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Humanistische Hochzeit in Schwerte

Dieser Mann traut ohne kirchlichen Segen

SCHWERTE Für ihn gibt es keinen Glauben, nur Wissen. Deshalb glaubt Armin Schreiner auch an gar nichts. Und so wie ihm geht es vielen Menschen. Schreiner ist humanistischer Feiersprecher und traut Paare ohne kirchlichen Segen. Doch er begleitet Menschen nicht nur beim Eheversprechen.

Dieser Mann traut ohne kirchlichen Segen

Humanistische Hochzeit am Landgasthof Wellenbad

„Entweder man weiß etwas oder gibt zu, dass man es nicht weiß. So halte ich es auch mit der Religion.“ Schon als Konfirmand habe er nicht glauben können und sich deshalb vom Religionsunterricht abgemeldet. Zu Beginn seines naturwissenschaftlich geprägten Berufslebens ist der Mikrobiologe, der spät in Forstökologie promoviert hat, dann aus der Kirche ausgetreten.

So wie ihm geht es vielen Menschen, die trotz Konfessionslosigkeit und Nichtreligiösität nicht ohne philosophischen Anspruch und einen geübten Redner heiraten oder einen Angehörigen beisetzen möchten. Für die ist der Humanistische Verband Deutschlands (HVD), für den auch Dr. Armin Schreiner seit einigen Jahren als Feiersprecher unterwegs ist, eine mögliche Adresse. Wie die Kirchen begleitet der HVD Menschen auf Wunsch ein Leben lang: von der Namens-, über Jugend- und Hochzeitsfeier bis zur Trauerfeier.

Rund 100 Paare im Jahr

Am Pfingstsonntag hat Armin Schreiner mal wieder ein Paar in den Hafen der Ehe begleitet. In einer festlichen Zeremonie legten Aileen Michelle Birke und Fabian Malte Wienecke im Gutshof Wellenbad das Bekenntnis zu ihrem gemeinsamen Lebensweg ab, wie es in Nordrhein-Westfalen jedes Jahr rund 100 Paare mit Unterstützung des HVD tun. Armin Schreiner: „Tendenz steigend.“ Die Zahl der Beerdigungen mit einem Feiersprecher des HVD wird vom Verband mit jährlich 2000 angegeben.

Wer will, muss auch auf Symbolik nicht verzichten: Kerzen, Sand, der traditionelle Tausch der Ringe. Armin Schreiner: „Außer Gebeten und Segen machen wir fast alles möglich.“ Ein kleiner Stich in die humanistische Weltanschauung sei eine Tradition, die auch heute noch bei Hochzeiten eine Rolle spielt.

DORTMUND Eigentlich ist es ein romantischer Anlass. Doch Hochzeiten werden von hohen Kosten überschattet: Brautkleid und Anzug, Raum und Buffet - und die Gästeliste wird auch immer länger. Um sich das alles trotz schmalem Budget zu ermöglichen, haben Sandra und Hendrik Giebel eine besondere Idee. Wir haben mit den beiden gesprochen.mehr...

Passt nicht ins Bild

Schreiner: „Wenn die Braut vom Vater zum Altar geführt und an den Bräutigam übergeben wird, widerspricht dieses Ritual in unseren Augen einem modernen, emanzipierten Bild von Beziehung.“ Wenn auch nicht alle Paare auf diese romantisch erscheinende „Übergabe“ verzichten mögen, Armin Schreiner gibt ihnen seine Bedenken auf jeden Fall zum Nachdenken auf den Weg.

Die Info-Broschüre des HVD erklärt es so: „Bei einer humanistischen Feier geht es um das Miteinander von zwei Menschen, die ihr künftiges Leben nicht vor einer höheren Macht verantworten wollen, sondern allein vor sich selbst und ihrem Partner.

Es ist eine Feier der Liebe, ein Bekenntnis zur Gleichwertigkeit beider Partner und der festliche Ausdruck des Wunsches für einen gemeinsamen Lebensweg. Ein Versprechen, das sich zwei Menschen vor all ihren Freunden und Verwandten feierlich geben.“

Gang zum Standesamt nicht ausreichend

Dass manchen Paaren der Gang zum Standesamt dafür nicht ausreichend erscheint, kann Schreiner verstehen – nicht zuletzt aus eigener Erfahrung. Als seine Frau und er sich am 8.8.88 verlobten, peilten sie zunächst als Hochzeitstermin den 9.9.99 an. Es wurde dann der 8.9.98. Zuvor reisten die beiden nach Jamaica, um sich dort den Traum von der Teilnahme an einem Reggaefestival zu erfüllen.

Sie machten diese Reise kurzerhand zu Flitterwochen, indem sie sich am 8.8.98 auf Jamaica vor einem Pfarrer der Presbyterian United Church das Ja-Wort gaben, begleitet nur von einem Freund und einer Hotel-Mitarbeiterin. Als Eheleute besuchten sie abends ein Konzert mit Ziggy Marley, einem Sohn der Reggae-Legende Bob Marley. Im heimischen Standesamt fand das Eheversprechen dann wie geplant einige Wochen später den amtlichen Abschluss.

Jetzt wohl nur noch mit humanistischer Zeremonie

Seitdem er sich aktiv in der religionsfreien Szene des Bergischen Lands und des Ruhrgebiets bewegt, käme für Armin Schreiner sicher nichts anderes als eine humanistische Zeremonie in Frage.

Humanistischer Verband






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