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Umgang mit Depressionen

So war der Poetry Slam der Selbsthilfegruppen in Schwerte

Schwerte „Was ist schon normal?“ Unter diesem Thema haben sich in Schwerte Mitglieder von Selbsthilfegruppen zum etwas anderen Poetry Slam getroffen. Und obwohl es viel um Depressionen ging, wurde es ein humorvoller, aber auch bemerkenswert offener Abend.

So war der Poetry Slam der Selbsthilfegruppen in Schwerte

Die inklusive Band „Smart Ability“ rund um Frontfrau Chantal begleitete den Poetry Slam musikalisch. Foto: Bernd Paulitschke

Das war mal eine ganz andere Art der Veranstaltungskultur: Auf humorvolle und in bemerkenswert offener Weise wurden beim etwas anderen Poetry-Slam Einblicke in die unterschiedlichsten „Verarbeitungs- und Selbsthilfestrategien“ aufgezeigt – Ironie, Spaß und vor allem starkes Selbstbewusstsein waren am Freitagabend eingeschlossen.

Rund 250 Besucher konnten Susanne Götz und Simone Saarbeck von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen des Kreises in Halle 3 der Rohrmeisterei in Schwerte begrüßen. Darunter auch die fünf Musiker der inklusiven Band „Smart Ability“ mit der ausdrucksvollen und einfühlsamen Stimme ihrer Frontfrau Chantal. Mit eigenen Liedern, Coversongs und der Botschaft, dass durch Musik Behinderung oder Krankheit überwindbar und unwichtig werden kann, begleitete die Band musikalisch den Abend.

Tobi Katze mit selbstironischen Anekdoten

Mit Tobias Rauh (36) alias Tobi Katze aus Dortmund führte ein Hochkaräter durch das Programm. Der Moderator und Poetry-Slamer ist selbst an Depressionen erkrankt und somit nach eigenen Angaben „ein Mann vom Fach“. Mit Lesungen aus seinem Buch „Morgen ist leider auch noch ein Tag“ erklärte er mit selbstironischen Anekdoten und humorvollen Geschichten seine Krankheit. Mit den Sätzen wie: „Iss eben so“ oder „Ich darf das, ich hab Depression“, gab er augenzwinkernd Ratschläge zum Umgang mit „allwissenden und lebenserfahrenen“ Freunden und Verwandten.

Ergänzend hierzu gab es noch die „hilfreichen“ Argumente von Herrn Bock – Blogger Markus berichtete von dem latenten „Depressions-Päckchen“, das er stets in seinem Rucksack mitnimmt: „Ich habe meine Erwartungen immer bei mir – aber lasst bitte die Finger davon“.

Selbsthilfegruppen aus dem gesamten Kreis Unna

In eindrucksvoller Form brachten sich auch Teilnehmer aus den Selbsthilfegruppen des gesamten Kreises in den Abend ein. So las Ludger von der Gruppe „Trotzdem“, in der sich Menschen mit Multipler Sklerose zusammenfinden, ein Gedicht über neue Chancen auch bei einer derartigen Erkrankung vor. Die zwölfköpfige Gruppe „Lichtblick“ begeisterte mit den Songs „Über sieben Brücken“ der Rockgruppe Karat und „Cello“ von Udo Lindenberg.

Über die Enttabuisierung psychischer Krankheiten und über den „Abfalleimer der Depression“ las Miriam ihrem Textbeitrag „Schatten und Licht – Gedanken einer Un-Therapierbaren“. Zum Nachdenken auch ihr Vorschlag: „Liebe Depressionen, ihr könnt auch eine Zeit lang Urlaub machen“.

Publikum applaudierte in Gebärdensprache

Reichlichen und intensiven Applaus der Besucher gab es für alle Künstler und Protagonisten – zumeist in Gebärdensprache. Die beiden Simultanübersetzer des Veranstaltungsabends, Thorsten Rose und Simon Deimel, hatten diese Art der Zustimmungsbekundung den lernwilligen Zuschauern im Eiltempo beigebracht.

„Wir wollen mit dem heutigen Abend die Selbsthilfe nach vorne bringen – zeigen, dass man eigene Strukturen und den Mut zur Selbsthilfe entwickeln kann“, sagte Birgit Kollmann, zuständige Sachgebietsleiterin beim Kreis.

„Das war ein toller Abend, ein neues Veranstaltungsformat, hochkarätig und herzerwärmend“, fasste Tobias Bäcker von der Rohrmeisterei den Abend zusammen und entsprach damit auch der einhelligen Besuchermeinung.

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