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Bis 10. Dezember 2017

Lichtendorfer sammelt wieder für die Schwerter Tafel

LICHTENDORF Bei Michael Draeger weiß man nicht so recht, wo man anfangen soll. Mit der Verbissenheit, wie der 43-Jährige um Spenden für ärmere Menschen ringt. Oder mit der schweren Krankheit, die sein Leben verändert hat. Jedenfalls verspricht der Mann aus Lichtendorf: Ab sofort werde er vielen Menschen wieder auf die Nerven gehen. Was er durchaus positiv meint.

Lichtendorfer sammelt wieder für die Schwerter Tafel

So war es 2016: Jan-Dirk Hedt (l.), Leiter der Schwerter Tafel, nimmt die Spenden von Michael Draeger entgegen. Seit neun Jahren sammelt der Lichtendorfer nun schon. Foto: Trümper

Komisch ist das schon. Da sitzt beim Pressetermin ein fröhlich und aufgeräumt wirkender Mann vor einem, der dann ganz locker erzählt, dass er glaubt, das 50. Lebensjahr nicht zu erreichen. Michael Draeger ist schwer an Parkinson erkrankt und ist zeitweise gesundheitlich sehr schlecht beieinander. Die rechte Körperseite macht Probleme. Manchmal machen die Muskeln nicht mehr das, was sie sollen – die Krankheit schreitet voran. „Sie können das ruhig schreiben, wenn es hilft, genügend Spenden zu sammeln.“ Denn ab sofort nimmt Dreager wieder haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel aller Art und gut erhaltene Spielsachen entgegen.

Draeger sammelt für die Schwerter Tafel. Von der Nähe seines Wohnorts gesehen auch logisch. Der Familienvater wohnt in Lichtendorf. Der Grund, warum seine Spenden nach Schwerte gehen, war, dass er bei der Dortmunder Tafel auf Desinteresse gestoßen ist, als er mit seiner Idee vorstellig wurde. „In Schwerte haben sich die Menschen gefreut“, sagt Draeger.

Alles begann mit einem Kind, das keinen Lutscher bekam

Der auslösende Faktor für Draegers „Spendensammelkarriere“ war ein Erlebnis vor neun Jahren. An einer Supermarktkasse bekam er mit, dass eine Mutter ihrem Kind keinen Lutscher kaufen konnte, weil das Geld fehlte. „Da dachte ich mir:,Das darf nicht sein.‘“ Nerven, das ist eines der meistgebrauchten Wörter in Draegers Wortschatz.

Denn „wenn es auf das Jahresende zugeht, nerve ich meine Freunde und Bekannten schon mit meiner Sammelaktion für die Schwerter Tafel“, sagt Draeger. Dann geht es darum, Türklinken zu putzen. Auch das Tattoo-Studio Hard Steel in Aplerbeck, bei dem Draeger Kunde ist, hilft schon mit. Ein großer Karton steht in dem Ladenlokal an der Lübckerhofstraße 2, in den Kunden ihre Spenden packen können.

„Meine Familie hilft mir beim Sortieren“

Offensiv geht Draeger auch in den öffentlichen Netzwerken mit seiner Sammelaktion um. Auf seiner Facebook-Seite ruft er immer wieder zu Spenden auf und teilt dieses auch im Freundeskreis mit, mit der Bitte, die Bitte weiter zu geben – bis es auch der letzte begriffen hat, so Draeger. Denn, „Es wird schwieriger, die Leute zum Spenden zu motivieren“, sagt er.

Sammeln tut Michael Draeger die Spenden im Übrigen zuhause. Im Haus, in der Garage, „meine Familie hilft mir da mit beim Sortieren“, sagt der 43-Jährige. Draeger fährt nach seiner Arbeit, er ist beim Reisebüro Stoffregen in der Dortmunder Innenstadt beschäftigt, kreuz und quer durch Dortmund, Schwerte und Unna und holt die Spenden persönlich ab.

So können auch Sie spenden

Per Mail oder per Telefon können die Spender Kontakt aufnehmen – Draeger kommt vorbei. Die, die wissen, wo die Draegers wohnen, können auch gerne die Spenden vorbeibringen. Auch an seinem Arbeitsplatz an der Kampstraße 4a können haltbare Lebensmittel und anderes abgegeben werden. „Süßigkeiten gehen natürlich auch immer, es soll ja den Kindern auch zugutekommen“, sagt Draeger.

Gesammelt wird bis zum 10. Dezember 2017. Und dann werden die Spenden mit einem 7,5-Tonner zur Schwerter Tafel gebracht. „Ich bin in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Ausgabe dabei. Darauf freue ich mich wie ein Schneekönig“. Und um noch einmal alle aufzurütteln zu spenden, betont der 43-Jährige noch einmal: „Es geht uns alle an. Es gibt kein fremdes Leid.“

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