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Erstes Projekt in NRW

Stadt Lünen: Kein Geld für geplanten Hundewald

LÜNEN In Brambauer den ersten Hundewald in Nordrhein-Westfalen einzurichten - diese Idee ist gut, darin sind sich zahlreiche Hundebesitzer und Politiker einig. Auch die Lüner Verwaltungsspitze findet die Idee gut, will aber wegen der leeren Stadtkasse nicht für die Kosten aufkommen. Nun sind Ehrenamtliche gefragt.

Stadt Lünen: Kein Geld für geplanten Hundewald

Im Harz gibt es bereits einen Hundewald. Nach diesem Vorbild soll auch in Lünen ein Areal aufbereitet werden. Allerdings möchte die Stadt nicht dafür bezahlen.

In einer Stellungnahme des Verwaltungsvorstands von Freitag heißt es: „Der Vorstand der Stadtverwaltung Lünen hat das Interesse an einem Hundewald in Lünen aufgenommen und wird die Möglichkeiten der Machbarkeit gemeinsam mit den Fachbehörden (z.B. der Forstbehörde) prüfen. Dabei ist festzuhalten, dass die Stadt Lünen für eine etwaige Umsetzung keine Kosten übernehmen kann.“

Zu dieser Stellungnahme meint CDU-Ratsherr Paul Jahnke, der die Hundewald-Idee zusammen mit anderen Lünern aufgebracht hatte: „Ich bin verwundert, dass noch bevor unser Antrag in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 19. September diskutiert wird, der Verwaltungsvorstand Stellung nimmt.“

"Kosten halten sich in einem kleinen Rahmen"

Die Entscheidung über einen Hundewald werde schließlich nicht von der Verwaltung sondern von den politischen Gremien der Stadt getroffen, sagt Jahnke. Und weiter: „Wir wollen einen Prüfauftrag für die Verwaltung. Und man muss überlegen, dass wir ja nicht von Unsummen sprechen. Die Kosten, auch für die Umzäunung, halten sich in einem kleinen Rahmen, wie wir auch in Vorgesprächen mit der Abteilung Stadtgrün erfahren haben.“

Das bestätigt auch Alexander Halbe, Initiator des Hundewaldes: „Wir hatten mehrere Gespräche mit Stadtgrün, die alle sehr positiv verlaufen sind. Und wundern uns nun über die Reaktion des Verwaltungsvorstands.“ Am 14. August treffe man sich, um erste Regeln aufzustellen.

Engagierte Lüner wollen Förderverein gründen

Auch die Gemeinschaft Brambauer Vereine unterstütze das Vorhaben. Am 30. August wird der Förderverein für das Hundewald-Projekt gegründet. Interessenten sind um 19.30 Uhr am Bauhof des Brambauer Freibads willkommen. „Es haben sich schon zwölf Leute für die geplanten zehn Vorstandsämter gemeldet“, freut sich Jahnke.

BRAMBAUER In den Wäldern Nordrhein-Westfalens herrschen strenge Regeln für Spaziergänge mit dem Hund. Ein Hundewald in Brambauer soll Tieren und Menschen den Ausflug in die Natur künftig erleichtern. Die CDU Brambauer will dafür einen Antrag im entsprechenden Ausschuss stellen. Unterstützung wird auch für einen Trägerverein gesucht.mehr...

Nach dem Vorbild des Trägervereins des Freibads soll der neue Verein für Pflege und Erhaltung des Hundewaldes sowie die Einhaltung der Regeln sorgen. „Der Hundewald soll, wie der im Oberharz, 24 Stunden durchgehend geöffnet sein.“

Schulen und Kitas haben Priorität

In der Stellungnahme der Stadt äußert sich Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: „Als überschuldete Stadt kann Lünen beispielsweise für eine Umzäunung oder aber die Reinigung des Areals nicht aufkommen – zumal derzeit andere Projekte wie die Modernisierung von Schulen oder Schaffung von Kita-Plätzen für uns Priorität haben.“

Deshalb begrüße der Verwaltungsvorstand „die Absicht der Ideengeber eines Hundewaldes, einen Verein zu gründen.“ Kleine-Frauns: „Wenn dieser Verein das Projekt, sollte es realisiert werden, aus eigener Kraft stemmt, ist dies ein weiterer Baustein des ehrenamtlichen Engagements.“

 

 

Unsere Redakteurin Beate Rottgart kommentiert das Thema:

Falsches Signal an Ehrenamtliche

Beeindruckend, wie viele Menschen sich innerhalb kürzester Zeit für das Projekt „Hundewald“ engagieren. Die neue Facebook-Gruppe hatte schnell mehr als 300 Mitglieder und über die große Zahl an Interessenten für die Vorstandsarbeit des neu zu gründenden Vereins würde sich so manch anderer Verein sehr freuen.

Solch bürgerschaftliches Engagement ist ein Segen - gerade für eine Stadt wie Lünen mit klammem Haushalt. Aber die Ehrenamtlichen müssen dann auch spüren, dass ihre Arbeit gewürdigt wird. Wenn der Verwaltungsvorstand noch vor der Sitzung eines Ausschusses signalisiert, dass man kein Geld zur Verfügung stellt, ist das sicher das falsche Signal.

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