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Immer weniger Besucher

Ist die Kirmes in Schwerte noch zeitgemäß?

Schwerte Alle Beteiligten sind sich einig: Die Attraktivität der Kirmes in Schwerte nimmt seit Jahren immer mehr ab. Doch woran liegt das? Und wie kann man das ändern? Ordnungsamt und Schausteller arbeiten jetzt an einem neuen Konzept.

Ist die Kirmes in Schwerte noch zeitgemäß?

Immer weniger Besucher schlendern über die Schwerter Kirmes, darin sind sich Veranstalter und Schausteller einig. Foto: Reinhard Schmitz

Das Thema „ist seit Jahren in der Diskussion. Aber zuletzt ist die Attraktivität der Kirmes noch mal nach unten gegangen“, sagt Marco Kordt, Fraktionsvorsitzender der CDU. „In der bisherigen Form macht es keinen großen Sinn mehr.“ Auf Betreiben der CDU soll sich daher am Dienstag, 21. November, der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt mit einem entsprechenden Antrag beschäftigen.

Ist das Angebot an Fahrgeschäften noch attraktiv?

Zwei Kernpunkte: Die Organisation der Kirmes soll von der Stadt in die Eigenverantwortung der Schausteller übergeben. Und es soll über einen neuen Standort nachgedacht werden. Darüber hinaus hat die CDU den Eindruck, das Angebot sei nicht mehr aktuell. „Bei den Fahrgeschäften ist die Zeit weitergegangen, aber in Schwerte herrscht Stillstand“, so Kordt.

Den Trend „höher, schneller, weiter“ kennt natürlich auch der Schwerter Schausteller Heinz-Dieter Mennecke. Er ist mit seinem Autoscooter auf den Kirmessen vertreten. „Besonders Über-Kopf-Geschäfte sind sehr gefragt. Aber das geht in Schwerte gar nicht“, sagt er mit Blick auf den Standort rund um das Rathaus – den er allerdings nicht infrage stellen will.

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„Der Ort ist für uns Schausteller ideal, weil er zentral gelegen ist. Überall, wo Kirmessen dieser Größe außerhalb liegen, ist das fatal.“ Aus Sicht der Schausteller ist das Grundproblem ein anderes: „Die Stadt hat die Standgebühren zuletzt deutlich erhöht. Besonders für kleinere Wagen rechnet sich das nicht mehr. Daher ist die Veranstaltung immer schlechter geworden, weil immer weniger Buden und Fahrgeschäfte kommen“, so Mennecke.

Stadt hat Standgebühren erhöht

Die Gebührenerhöhung bestätigt Wolfgang Belohlavek vom Ordnungsamt. Die Stadt als Veranstalter müsse die Kirmes kostendeckend durchführen. „In den vergangenen Jahren gab es da kleine Defizite, daher mussten wir die Standgebühren erhöhen.“ Das könne dazu führen, dass kleinere Anbieter wie Waffelstände oder Schießbuden nicht mehr kommen. „Die großen Fahrgeschäfte wie Autoscooter, Musikexpress oder Breakdancer sind aber immer da.“

Den Vorschlag der CDU, die Kirmes in die Eigenregie der Schausteller zu übergeben, diskutiert das Ordnungsamt bereits seit einigen Monaten mit den Schaustellern. „Aus unserer Sicht spricht da nichts gegen. Dahinter steckt die Idee, dass die Schausteller die Kirmes günstiger organisieren können“, so Belohlavek. Die Schausteller würden dann auf ihr Personal zurückgreifen, das sowieso für die Kirmes im Einsatz ist. Mennecke dazu: „Das würde die Personalkosten stark senken. Diese Privatisierung würde bedeuten, dass wir die Standgebühren um bestimmt 50 Prozent senken könnten. Das würde die Attraktivität steigern, weil wieder mehr Schausteller kommen würden.“

Vielleicht sorgt das wieder für mehr Besucher, aber sicher ist das nicht: „Vielleicht liegen die sinkenden Besucherzahlen auch an einem veränderten Freizeitverhalten. Jugendliche fahren vielleicht lieber zwei Mal im Jahr in die großen Freizeitparks“, sagt Belohlavek.

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