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Schnelles Internet

Anwohner entscheiden selbst über Glasfaser-Ausbau

Olfen Kommt schnelles Internet in die Außenbereiche von Olfen und Vinnum oder nicht? Darüber entscheiden Anwohner nun selbst. Sie müssen nach der Info-Veranstaltung Vor- und Nachteile abwägen.

Anwohner entscheiden selbst über Glasfaser-Ausbau

Der landwirtschaftliche Ortsverband Olfen hat die Bewohner der Außenbereiche in Olfen und Vinnum zur Informationsveranstaltung „Schnelles Internet für den Außenbereich“ eingeladen. Unter anderem waren Bürgermeister Wilhelm Sendermann und Jochen Wilms vom Kreis Coesfeld anwesend. Foto: Mario Bartlewski

Zweieinhalb Stunden haben sich etwa 200 Anwohner der Außenbereiche aus Olfen und Vinnum am Dienstagabend über einen möglichen Glasfaserausbau in der Stadthalle informiert. Sie können selbst entscheiden, ob sie Glasfaser haben wollen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Worüber können Vinnumer und Olfener in den Außenbereichen entscheiden?

Die Frage für Anwohner lautet: Besteht Interesse an einem Glasfaseranschluss? Genau das können sie bis zum 15. Dezember über einen Fragebogen beantworten.


Warum gibt es überhaupt eine Abfrage?

„Firmen bauen nur dort Glasfasernetze aus, wo es wirtschaftlich ist“, sagt Bürgermeister Wilhelm Sendermann. Genau das sei in den Außenbereichen oft nicht der Fall. „In Außenbereichen erreicht man auf 300 Meter einen Kunden“, sagt Jochen Wilms von der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld. Im Zentrum erreiche ein Unternehmen auf derselben Strecke hingegen 24 Kunden. „Logisch, wofür sich Firmen entscheiden“, so Wilms.

Wie kann trotzdem Glasfaser in die Außenbereiche in Vinnum und Olfen kommen?

Es gibt aktuell zwei Möglichkeiten: die Selbsthilfe und die öffentliche Förderung. Bei beiden Varianten würde kein Netzbetreiber die Glasfaserleitungen verlegen müssen.


Was sind die Vor- und Nachteile der Selbsthilfe?

„Einer der größten Vorteile ist die Bauzeit“, sagt Norbert Stork, der sich für Glasfaser in den Außenbereichen in Olfen und Vinnum einsetzt. Knapp 12 bis 15 Monate soll der Ausbau dauern, der flächendeckend durchgeführt werden könne. „Zudem ist das Risiko gering und die Kosten sind fix“, so Klaus Brömmel von der Stadt Olfen. Knapp 2500 Euro muss jeder Anwohner für einen Anschluss einplanen. Plus monatliche Kosten für den Internet-Vertrag. Dafür müssten Anwohner aber selbst mit anpacken, graben und Leerrohre verlegen. Eine vorliegende Förderung von 50.000 Euro würde die Stadt zudem für die Planung einsetzen.


Wie sieht es mit der Förderung aus?

Bei einer Förderung müssen Anwohner nichts für die Glasfaser-Verlegung zahlen. Die Kosten von vier bis fünf Millionen Euro würden sich Stadt (10 Prozent) und Förderungen von Land und Bund (90 Prozent) teilen. Dafür sei eine flächendeckende Versorgung nicht garantiert. „Es kann sein, dass ein Anwohner gefördert wird und sein Nachbar nicht“, so Wilms. Außerdem könne die Umsetzung bis zu vier Jahre dauern.

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Können die Anwohner selbst entscheiden, welche Variante sie vorziehen?

Nicht direkt. In der Abfrage geht es um die generelle Umsetzung von Glasfaser. Haben mehr als 70 Prozent der Anwohner Interesse, gelte das als Zustimmung zur Selbsthilfe. „Sind es weniger, müssen wir schauen, was wir machen“, sagt Brömmel. Erst dann käme eine mögliche Finanzierung durch Förderungen ins Spiel. „Wenn aber das Interesse bei der jetzigen Abstimmung nicht groß genug ist, lohnt sich auch das nicht“, so Brömmel weiter.


Haben sich schon andere Orte für eine Selbsthilfe entschieden?

Ja. Es gibt 70 Projekte im Kreis Coesfeld, in denen Anwohner für den Glasfaserausbau selbst anpacken. So beispielsweise in Nordkirchen oder Ascheberg. „Wir würden es immer wieder machen“, sagt Georg Freisfeld, der den Ausbau in der Osterbauerschaft Ascheberg vorangetrieben hat. „Man muss an die Zukunft denken, an die eigenen Kinder denken.“


Kann ich auch später noch Glasfaser legen lassen?

„Das ist eine einmalige Chance“, sagt Freisfeld. Die Leitungen könnten nachträglich nicht hinzugefügt werden. Dafür müssten komplett neue Leitungen gelegt werden. „Da kommt locker noch eine Null hinten dran“, so Freisfeld.


Wie waren die Reaktionen?

Es scheint, als seien viele Besucher in einen Abwägungsprozess eingestiegen. In der Diskussionsrunde klang durch, dass viele Anwohner selbst anpacken würden. „Wir finden die Reaktionen sehr positiv“, sagt Brömmel.


Wo kann ich über Glasfaser abstimmen?

Die Interessensabfrage können Interessierte auf der Internetseite der Stadt herunterladen.

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