werden für ihn in der Rückrunde alles geben. Seine Maus Enno vermisst ihn schon sehr“, witzelt BVB-Angreifer Marvin Schuster. Mit „Maus Enno“ ist übrigens BVB-Mittelfeldmann Enrico Christal gemeint, der Krziwanek für Donnerstag ebenfalls die Daumen drückt. „Ich finde es richtig traurig, dass es ihn ausgerechnet jetzt in seiner stärksten Phase so treffen musste. Für mich war er momentan der beste Spieler in unserem Team“, sagt Christal und ergänzt: „Wer Ritschi kennt, der weiß, wie hart er daran arbeiten wird, stärker auf dem Platz zu stehen“.

Die Unterstützung seines Teams ist Krziwanek also gewiss. Ein wenig Sorgen macht sich der Brambauer ob der anstehenden Operation aber dennoch. „Ich bin schon nervös. Es ist immerhin meine erste Operation. Es ist ungewohnt, ein mulmiges Gefühl, aber mir ist eine OP am Knie lieber, als am Herzen oder am Rücken“, sagt er.

Lange Pause ist sicher

Wann genau er auf den Fußballplatz zurückkehren wird, darüber kann Krziwanek nur spekulieren. Mehrere Monate Pause sind ihm sicher. Diese Zeit muss sich der Brambauer Kicker auch nehmen, obwohl er auf die lange Pause gerne verzichten würde.

„Ich würde natürlich am liebsten sofort wieder spielen, habe mir aber sagen lassen, dass man geduldig sein soll“, sagt er. Nach der OP wird Krziwanek sein Knie zunächst schonen. Zeitnah will er dann mit der Reha beginnen. „Vielleicht kann ich ja in ein paar Wochen schon ohne Krücken laufen“, sagt er. Die Rückrunde, die am kommenden Sonntag, 3. Dezember, beginnt, ist für ihn allerdings definitiv kein Thema mehr. „Die Saison ist gelaufen“, so der Mittelfeldspieler.

Unterstützung von außen

Seine Mannschaft will er in der Rückserie vom Seitenrand aus unterstützen und prognostiziert eine gute Rückrunde. „Wir haben eine junge Mannschaft, sind momentan Fünfter, haben aber noch großes Potenzial. Wenn alle Spieler bei uns bleiben, dann kann man hier etwas Großes aufbauen. In dieser Saison ist vielleicht sogar noch der dritte Platz drin“, sagt Krziwanek.

Auf diesem steht aktuell noch der BV Viktoria Kirchderne. Fünf Zähler trennen die Kirchderner vom BV Brambauer, der zum Rückrundenauftakt am Sonntag auf den Aufsteiger VfR Sölde trifft (14.30 Uhr, Glückauf-Arena, Am Freibad, Lünen). Im Hinspiel trennten sich die beiden Mannschaften noch mit einem 2:2-Unentschieden, damals saß Krziwanek übrigens auf der Bank.

BVB will Wiedergutmachung

Nach drei Niederlagen in Serie feierte der Tabellen-14. VfR Sölde zuletzt wieder einen 3:2-Erfolg beim TSC Hamm. Der BV Brambauer patzte vor knapp zwei Wochen zu Hause gegen den FC Overberge (0:1) und ist nun auf Wiedergutmachung aus. Für drei Punkte. Für eine bessere Tabellenplatzierung. Und auch für seinen rechten Mittelfeldspieler Christoph Krziwanek.

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