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Leerstand in der City

Lüner S.Oliver-Filiale macht nächstes Jahr dicht

Lünen Der Lüner Flaniermeile in der Innenstadt droht im nächsten Jahr ein neuer Leerstand. Die Textil-Kette S.Oliver will ihr Ladenlokal an der Lange Straße schließen. Ist Lünen kein attraktiver Standort mehr für Filialisten? Die Hintergründe.

Lüner S.Oliver-Filiale macht nächstes Jahr dicht

S.Oliver an der Lange Straße 3-5 schließt zum 3. März 2018. Foto: Fabian Paffendorf

Der Store in Lünen schließt zum 3. März 2018, teilte das Unternehmen S. Oliver am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion mit. Begründet wird dieser Schritt durch den europaweit agierenden Filialisten aus Rottenburg damit, dass man sich zu diesem Schritt entschlossen habe, „um den Marktanforderungen gerecht zu werden und einzelne Marken optimal zu bedienen. Die Schließung von bestehenden Filialen ist eine Grundvoraussetzung zur erfolgreichen Umsetzung der Unternehmens-Strategie 2020.“

Darüber, was nun mit den Beschäftigten der Lüner Filiale wird, oder ob die Bekleidungs-Kette in nächster Zeit mit einem kleineren Shop in die Lippestadt zurückkehren könnte, schweigt sich das Unternehmen aus. Und was steckt hinter dieser Unternehmens-Strategie 2020?

Strategie 2020

Es handelt sich dabei um eine Umstrukturierung von Standorten und Markenangeboten des Unternehmens. Das jedenfalls geht aus einem Interview mit dem S.Oliver-Chef Armin Fichtel hervor, das er im vergangenen Jahr der Süddeutschen Zeitung gab. Darin räumt Fichtel ein, dass es in der Vergangenheit ein Fehler des Filialisten gewesen sei, zu große Ladenlokale anzumieten, um alle Marken unter jeweils einem Dach zu präsentieren – die Strategie 2020 soll es jetzt richten.

Tatsächlich wirkt er überdimensioniert, der Lüner Laden an der Lange Straße, wenn man ihn sich an einem trüben Novembertag mal näher anschaut. Großer Kundenandrang ist hier Fehlanzeige.

Stattdessen flaniert dann und wann mal ein Lüner an der Schaufensterfront vorbei, schaut durch die Tür in den üppig großen Verkaufsraum und zieht einfach weiter. Ein Eindruck, der ebenfalls durch einen Blick in das Soziale Netzwerk Facebook bestätigt wird. Da kommentieren die Lüner die drohende Schließung der S.Oliver-Filiale gänzlich nüchtern. „Dass die so viele Jahre geblieben sind, ist überhaupt erstaunlich“, schreibt eine Nutzerin.

Ein anderer meint, dass die Marke S.Oliver jetzt auch „so toll“ nicht wäre. Auch heißt es, dass da „eh nie jemand eingekauft hat“. Aber was passiert nun, wenn das Ladenlokal ab März 2018 leergezogen wird? Eric Swehla von der Wirtschaftsförderung sieht da keinen dauerhaften Leerstand am Horizont, wie er unserer Redaktion sagt. „Immerhin ist das ein Lokal in 1a-Lage. Und sollte die Hausverwaltung, die Verwey GmbH aus Duisburg, Probleme haben, einen Nachmieter zu finden, könnte man Unterstützung leisten – Lünen als Standort bewerben“, so Eric Swehla.

Standortbekenntnis


Tür an Tür mit der S.Oliver-Filiale ist seit einigen Jahren auch der Laden der Bekleidungsmarke Gerry Weber. Dass nun nebenan die Lichter ausgehen werden, sieht man dort im Unternehmen aber nicht als Signal, sich ebenfalls vom Standort Lünen zu verabschieden.

„Unser Gerry-Weber-Store in Lünen bleibt bestehen. Wir haben erst kürzlich den Vertrag bis 2023 verlängert“, sagt Unternehmenssprecherin Cornelia Brüning-Harbrecht auf Anfrage unserer Redaktion. Das Bekenntnis zum Standort ist im Bereich der Textil-Filialisten geradezu eine kleine Bewegung gegen den anhaltenden Trend. Das wird deutlich, wenn man die Veränderungen des Marktes im Blick hat, die Branchenkenner Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE-Handelsberatung München, gegenüber unserer Zeitung bereits im Sommer dieses Jahres beschrieb.

„Vor allem klassische Modehändler haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen.“ Nicht nur der Online-Handel, sondern auch ein verändertes Konsumverhalten sowie große Billig-Anbieter wie die irische Kette Primark seien die Ursachen dafür. In letzter Zeit sei vermehrt zu beobachten gewesen, dass Warenhäuser und Textil-Filialisten zunehmend Standortoptimierungen vornehmen – „ganz weg aus Kleinzentren, hin in die Großstädte“. Dass nun die bestehenden Leerstände sowie die baldige S.Oliver-Schließung einen Domino-Effekt in der Lüner Innenstadt anstoßen könnten, hält Eric Swehla von der Wirtschaftsförderung gegenwärtig für nicht möglich. „Wir sehen Einzelfälle, aber haben schon ein Auge da drauf, sollte sich ein Effekt abzeichnen“, sagt Eric Swehla.

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