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Bilanz 2017

Schon elf Tote bei Verkehrsunfällen im Kreis Coesfeld

OLFEN/NORDKIRCHEN Elf Menschen sind in diesem Jahr schon bei Verkehrsunfällen im Kreis Coesfeld gestorben. Unfallursache Nummer eins ist dabei das zu schnelle Fahren – gerade bei schlechtem Wetter. Doch die Kreispolizeibehörde sieht trotz der traurigen Zahl positiv in die Zukunft.

Schon elf Tote bei Verkehrsunfällen im Kreis Coesfeld

Bei diesem Unfall starben im Februar zwei junge Menschen auf Lüdinghauser Gebiet. Foto: Andre Braune

Elf Tote bisher in diesem Jahr? Das sei der normale Schnitt, wenn man den Zehn-Jahres-Schnitt sehe, teilt Rolf Werenbeck-Ueding, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Coesfeld, auf Anfrage mit. „Es ist ein traurig normales Niveau.“ Lediglich 2016 habe es mit nur drei Toten im Kreis ein „Rekordtief“ gegeben.

Die Gesamt-Unfallzahlen sind allerdings leicht rückläufig. Die Zahl der Unfälle insgesamt liegt im Kreis Coesfeld für 2017 bisher bei 1373 Verkehrsunfällen. „Damit liegen wir unter dem Vergleichszeitraum 2016“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding. 2016 waren 1445 Unfälle registriert worden.

Der Pressesprecher liefert im Gespräch mit der Redaktion auch Vergleichszahlen für Lüdinghausen: Die seien rückläufig. Bisher hat es in diesem Jahr in Lüdinghausen laut Polizeistatistik 191 Verkehrsunfälle gegeben. 2016 waren es in den ersten neun Monaten des Jahres sogar 266 gewesen. Die Gesamtjahreszahlen für 2015 und 2014 liegen für Lüdinghausen bei 243 beziehungsweise 239.

Fast 17 Prozent weniger Schwerverletzte als 2016

Fast 17 Prozent weniger Schwerverletzte spuckt die Statistik für den Kreis Coesfeld für die ersten neun Monate 2017 aus. 167 Schwerverletzte forderten Unfälle 2017 bisher. Im Vergleichszeitraum 2016 waren es noch 203 gewesen.

Ein weiterer positiver Trend: Knapp sieben Prozent weniger Leichtverletzte (2017 bisher 552; 2016 im Vergleichszeitraum 590) registriert die Polizei kreisweit.

Innerhalb dieser ganzen Unfallstatistik fallen die kreisweiten Zahlen für Zweiräder auf. „Bei den Unfällen mit Motorrädern inklusive Mofas gibt es ein Minus von knapp 29 Prozent“, führt der Polizeipressesprecher aus. 2017 gab es bisher 76 Motorradunfälle. Im Vergleichszeitraum 2016 wurden 107 Motorradunfälle registriert. Auch die Zahl der Unfälle mit Fahrradfahrern ist kreisweit rückläufig. Waren in den ersten neun Monaten dieses Jahres 213 Unfälle mit Radfahrern aufgenommen worden, waren es 2016 schon 231.

Handy am Steuer sorgt für Schwerpunktaktionen der Polizei

„Unfallursache Nummer eins ist nach wie vor das Tempo“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding. Entsprechend setze die Polizei Schwerpunkteinsätze an. Denn eines sei festzustellen: „Je höher das Tempo, desto schwerer die Verletzungen der Beteiligten.“ Doch auch das Thema Mobilfunknutzung am Lenkrad liege im Fokus der Schwerpunktaktionen der Polizei.

Aber was kann man als Verkehrsteilnehmer tun, um Unfälle zu vermeiden? Die Tipps der Polizei:

  • Gerade bei schlechtem Wetter nur mit passender Bereifung fahren und die Geschwindigkeit anpassen.
  • „Sich sichtbar machen“, sagt Rolf Werenbeck-Ueding. Denn: „Wer gut zu sehen ist, wird seltener übersehen.“ Für Radfahrer beziehungsweise Fußgänger heißt das: Das Licht am Rad muss funktionieren und die Kleidung sollte hell, wenn möglich auch reflektierend sein. Der Appell an die Motorradfahrer: „Legen Sie helle, reflektierende Kleidung an, nicht die schwarze Lederkombination.“

Polizei stellt auch positive Entwicklungen fest

Gibt es weitere Entwicklungen, die zu Unfällen führen können? „Das Handy auf dem Fahrrad ist eine Unart, die sehr gefährlich ist“, sagt der Polizeisprecher. Die Benutzung des Radweges in falscher Richtung ebenfalls. Und: „Wer längere Zeit nicht Fahrrad gefahren ist und sich dann auf ein E-Bike setzt, sollte vorher einen Sicherheitskurs belegen.“ Gerade weil diese Räder mit höherem Tempo gefahren werden können. Deshalb ein weiterer dringender Ratschlag des Polizeipressesprechers: „Auf dem E-Bike und dem normalen Fahrrad immer einen Helm tragen.“

Und welche positiven Entwicklungen registriert die Polizei? „Es gibt weniger Gurtverstöße.“ Das Gurtverhalten – also der Wille, im Auto einen Gurt anzulegen – habe sich positiv verändert. Möglicherweise liege das daran, dass es in immer mehr Fahrzeugen Warnsysteme geben, die akustisch melden, wenn sich jemand nicht angeschnallt hat.

„Die positive Entwicklung gilt für die Verkehrsteilnehmer auf den Beifahrer- und Fahrersitzen“, so Werenbeck-Ueding. Auf den Rücksitzen sei das allerdings noch nicht so ausgeprägt.

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