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Provisorium ohne Ende

Schauspielschule plant Aktionen und kritisiert den BLB

BOCHUM Es reicht. Längst sollte das fünf Jahrzehnte währende Provisorium der Bochumer Schauspielschule beendet sein. Der Thürmer-Saal soll seit Jahren das neue, komfortable Domizil sein. Doch es passiert: nichts. "Jetzt starten wir Aktionen", sagt Prof. Johannes Klaus.

Schauspielschule plant Aktionen und kritisiert den BLB

<p>Prof. Johannes Klaus vor dem Pavillon der Schauspielschule Bochum, der vor 50 Jahren als Provisorium für zehn Jahre aufgebaut wurde. <p></p> Archiv</p>

Nach einer letzten Krisensitzung im Rektorat in Essen steht fest: "Da es keine verbindliche Zusage für den Baubeginn gibt, werden wir Aktionen starten, die man nicht übersehen kann", so Johannes Klaus. Die Studierenden haben bereits Ideen entwickelt. Klaus ist sicher, auf die Unterstützung prominenter Absolventen der Schauspielschule zählen zu können. Und es sind nicht wenige, die er anschreiben wird.

Ein Blick zurück. Bereits 2005 war klar: Jan Thürmer überlässt seinen Saal an der Friederikastraße der Schauspielschule. 2009 sollte der Umbau für vier Millionen Euro abgeschlossen sein. Dazu gehört auch ein kleines Theater mit maximal 200 Plätzen. Danach folgte eine Verzögerung auf die andere. Ausschreibungen seien erfolglos geblieben. Noch vor einem Jahr rechnete Klaus mit einem Baubeginn im Sommer 2011, mit dem Einzug für 2012. Im Januar 2012 hieß es, eine leer stehende Polizeikaserne an der Castroper Straße wäre eine Übergangslösung. "Wir fanden das nicht schlecht, haben Pläne gemacht", berichtet Klaus. Doch auch das zerschlug sich wieder.Mehr Schüler als je zuvor "Sieben Jahre beschäftigen wir uns damit - ohne, dass ein einziger Stein umgedreht wurde." Mit Blick auf den für 2009 geplanten Umzug legte die Folkwang Universität 2009 die beiden Schauspiel-Studiengänge aus Essen und Bochum in einer gemeinsamen Klasse zusammen. Das erste Jahr verbringen sie in Essen, studieren gemeinsam mit den Studiengängen Musical, Physical Theatre und Regie. Danach geht es nach Bochum. Dafür braucht es aber bessere Räumlichkeiten als den Pavillon am Lohring, in dem einst schon Schauspieler wie Christian Quadflieg, Uwe Ochsenknecht, Dietmar Bär oder Peter Lohmeyer lernten.

"Wir haben mehr Schüler und mehr Projekte als jemals zuvor", begründet Johannes Klaus. So wurde die Regieausbildung, die in Essen mit einem Studenten lief, jetzt für Bochum auf zwei Studierende ausgeweitet. "Das klingt nicht viel. Aber jeder Student macht fünf Projekte im Jahr, das macht in vier Jahren 40 Projekte." Schlimmer ist, dass der geplante Studiengang "Live Art und Performance Kunst" nicht starten kann. "Wir reden uns die Köpfe heiß über neue Ausbildungsformen und nichts kann umgesetzt werden", so Klaus. Der Studiengang soll auf veränderte Arbeitsbedingungen von Schauspielern eingehen. Bei kleiner werdenden Ensembles an den Stadttheatern müssen sie damit rechnen, auch in der freien Szene arbeiten zu müssen. Das erfordert ein anderes Handwerk.Preise zeigen Erfolg

In der Vergangenheit hat sich der Studiengang immer wieder verändert. Und damit Erfolg gehabt. Die Absolventen Lina Beckmann und Fabian Hinrichs wurden in den letzten Jahren Schauspieler des Jahres und erhielten den Alfred-Kerr-Preis, für Martin Wuttke gab es 2011 den Deutschen Theaterpreis Der Faust. Für die Zukunft sieht Klaus indes schwarz: "Auf Dauer können wir das Niveau nicht halten."

 

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