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Stadt will Anlage kaufen

Tempo-Kontrolle in Lünen ohne Knöllchen

Lünen. Moderne Technik, die Autofahrern ihr Geschwindigkeitsverhalten unmittelbar vor Augen hält, wird bald auch in Lünen Einzug halten. Allerdings werden Raser nicht zur Kasse gebeten. Sie sollen sich einfach nur schlecht fühlen.

Tempo-Kontrolle in Lünen ohne Knöllchen

So sehen die Displays in Dortmund aus. Foto: Alina Meyer

Die Stadt plant, eine mobile Radar-Anlage anzuschaffen. Sie zeigt an, wie schnell Autofahrer unterwegs sind und verteilt Lob oder sanften Tadel. Je nachdem, ob innerhalb des Tempolimits oder zu schnell gefahren wird. Zudem soll die Anlage Fahrzeuge zählen und somit Verkehrsdaten erfassen können.

Die Fraktion der Wählergemeinschaft GFL hatte gleich mehrere Anlagen angeregt – allerdings stationäre – um Autofahrer zu bewegen, die Geschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. „Wir denken an die Viktoriastraße im Bereich der Kita oder an Brambauer in Richtung Lünen“, so Wolfgang Manns (GFL) im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Stationäre Anlagen würden sich abnützen, weil sich die Autofahrer daran gewöhnten, erwiderte Bernd Wiesner, Leiter der Ordnungsbehörde.

Renate Schulze Matthée (Grüne) meinte hingegen, es sei sinnvoller, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen und Fahrer zu sanktionieren.

Die Kosten für eine mobile Anlage seien schon in den Haushalt eingestellt, erklärte Wiesner. Es seien etwa 3500 Euro, dazu kämen noch Kosten für die Umsetzung. „Wir wollen es ausprobieren und wenn es sich bewährt, dann mit weiteren mobilen Anlagen arbeiten“, so Wiesner.

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In der Nachbarstadt Dortmund gibt es bereits 29 sogenannte Dialogdisplays. Stationär und über alle Stadtbezirke verteilt. Wird die Geschwindigkeit eingehalten, leuchtet ein grünes „Danke“ und ein Schulkind reckt den Daumen nach oben. Wer zu schnell fährt, wird rot blinkend aufgefordert, sein Tempo zu drosseln.

„Die Erfahrungen sind durchweg positiv“, teilt Maximilian Löchter aus der Pressestelle der Stadt Dortmund mit. Mittlerweile hätten sich schon 30 Bürger gemeldet, die Vorschläge für weitere Standorte gemacht haben. Die Stadt, so Löchter, wolle 2018 die Anschaffung neuer Displays ausschreiben.

Lob vom ADAC

Nach Angaben des Automobilclubs ADAC setzen immer mehr Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Displays ein. Auch der ADAC befürwortet sie. „Nach allem, was wir darüber wissen, wirken sie sich positiv auf das Geschwindigkeitsverhalten aus“, erklärt Dr. Peter Meintz, Sprecher des ADAC Westfalen. Insbesondere Anlieger würden ihr Tempo drosseln, so Meintz: „Man wird auffällig, das wird direkt angezeigt. Das hat eine gewisse pädagogische Wirkung.“ Meintz spricht sogar von Scham, die Autofahrer empfänden, wenn die Technik sie als Raser entlarve.

Ob die Stadt Lünen Geräte wie in Dortmund oder in einer etwas anderen Ausführung anschafft, steht noch nicht fest.

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