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Serie von Raub-Delikten in Lünen

So erlebte der Kiosk-Besitzer den Überfall

Lünen Zwei Überfälle innerhalb nur weniger Stunden: Erst traf es Dienstagabend einen Kiosk in der Steinstraße, dann die Aral-Tankstelle in der Cappenberger Straße. Der Kiosk-Besitzer erzählt, wie er die dramatischen Minuten erlebte.

So erlebte der Kiosk-Besitzer den Überfall

Inhaber Bedrettin Yildiz vor seinem Kiosk in der Steinstraße, der Dienstagabend überfallen wurde. Foto: Peter Fiedler

Bedrettin Yildiz, der seit einem knappen Jahr den Kiosk in der Steinstraße betreibt, sah sich gegen 17.30 Uhr plötzlich einem jungen Mann gegenüber, der mit einer Waffe drohte. „Er hat gesagt: ‚Hände hoch, gib mir Geld und leg dich hin‘“, berichtete Yildiz Mittwochmorgen. „Bleib ruhig, kriegst du“, habe er geantwortet. Doch statt Geld herauszugeben, so der Kioskbesitzer, drückte er die Hand mit der Waffe nach unten und drehte dem Täter den Arm um. Doch der Räuber war auch noch mit einem Teleskopschlagstock bewaffnet, mit dem er Yildiz am Bein traf. „Das tat aber nicht sehr weh“, so der Kiosk-Besitzer.

Inzwischen war eine Kiosk-Angestellte auf die Straße gerannt und rief dort um Hilfe. Das bekam ein Zeuge mit. Er griff sofort ein und half Yildiz, den Räuber zu überwältigen und am Boden festzuhalten, bis die Polizei eintraf

Horstmar Mit einer Schusswaffe hatte ein Unbekannter am 25. Oktober einen Angestellten des K+K-Marktes in Lünen-Horstmar bedroht und einen dreistelligen Betrag geraubt. Seitdem fahndet die Polizei - seit Montag auch mit einem Phantombild.mehr...

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Die Polizei teilte Mittwoch mit, dass es sich um einen 14-jährigen Lüner handelt, der bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten ist. Seine Waffe war eine Paintball-Waffe. Paintball ist ein Spiel, bei dem sich die Spieler mit Farbkugeln beschießen.

„Es war eine sogenannte Anscheinswaffe, die einer Schusswaffe täuschend ähnlich sieht“, erklärte Polizeisprecher Kim Ben Freigang.

Kiosk-Besitzer Yildiz hatte bereits Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Seit einigen Tagen verkauft er abends ab 20 Uhr nur noch vom Fenster aus. Jetzt, nach dem Überfall, will er das schon ab 18 Uhr tun. Seine Angestellte, die Dienstag Zeugin des Überfalls wurde, wolle nicht weiter für ihn arbeiten: „Sie hat Angst“, so Yildiz. Und er? „Sorgen mache ich mir auch“, meint der 52-Jährige. Neulich sei ihm bereits ein junger Mann aufgefallen, der den Kiosk offenbar auskundschaften wollte. „Da habe er eine Nacht im Kiosk geschlafen“, erzählt Yildiz. Passiert ist nichts. Ob der junge Mann der spätere Täter war, könne er nicht sagen.

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Der zweite Überfall am Dienstag passierte gegen 21.50 Uhr: Ein junger Mann mit Messer verlangte in der Aral-Tankstelle Cappenberger Straße Geld. Die 54-jährige Angestellte gab ihm eine Tüte mit Barem. Doch die Tüte platzte und die Geldscheine rieselten zu Boden. Mit nur 10 Euro flüchtete der Räuber zunächst, stellte sich aber gegen 23 Uhr auf der Wache Lünen der Polizei. Er wurde festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

In den vergangenen Wochen haben sich Überfälle in Lünen gehäuft. Bei der Polizei liegen Zahlen bis einschließlich September vor: Danach gab es von Januar bis Ende September 2017 bisher 40 Raubdelikte. Im gleichen Zeitraum 2016 waren es 41, so Polizeisprecher Freigang.

Die Gesamtzahl der Fälle von Raub laut Polizei in den Jahren zuvor: 47 in 2012, 56 in 2013, 60 in 2014 und 51 in 2015.

Die Überfälle der letzten Wochen

  • 28. September und 25. Oktober: Der K-K-Markt in Horstmar wird überfallen, offenbar von zwei verschiedenen Tätern. Sie können mit erbeutetem Geld fliehen. Nach einem fahndet die Polizei mit Phantombild.
  • 4. und 28. Oktober: Ein 14-Jähriger überfällt die EssoTankstelle Cappenberger Straße. Bei der zweiten Tat wird er gefasst.
  • 23. November: In der Shell-Tankstelle Kurt-Schumacher-Straße fesseln Räuber den Angestellten. Ihre Beute: Zigaretten.
  • 27. November: Zwei Männer überfallen auf der Alstedder Straße den Angestellten einer Bäckerei und schlagen ihm ins Gesicht. Die Täter erbeuten Bargeld und entkommen.

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