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Umstellung beim Abitur

Schwerter Gymnasien tendieren zur G9-Rückkehr

Schwerte Die Zeiten des „Turbo-Abis“ scheinen in Schwerte gezählt zu sein. Doch noch haben sich die beiden Gymnasien nicht endgültig entschieden. Die Initiative für ein Volksbegehren sammelt dennoch weiter Unterschriften.

Schwerter Gymnasien tendieren zur  G9-Rückkehr

Beim Ruhrtal-Gymnasium spricht viel für eine Rückkehr zu G9. Foto: Manuela Schwerte

Von G8 sollen sich die NRW-Gymnasien ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder auf ein Abitur nach 9 Jahren auf dem Gymnasium umstellen – so zumindest die Leitentscheidung des Schulministeriums. Noch steht nicht fest, welche Gymnasien von der Umstellung tatsächlich betroffen sind.

Ruhrtal-Gymnasium geht von G9-Umstellung aus

Bärbel Eschmann, Schulleiterin des Ruhrtal-Gymnasiums, positioniert sich jedoch deutlich: „Auf der letzten Schulkonferenz waren sich alle drei vertretenen Gruppen (Anm. d. Red.: Schüler, Eltern und Lehrer) einig. Daher gehe ich von einer G9-Umstellung am Ruhrtal-Gymnasium aus.“ Das sei allerdings nur ein freiwilliges Meinungsbild gewesen. Ein offizieller Beschluss dazu fehlt noch. Erst nach Verabschiedung des neuen Schulgesetztes mit konkreten Vorgaben an die Schulen könne dieser Beschluss gefasst werden.

Der Schulleiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums, Heiko Klanke, ist da etwas zurückhaltender. „Ich sehe zumindest keine großen Bestrebungen, die eine Ausnahmegenehmigung (Anm. d. Red.: also einen Verbleib bei G8) bekräftigen würden“, so Klanke. Da die beiden Schulen – um ein größeres Kursangebot anzubieten – in der Oberstufe und sogar der Sekundarstufe 1 kooperieren, ist es auch schlicht nicht möglich, dass sie in verschiedenen Systemen unterrichten. Also ist davon auszugehen, dass sich beide Gymnasien gemeinsam auf G9 umstellen.

Eltern und Schüler bei Schulwahl unterstützen

Von der Umstellung wären dann bereits die Schüler betroffen, die im kommenden Jahr auf die weiterführenden Schulen wechseln. Um Eltern und Schüler bei der Schulwahl zu unterstützen, will man noch vor dem neuen Anmeldeverfahren im Februar für Klarheit sorgen – da sind sich beide Schulleiter einig. „Wir haben schon genug Unsicherheiten in Schwerte. Das muss nicht noch dazu kommen“, so Eschmann. Ihre Idee ist, vorab eine Umfrage unter allen Schülern und Eltern zu machen, um so eine fundierte Entscheidung für oder gegen G9 zu treffen. Auch Klanke will Schüler und Eltern im Rahmen einer Schulkonferenz in die Entscheidung miteinbeziehen: „Ich möchte das möglichst transparent gestalten.“

Was sich mit der G9-Umstellung alles ändern würde, ist den Schulleitern noch nicht bekannt – die Rahmenbedingungen legt das Land fest. Da die Lehrpläne jedoch nicht so schnell umgestellt werden können, spekuliert Eschmann darauf, dass die Stufen 5 und 6 für die neuen Schüler zunächst im G8-Modell laufen. „Offiziell wissen wir dazu noch gar nichts“, so Eschmann.

Laut Klanke sei der schulorganisatorische Aufwand auch geringer als bei der Verkürzung der Schuljahre auf G8. Außerdem gebe es immer die Möglichkeit die Schulzeit bis zum Abi zu verkürzen, da Schüler auch ein Jahr überspringen können. „Die individuelle Förderung ist unter G8 vielleicht sogar besser möglich“, so Klanke.

Dienstbesprechung im Dezember soll Klarheit bringen

Am Montag, 4. Dezember, findet eine Schulleiterdienstbesprechung statt. Daraus versprechen sich die Schulleiter genauere Informationen. Unter Beteiligung von Lehrern und Schülern wollen sie dann entscheiden, ob sie beim System G8 bleiben oder nicht. Falls G9 kommt, wären die Schüler der aktuellen Jahrgangsstufen 5 der beiden Gymnasien der jeweils 15. und letzte G8-Jahrgang.

Die Elterninitiative G9-jetzt-in-NRW lässt trotz Regierungswechsel in Düsseldorf und angekündigtem neuen Schulgesetz nicht nach. Nach wie vor plädiert sie für ein Volksbegehren in dieser Angelegenheit. „Das Volksbegehren hat seit dem Regierungswechsel nichts von seiner Notwendigkeit eingebüßt“, so der Sprecher der Initiative, Marcus Hohenstein. Es deute sich an, dass auch nach der neuen Regelung viele Nachteile von G8 weiter bestehen bleiben. So würden weiterhin Schultage in der Oberstufe bis weit in den Abend reichen und der Beginn des Unterrichts in der zweiten Fremdsprache in der sechsten Klasse beginnen.

Noch bis Ende November sammeln er und seine Mitstreiter Unterschriften. Begonnen hatte die Aktion bereits im November mit Unterschriftenlisten, die in den Rathäusern auslagen. Jetzt müssen die Mitglieder allerdings ohne die kommunale Hilfe auskommen. „Es gibt starke Hinweise, dass kein Kind, das zur Zeit ein Gymnasium besucht, von der Einführung von G9 profitieren wird“, so Hohenstein in einer am Mittwoch erschienenen Pressemitteilung.

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