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Auswanderer

Wie ein Lüner den Hurrikan Irma miterlebte

LÜNEN/MARCO ISLAND Seit der Lüner Chris Hadac vor 16 Jahren in die USA gezogen ist, hat er schon viele Hurrikans erlebt: Doch "Irma" übertraf alles. Während sich viele Bewohner Floridas in anderen Bundesstaaten in Sicherheit gebracht hatten, blieb der Lüner vor Ort: "Du fühlst dich einfach hilfslos", schildert er seine Erfahrung mit dem Sturm.

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Folgen von „Irma“ auf einer Straße in Naples, etwa 25 Kilometer entfernt von Marco Island.

Chris Hadac auf einem Golfplatz in Florida mit einem ungebetenen Gast, einem in dem US-Bundesstaat beheimateten Aligatoren.

Seit 2001 lebt der Lüner Chris Hadac in Florida und hat schon einige Hurrikans erlebt. Doch Hurrikan „Irma“, der am Sonntagnachmittag (Ortszeit) über Marco Island hinwegfegte, übertraf alle. „Mein Haus steht, es sieht so aus, als hätten wir Glück gehabt“, sagte der 47-Jährige am Montag am Telefon. Marco Island liegt ganz an der Südspitze Floridas.

Seine Frau war mit dem Hund der Familie schon vorher in den Norden des Bundesstaates Georgia gefahren. „Sie wollte sich das alles hier nicht ansehen. Aber ich bin immer hier geblieben, bei allen bisherigen Hurrikans und auch jetzt.“

„Normalerweise braucht man mit dem Auto bis Atlanta in Georgia von uns zehn Stunden, meine Frau hat 18 Stunden gebraucht, weil so viele Leute weg wollten und es natürlich lange Staus gab.“

Reiche Wohngegend: Wenige Beschädigungen an Häusern

Montagnachmittag unserer Zeit (vormittags in Florida) machte sich Hadac auf den Weg, um zu sehen, wie die Häuser von Freunden und Bekannten „Irma“ überstanden hatten. „Die Leute, die nach Norden gefahren sind, machen sich Sorgen um ihre Häuser. Ich schaue sie mir an und gehe mit ihnen am Telefon einmal herum, um zu sehen, was los ist.“

Schäden noch unüberschaubar

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Es seien zum Glück wenig Beschädigungen, auch nicht an Dächern und Fenstern. Das läge daran, dass Marco Island eine eher reiche Gegend sei, in der es strenge Bauvorschriften gebe. Entsprechend stabil sind die Häuser. Im Gegensatz zu vielen anderen Gebäuden beispielsweise in Naples/Florida. „Ich fürchte, da ist einiges zerstört worden.“

Haus geschützt und Nahrungsmittel gebunkert

Hadac hat sich auf den Hurrikan gut vorbereitet. „Am Dienstagabend war unser Haus entsprechend geschützt, wir hatten die Autos voll getankt und mit Nahrungsmitteln versorgt.“ Nur wenige Tage später gab es an den Tankstellen auf Marco Island kein Benzin mehr.

Zwei Generatoren gibt es in Hadacs Haus. Dennoch rechnet er damit, dass „wir wohl ein bis zwei Wochen lang keinen Strom haben werden.“ Das Handy lädt er in seinem Auto auf.

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Ein Problem waren die enormen Regenmassen, die „Irma“ mit sich brachte. „Unser Haus steht an einem der Kanäle, die hier fließen. Zuerst war der total leer, weil der Sturm das ganze Wasser rausgezogen hatte. Innerhalb von 45 Minuten sind dann solche Regenmassen gekommen, dass das Wasser im Kanal fast drei Meter hoch war. Auf den Straßen waren es bestimmt 1,50 Meter Wasser.“ Gegen solche Massen könne man sich nicht schützen, so Hadac.

Seine Bilanz nach „Irma“: „Du fühlst dich so hilflos.“ Die meisten Schäden auf Marco Island seien durch die letzte sogenannte „Wand“ des Hurrikans vor dem eigentlichen Auge entstanden.

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