Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige

Diskussion zum Thema Wasser

NRW-Umweltminister Remmel war in Olfen zu Gast

OLFEN Wasser ist das wichtigste Lebensmittel. Darin waren sich am Samstagnachmittag alle rund 120 Gäste im Saal der Gaststätte am Steverstrand in Olfen einig mit NRWs Umweltminister Johannes Remmel. Bei der Frage nach den richtigen Maßnahmen schieden sich aber die Geister. Die Gastgeber vom Grünen-Kreisverband Coesfeld stimmten zu, zahlreichen Besucher – darunter viele Bauern – sahen das anders.

/
Umweltminister Johannes Remmel.

Rund 120 Menschen drängten sich im Saal des Hotels Zum Steverstrand.

Die Zuhörer lauschten der Diskussion.

Der Minister sieht dringend Anlass zum Handeln. In NRW sei rund 40 Prozent des Grundwassers so stark mit Nitraten belastet, dass ohne entsprechende Aufbereitung keine Wassergewinnung von mehr möglich sei. Selbst wenn heute Verbesserungen – aus seiner Sicht strengere Vorgaben beim Düngen – in Kraft treten würden, dauerte es noch zehn Jahre, bis die sich messen ließen. Grund also, keine Zeit zu verlieren. „Dabei warten wir schon seit sechs Jahren vergebens auf die Düngeverordnung.“  

Das sei nicht nur mit Blick auf die Umwelt gefährlich, sondern könne auch teuer werden. Wenn die Verordnung und ihre Durchsetzung weiter auf sich warten ließen, drohe die Europäische Kommission vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Dann drohten saftige Strafzahlungen, wie Frankreich sie schon leisten müsse.

Der Minister hat die Landwirtschaft ausgemacht als Verursacher für die hohe Nitratbelastung. Der Eintrag von Nährstoffen auf landwirtschaftliche Flächen sei einfach zu groß - insbesondere durch hohe Mengen von Gülle und Gärresten. „Im Münsterland gibt es zwei Millionen Menschen und sechs Millionen Schweine. Das passt einfach nicht.“ 

"Es hilft nicht, auf andere zu verweisen"

Der Abwasserpilz, der in diesem Frühjahr vermehrt aufgetreten ist, sei ein stinkender Beleg, wie sich die Situation verschärft habe, meinte Norbert Vogelpohl, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag. Er sieht Einleitungen aus Silagen und Biogasanlagen als Ursache dafür, dass sich Gräben durch den Pilz in Kloaken verwandelten. Den Einwurf von Anton Holz aus Seppenrade, der seit rund 30 Jahren einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Gelsenwasser und Landwirtschaft vorsteht, dass nicht allein die Landwirte den Schwarzen Peter bekommen dürften, ließ Minister Remmel  nicht gelten: „Es hilft nichts, auf andere zu verweisen.“ Die Landwirtschaft sei zu 95 Prozent Verursacher.

In NRW ist die Herbstdüngung bereits untersagt. „Es macht gar keinen Sinn zu düngen, wenn gar kein Pflanzenwachstum stattfindet“, so Remmel. Das Verbot werde aber gerne umgangen. „Die Bußgelder sind deutlich nach oben gegangen. Das deutet auf erhebliche Verstöße.“ Remmel drängte auf strengere Kontrollen.

Weniger Regeln, mehr Vertrauen

Draußen vor der Tür des Hotels Am Steverstrand hatte Rainer Möllney (FDP) mit einigen Mitstreitern ein Plakat aufgehängt: „Naturschutz mit Augenmaß“ war darauf zu lesen. Für den Gewässerschutz gelte das genauso. „Es bräuchte mehr Zutrauen zueinander und Respekt füreinander“, hatte Olfens Bürgermeister Wilhelm Sendermann zu Beginn der Veranstaltung im Saal gesagt. Er empfahl dem Minister „weniger Regeln zu geben und den Menschen mehr zu trauen.“ 

„Es wäre gut gewesen“, so Sendermann, „wenn auch Vertreter der Landwirte Und der Grundstückseigentümer auf dem Podium hätten Platz nehmen dürfen.“ Die Grünen hatten allerdings neben Remmel nur Vertreter vom Wasserversorger Gelsenwasser, vom Lippeverband und vom Landesfischereiverband eingeladen. Letzterer konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.  

 

/
Umweltminister Johannes Remmel.

Rund 120 Menschen drängten sich im Saal des Hotels Zum Steverstrand.

Die Zuhörer lauschten der Diskussion.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Mit Fotostrecke

Eisenbahnfreunde laden in Olfen zur Ausstellung

OLFEN Seit mehr als 30 Jahren ist Harald Zingler Eisenbahnfan. Diese Leidenschaft, sagt er, sei wie ein Virus. Und er hofft, wieder viele Menschen damit anstecken zu können. Genau deshalb lädt er am Freitag und Samstag zu der jährlichen Modell-Ausstellung ein.mehr...

Am Samstag in Olfen

Video: Chirurg eröffnet seine eigene Brauwerkstatt

OLFEN Vor fünf Jahren hat der Mediziner Winfried Maatz angefangen, mit Nachbarn und Freunden Bier zu brauen. Am Samstag, 21. Oktober, geht er den nächsten Schritt. Er eröffnet in Olfen eine Brauwerkstatt. Wir zeigen in einem Video, was das genau sein soll und wie Sie selbst zum Bierbrauer werden können.mehr...

Unfall auf der B235

Auto überschlägt sich in Olfen - Vierjährige verletzt

OLFEN Ein vierjähriges Mädchen ist am Dienstagabend bei einem Unfall auf er B235 in Olfen schwer verletzt worden. Der 26-jährige Vater des Kindes hatte bei einem riskanten Überholmanöver die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Das Auto überschlug sich mehrmals.mehr...

Viele Fotos

Olfens Schulanfänger in der Vitus-Kirche begrüßt

OLFEN Großer Tag für 100 Olfener Mädchen und Jungen: Am Donnerstag begann für sie ein neuer Lebensabschnitt, sie sind jetzt Schulkinder. An einen ökumenischen Gottesdienst in der St.-Vitus-Kirche schloss sich in der Kirche eine fröhliche Feier an. In unserer Fotostrecke gibt's viele Bilder von der Einschulungsfeier.mehr...

Umgestaltung

Friedens-Gedenkstein im Stadtpark Olfen aufgestellt

Olfen Im Stadtpark steht seit Montag ein neuer Gedenkstein als "Mahnung zum Frieden und zur Versöhnung". Damit ist er ein Symbol für alle geflohenen Bürger, die in Olfen eine zweite Heimat gefunden haben. Unter dem Stein wurde eine Liste mit den Ratsmitgliedern, eine Tageszeitung und ein paar Münzen eingegraben.mehr...

Rückruf-Aktion

Salmonellen-Alarm in Aldi-Salami "Piccolini"

MÜNCHEN/OLFEN Der Lebensmittel-Discounter Aldi Nord ruft Chargen seiner Salami "Piccolini" zurück. In den Produkten wurden Salmonellen gefunden. Aldi rät dringend davon ab, die Salami zu essen, die auch in zahlreichen Filialen in der Region verkauft worden ist - darunter auch Olfen.mehr...